Sonntag, 29. April 2007

Kurzmeldungen

"Notruf" für einen Pastor
Am Freitag wurden wir gerufen im Haus einer ungläubigen Nachbarin eines Gemeindemitglieds zu beten. Beim lesen der Bibel seien plötzlich ohne Grund mehrere Bilder von der Wand gefallen.
Pastor Fernando, der eigentlich anderes zu tun hatte, ging gar nicht auf das Phänomen ein sondern kam gleich auf das Wesentliche: Die Beziehung mit Gott. Anhand der Geschichte von Nikodemus erklärte er ihr das Evangelium. Am Ende nahm sie Jesus unter tränen als ihren persönlichen Herrn und Erlöser an. Wir durften ihr nun versichern, dass Jesus sie gegen diese Art der Angriffe des Teufels schützen wird.
Auf dem Rückweg mussten wir erkennen, dass es nichts schöneres gibt als Werkzeug Gottes zu sein, damit jemand zu ihm findet, egal wie viel man zu tun hat.
Solche Manifestationen geschehen hier im Süden nicht oft. Doch die Frau kam aus dem Nordosten, wo viele in den Makumba-Kult verwickelt sind. Im Piauí werden wir noch öfters solche Erlebnisse machen. Gut zu wissen, dass Jesus unser Herr stärker ist als der Feind.

40 Tage Leben mit Vision
Heute gingen die 40 Tage zuende. Gott hat auf grossartige Weise gewirkt. Menschen haben sich bekehrt und viele Mitglieder in ihrer Beziehung mit Gott gestärkt worden. Die Kleingruppen haben sich mehr als verdoppelt.
Doch die Gemeinde wurde auch durch einen Todesfall erschüttert. Ein Gemeindemitglied wurde mit 8 Schüssen in den Rücken erschossen und im Auto liegen gelassen, scheinbar ohne Grund. Nicht einmal das Auto wurde gestohlen. Die Polizei geht vorerst davon aus, dass es eine Warnung des organisierten Verbrechens an sie selbst sei.

Samstag, 21. April 2007

Regen und anderes

Liebe Freunde
Aus der Schweiz kenne ich es eigentlich eher so, dass ich froh bin, wenn es einmal nicht regnet. Heute habe ich mich schon einige Male dabei ertappt, dass ich an den Himmel schaue und bete, dass es heute Abend regnet. Wie im Moment in der Schweiz, haben auch wir hier wenig Regen. Natürlich geniessen wir die Wärme und Sonne, aber nun wird das Gras langsam braun und da beginnt man zu hoffen, dass bald Regen kommt. Besonders da begiessen nicht gerade meine Lieblingsbeschäftigung ist.
Morgen findet in unserer Gemeinde eine Missionsausstellung statt, bei der auch wir einen Stand haben dürfen. Wir versuchen die Menschen allgemein auf die Herausforderungen im Nordosten hizuweisen. Ausserdem stellen wir auch das ProPiauí vor, das Projekt in welchem wir ab Anfang Juni arbeiten werden.
Wir beten, dass die Gemeindemitglieder für die Mission begeistert werden und erkennen, dass der Nordosten ihre Hilfe braucht.

Freitag, 13. April 2007

Portugiesisch

Liebe Freunde
Wie ihr wisst, spricht man hier in Brasilien Portugiesisch. Die letzten paar Monate haben wir viel Zeit damit verbracht uns diese Sprache anzueignen. Dank Gottes Hilfe ist uns dies auch schon gut gelungen. Etwas finde ich interessant an dieser Sprache, deshalb habe ich mir gedacht, ich könnte das mal im Blog aufschreiben.
Wenn man hier eine Frage stellt, dann antwortet man nicht mit ja, sondern mit dem Verb. Im Deutsch würde das etwa so tönen:
  • Gehst du heute ins Kino? Ich gehe.
  • Hast du gerne Schokolade? Ich habe gerne.
  • Glaubst du an Gott? Ich glaube.
Wenn man eine Frage mit nein beantworten will, kann man ganz einfach "Nein" sagen. Eine Lehrerin hat mir einmal gesagt, dass die Brasilianer nur einmal in ihrem Leben "Ja" sagen, und zwar an ihrer Hochzeit! ;-)
In der Schule brauchte es einiges an Übungszeit, bis ich diese Antwortform endlich konnte, denn es ist viel einfacher mit Ja zu antworten, da dies fast das erste Wort ist, dass man in einer fremden Sprache lernt. Aber mittlerweile kommt auch die Antwort mit dem Verb automatisch.
Bis bald!

Mittwoch, 11. April 2007

Reifler's Maps

Die neue Funktion von Google Maps, My Maps, ermöglicht es uns euch Orte zu zeigen, die für unsere Arbeit von Bedeutung sind. Sie bringen euch etwas näher zu uns, weil ihr unsere Umgebung etwas besser vorstellen könnt.
Auf unserem Blog findet ihr von nun auf der Seite den Link zu den "Reifler's Maps".

Donnerstag, 5. April 2007

Gemeindepraktikum

Liebe Freunde
Wie viele von euch wissen, machen wir im Moment ein Gemeindepraktikum in einer Kirche hier in Campinas. Seitdem wir vom Baucamp zurückgekommen sind, haben wir so richtig angefangen. Simon geht jeden Tag in die Gemeinde und arbeitet dort mit den Pastoren. Er hat immer etwas zu tun: Andacht vorbereiten, über theologische Themen diskutieren, Computerprobleme lösen, Layouts gestallten... Zudem helfen wir mit einige Events vorzubereiten. Am Karfreitag findet ein Gemeinschaftstag statt, wo vor allem Simon mitgeholfen hat. Dann helfen wir beide mit einen Alphabetisationskurs auf die Beine zu stellen. Da muss man an ganz viele Sachen denken, damit sich die Teilnehmer dann wohlfühlen und den Kurs wirklich fertig machen. Am Montag gehe ich weiterhin Spitalbesuche mache. Es ist schön zu sehen, dass ich da auch langsam hineinwachse, die medizinischen Begriffe besser verstehe, und mich auch besser mit den Patienten verständigen kann. Am Dienstagnachmittag bietet die Gemeinde Handarbeitskurse an. Das Ziel ist Frauen mit dem Evangelium zu erreichen und sie im Handarbeiten zu fördern. Während dem Nachmittag gibt es eine kleine Pause und eine Andacht. Es ist schön, dass der grösste Teil der Frauen (ca. 100) nicht in die Gemeinde kommt und man hier schon oft erlebt hat, dass Frauen durch diese Arbeit zu Jesus gefunden haben. Ich lerne hier wie man Recyclingpapier herstellt, aber auch wie sie hier eine solche Arbeit durchführen. Vielleicht könnten wir das dann auch im Piauí machen!?! Am Mittwochabend nehmen wir an einer Kleingruppe teil und am Samstagabend unterstützen wir eine Kleingruppe der Jugendarbeit. An Ostern führen wir ein Musical auf, Simon und ich singen im Chor. Da kommt ein wenig 2dimensional-Heimweh auf, aber wir geniessen es wieder einmal in einem Chor zu singen. Nun, es gäbe noch einiges mehr aufzuzählen... Ihr seht, wir sind hier wirklich gut integriert. Wir haben schon viel von unseren brasilianischen Geschwister gelernt und sind Gott sehr dankbar für die Zeit, die er uns in dieser Gemeinde schenkt.

Dienstag, 3. April 2007

Von der Wohnungsnot zum Paradies

In der Woche nach dem wir aus dem Baucamp zurück gekehrt sind, haben von der Hausverwaltung erfahren, dass die Besitzerin unsere Wohnung zurück haben wollte und dass wir bis Ende März Zeit hätten, diese zu verlassen.
Wir waren Anfangs sehr geschockt und baten Gott um Rat in dieser schwierigen Situation. Gott stellte unser Vertrauen aber nicht sehr lange auf die Probe.
Am nächsten Morgen erwähnte ich beim Pastorenkaffee unsere Wohnungsnot. 15 Min. später hatte Pastor Oswaldo schon eine Wohnung, bzw. ein HAUS für uns organisiert. Ein Gemeindeglied hat eine "Chácara" (Deutsch: Landhaus) welche er uns zur Verfügung stellt. Sie hat einen grossen Umschwung mit vielen Bäumen, eine Churrasqueria (Feuerstelle zum Fleisch braten) und einen Snookertisch. Ausserdem liegt sie in einem sehr ruhigen Quartier ist nur ca. 4km von der Gemeinde entfernt. Seht es euch selsbt an:

Du kannst den Video auch hier in etwas besserer Qualität herunterladen:
Video chacara 5,4MB
Wir sind überglücklich wie Gott uns beschenkt hat. Es wäre wohl nicht mehr möglich gewesen für nur knapp 2 Monate eine andere Wohnung zu mieten. Wir hatten schon Mühe eine Wohnung zu finden für nur 5 Monate.