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Montag, 9. Dezember 2019

Ein brasilianischer Dank an alle unsere treuen Unterstützer

Währen 13 Jahren haben es uns unzählige Unterstützer ermöglicht unseren Dienst in Brasilien zu tun und wir durften erleben, wie Gott uns gebraucht hat, um die Leben vieler Menschen zu prägen. Wir haben einige unserer langjährigen einheimischen Mitarbeiter gebeten, einen kurzes Video zu produzieren, in denen sie sich bei unseren Unterstützern bedanken können. Drei haben schliesslich ihre Videos gesandt. Simon hat sie mit Untertiteln versehen (falls sie nicht automatisch erscheinen bitte deutsche Untertitel aktivieren):

Donnerstag, 4. Februar 2016

Krise und Segen

Selbstverschuldete Krise

Lies dazu den NZZ-Bericht "Eine verlorene Dekade - Brasilien im Freien Fall"
Die Zeichen der Krise in Brasilien sind auch für uns überall sichtbar:
  • Mehrere Mitglieder unserer Gemeinde haben fast gleichzeitig ihre Jobs verloren
  • Vor den Strassenampeln gibt es immer mehr Strassenkünstler und vor allem Bettler
  • An tausende Baustellen wird nicht mehr gearbeitet: insbesondere an der Privatwirschtaft, Wohnhäusern für Arme, Brücken und Viadukten der öffentlichen Hand. Von unserem Haus sieht man das erste von drei hintereinander gebauten Hochhäusern (sieh Bild unten). Seit Juni letzten Jahres stehen die Arbeiten still.
  • In den meisten Städten steigt die Kriminalität, in Teresina besonders stark. Im letzten Jahr wurden 3 unserer direkten Nachbarn Opfer von Diebstahl, Einbrüchen oder gar bewaffneten Überfällen.
  • In der Krisen stiegen dazu die Preise: Letzten Monat war eine Zahnarztuntersuchung BRL 130, nun kostet sie BRL 150. Tomaten kosten Anfang dieses Jahr doppelt so viel wie Ende letzten Jahres.
  • Jeden Tag gibt es neue schockierende Nachrichten zum Petrobras-Skandal (genannt "Lava Jato"). Leider hat man sich schon so daran gewöhnt, dass man es bloss apatisch hinnimmt.
  • Die Präsidentin steht in einem Absetzungsprozess wegen Wahlbetrugs, der Präsident des Abgeordnetenhauses hat Millionen auf Schweizer Banken, die von der Petrobras abgezweigt worden waren, der Präsident des Senats wird in einem anderen Korruptionsprozess untersucht, der Ex-Präsident und Kultfigur im Sertão Lula Inácio da Silva wurde in mehrerern Aussagen schwer belastet und auch die Hauptfigur der Opposition und Präsidentschaftskandidat ist in den Petrobras-Skandal verwickelt. Wer soll dieses Land regieren?
  • Das Geheimnis des wirtschaftlichen Erfolgs bis 2013, der durch staatliche Subventionen für Arme geförderte Konsummarkt ist nun gesättigt. Dieses Instrument funktioniert nicht mehr, um die Wirtschaft an zu kurbeln.
  • Das von jeher schlechte und von der Krise zusätzlich geschwächte Gesundheitssystem bricht mit der Zika-, Chikungunga- und Dengue-Krise fast zusammen.

Unerwarteter Segen

In der wirtschaftlichen, politischen und gesundheitlichen Krise ist zumindest der Regen, ein Geschenk Gottes. Seit zwei Wochen regnet es fast jeden Tag. Eine Seltenheit für Teresina. Eigentlich hatten Meteorologen wegen des El Niños ein schwache Regenzeit für den Sertão vorausgesagt. Seit 2012 sind die Regenzeiten insbesondere im Nordosten sehr schlecht gewesen. An einigen Orten hat es sogar während Jahren nicht mehr richtig geregnet. Nun regnet es schon so viel, dass viele Städte und Dörfer mit Überschwemmungen kämpfen.
Der segensreiche Regen mindert auch die Strom- und Wasserkrise. Die meisten Staudämme und ihre Kraftwerke waren auf historischem Tiefstand, während der Strompreis auf dessen Höchststand kletterte. Der Sobradinho-Stausee, der wichtigste Staudamm für den Sertão, sowohl was die Wasserversorgung wie auch was die Stromproduktion angeht, erreichte gar eine Wasserkapazität von bloss 1,11 %. Nun ist die im Staubecken versunkene Stadt Remanso, wo die ersten Missionare der SAM tätig waren, wieder völlig im Trockenen (siehe Video ab Minute 3).


Mit den Regefällen schöpft die Inlandbevölkerung wieder Mut und Hoffnung.
Das PróSERTÃO möchte mit dem Projekt für alternative Landwirtschaft den Menschen im Inland helfen ihre Lebensgrundlage zu verbessern, insbesondere jetzt wo sie ihr Jobs in den pharaonischen Bauprojekten der Regierung verloren haben. Wir hoffen und beten, dass die Menschen den Regen als Ausdruck der Liebe Gottes in der Krise erkennen und Ihn suchen.

Freitag, 1. November 2013

Spenden sie uns WASSER!

Seit zwei Jahren leben wir in unserem schönen Haus in Barão de Grajaú und sind sehr dankbar dafür. Es blieb bloss ein grundsätzliches Problem: Wir hatten nie genug Wasser!
Die Leitungen der Gemeindeverwaltung tröpfelten bloss 2 bis 3 mal die Woche ein wenig Wasser. Oft blieben wir gar monatelang ohne jegliches Wasser, weil die Pumpen wieder einmal kaputt gegangen waren. Unser Nachbar, der einen Brunnen besitzt, meinte er könne mit unserem Wasserproblem Geld machen. Ihm dabei noch zu helfen war oft unsere einzige Lösung, um an etwas Wasser ran zu kommen.
Doch in dieser Trockenzeit sahen wir uns gezwungen einen 63 Meter tiefen Brunnen bohren zu lassen und eine Pumpe zu installieren, um unsere Wasserversorgung zu sichern. Die Kosten dafür beliefen sich auf ca. Fr. 5000.-.
Um dieses wortwörtliche „Loch“ in der Kasse der SAM zu decken suchen wir freundliche WASSER-Spender. Falls sie uns dabei helfen wollen,  können sie einen beliebigen Betrag auf das unten angegeben Konto der SAM überweisen (siehe Seitenende) mit dem Vermerk: Brunnen Reiflers

Postkonto:
SAM, PC-84-1706-5
Vermerk „Brunnen Reifler“

Bankeverbindung:
SAM,
PostFinance,
Nordring 8, CH-3030 Bern
IBAN: CH58 0900 0000 8400 1706 5
Clearing-Nr.: 09000
SWIFT / BIC: POFICHBEXXX
Vermerk „Brunnen Reifler“

Donnerstag, 23. Mai 2013

Floriano - Teresina - São Paulo - retour

Ich sitze wieder einmal in einem Bus nach Teresina, wie so oft in den letzten Monaten.
Diese Woche musste ich einige Pendenzen angehen, die schon lange zu Hause darauf gewartet haben erledigt zu werden. Neben einigen Besuchen in Floriano habe ein Gestell aus Holz gebaut, damit wir unsere Werkzeuge im Nebenhaus mal richtig verstauen können. Es tut gut mal ab und an etwas handwerkliches zu machen. Insbesondere nach der letzten Woche. Zusammen mit den Pastorenvereinigung in Floriano war ich der Initiator des Kurses "Predige das Wort", in dem Leiter und Pastoren eine hermeneutische und homiletische Grundausbildung erhalten (was das ist? Ein Kurs in dem man lernt einen Text der Bibel richtig zu verstehen und darüber richtig zu referieren, sprich: predigen). Wir waren überrascht, dass der Kurs mit knapp 30 Teilnehmern aus Floriano und der näheren Umgebung ausgebucht war. Eigentlich hätten noch 10 Teilnehmer aus Picos teilnehmen sollen, doch die erhalten in iherer Stadt nun einen eigenen Kurs. Alle Teilnehmer waren begeistert vom Kurs uns wollen auch die restlichen 8 Etappen vollenden. Das PróSERTÃO fördert diese Kurse im Piauí und ist Partner der Oragnisation, die die Kurse anbietet.
Nun sitze ich wieder im Bus. In Teresina werde ich mich mit einem Webdesigner treffen, um über eine neue Hompage für das PróSERTÃO zu sprechen. Um 04:00 Freitagmorgens nehmen ich ein Flugzeug nach São Paulo. Am Samstag werde ich in São José dos Campos an einer Missionskonferenz einen Vortrag halten über "Kontextualisierte Gemeinde im Sertão". Am Sontag stelle das Projekt in einer Gemeinde in Santos vor im Gottesdienst. Am Montag treffe ich mich mit Leitern der IBCU in Campinas, wo ich im 2006 mein Praktikum absolviert habe. Die Gemeinde ist interessiert mit uns eine Partnerschaft einzugehen. Am Dienstag reise ich weider zurück. Rahel wird mich dann in Teresina mit den Kindern abholen und wir werden noch zwei Tag dort bleiben. Erst am Freitag in einer Woche kehre ich nach Floriano zurück.

Donnerstag, 2. Mai 2013

Forum über den Sertão in Sousa, Paraíba

Valter, Beat, Joel und ich befinden uns in Sousa an einem Forum, wo Probleme, Chancen und Strategien besprochen werden, wie man den Sertão mit der die frohe Nachricht über Gottes Liebe in ganzheitlicher Art und Weise durchdringen kann. Wir haben hier viel Zeit für Gespräche mit wichtigen Leitern von Kirchenverbänden und Missionsgesellschaften. Hier treffen wir Leute die dasselbe Anliegen teilen und bereit sind mit uns zusammen zu arbeiten.
Seit Dienstag sind wir hier und werden am Samstag zurück reisen.
In der Zwischenzeit muss Rahel in Barão alleine die Stellung halten.

Mittwoch, 17. April 2013

Ein riesiger Meilenstein für das ProSERTÃO

Gestern war für unser Projekt ProSERTÃO ein ganz wichtiger Tag: Gründungstag!
Das ProSERTÃO wurde von 13 Gründungsmitgliedern offiziell gegründet und eine Leitung wurde gewählt.
Nun müssen wir uns durch die Mühlen der Bürokratie wühlen bis dieser Prozess wirklich abgeschlossen wird.

Samstag, 13. April 2013

Missionskongress in Teresina

Ich Sitze in einem Seminar von Oswaldo Prado einem bekannten Leiter der Evangelikalen in Brasilien.
Gestern hat der Kongress begonnen. Leider sind nur sehr wenig Vertreter der Gemeinden unserer Einladung gefolgt, aber vielleicht ändert sich das noch in den nächsten Tagen.

Samstag, 29. Januar 2011

Die Helden des Sertão

Ende Oktober habe ich eine Reise in den Süden des Piauí gemacht. Ich war von Pastor Luis eingeladen worden an der Einweihung der Gemeinde in Jurema zu predigen. Diese Gelegenheit wollte ich nutzen, um die anderen Pastoren des ProPiauí in der Region zu besuchen und sie in ihrer Arbeit zu ermutigen. Am Ende bin ich aber selbst äusserst ermutigt nach Hause gekehrt. Diese Pastoren, die in den letzten 8 Jahren alle direkt durch das ProPiauí gefördert oder ausgebildet worden sind, leben die Vision des ProPiauí mit grosser Opferbereitschaft und Hingabe voll aus. Für mich sind sie die „Helden des Sertão“. Überzeugen sie sich selbst:

Alleine auf weiter Flur, Jailson und Elis in Canto do Buriti

Jailson und Elis sind ein sehr junges Ehepaar. Mit der Heimkehr von Markus und Hanna Gysin haben sie die Leitung der „schwierigen“ Gemeinde in Canto do Buriti übernommen. Jailson arbeitet nebenbei als Informatiker und Elis studiert. Trotzdem fahren sie gemeinsam mit dem Motorrad jede Woche in das Inlanddorf „Bom Lugar“, um dort Jüngerschaftsschulungen mit den Menschen durch zu führen. Während der Woche gibt Elis Nachhilfestunden für schulschwache Kinder. Jailson betreut eine handvoll Teenager und Jugendliche, die sich kürzlich für ein Leben mit Jesus entschieden haben. Jailson und Elis fühlen sich in den Herausforderungen des Gemeindealltags oft alleine, da sie in ihrer Nähe niemanden haben mit dem sie ihre Erfahrungen austauschen können. Trotzdem halten sie mutig die Stellung.

Endlich ein „Radikaler“, Artur in Zabele

Vor zwei Jahren, während eines evangelistischen Projekts der JUVEP in Miguel Alves, hatte mir Artur in einem persönlichen Gespräch gesagt: „Pastor Simão, ich möchte ein „Radikaler“ werden.“ So werden die Missionare der JUVEP genannt, die in kleinen Gruppen für ein Jahr in ein Inlanddorf des Sertão geschickt werden, um dort eine Gemeinde zu gründen.
Damals sagte ich ihm, dass er schon mitten im Sertão wohne und mit seinen Gaben Zuhause gebraucht werde.
Heute wohnt der junge Artur im kleinen Dorf Zabele nicht weit von seiner Heimatstadt entfernt und betreut dort ganz alleine eine neu gegründete Gemeinde. Jetzt ist er wirklich ein „Radikaler“.
Die Gemeinde in São Raimundo Nonato von Pastor Fábio hat die Vision Gemeinden zu gründen angenommen und fast ganz mit eigenen Mitteln die geräumige Kirche in Zabele gebaut. Pastor Fabio betreut den jungen Artur sehr gut. Pastor Fábio war einst Prediger in der Neugründung von São Francisco. Als er vor ein paar Jahren den vakanten Pastorenposten in der grossen und finanzstarken Gemeinde von São Raimundo Nonato übernommen hatte, dachten wir schon, dass er das missionarische Anliegen aus den Augen verloren hatte. Wir haben uns mächtig geirrt!

Ein „Apostel“ für eine ganze Region, Luis und Familie in Caracol

Pastor Luis leitet die relativ grosse Gemeinde in Caracol. Die meisten Pastoren wären damit schon zufrieden. Doch Luis verantwortet noch einige weitere Aussenstationen in den Inlanddörfern. Am Sonntag hält er erst in seiner Gemeinde am Morgen die Sonntagschule (Bibelstunde), nachmittags fahren er und seine Frau ca. 45 min auf dem Motorrad in das Dorf
„Pendangas“ um eine Bibel- und Kinderstunde ab zu halten. Vor einigen Monaten hatte er dort bloss mit Bibelstudium angefangen. Inzwischen haben sich ca. 20 Menschen für ein Leben mit Jesus entschieden. Nun wollen die Einwohner selbst eine Kirche bauen. Kaum von der beschwerlichen Reise ins Inlanddorf zurückgekehrt beginnt Abends schon der Abendgottesdienst in Caracol.
Luis betreut ausserdem einige junge Gemeindeleiter in der Gegend. Er hat sich zu einer respektierten Leiterpersönlichkeit in der ganzen Region entwickelt. Dies nicht in erster Linie wegen seiner Leiterqualitäten, sondern wegen seines Vorbilds, seines Durchhaltewillens und seiner Opferbereitschaft.

Ich sagte zu Luis: „Pastor Luis, einige Pastoren erhalten ihren Lohn bereits auf der Erde (wegen der hohen Pastorenlöhne in einigen Stadtgemeinden), andere Pastoren hingegen erhalten ihren Lohn erst im Himmel. Ich glaube du gehörst zu Letzteren!“

Die Kirche im Busch, Jurema

Vor einigen Jahren hatte man eine Kirche etwas ausserhalb von Jurema mitten in den Busch gebaut, weil dort, wie die Behörden versprachen, bald ein neues Quartier entstehen sollte. Während ca. 5 Jahren stand die Kirche ungenutzt im Busch. Im vergangenen Jahr sind nun endlich die Häuser durch das staatliche Wohnungsprogramm gebaut worden. Auf Initiative von Pastor Luis wurde das Gebäude renoviert und fertiggestellt. Ich durfte in einer übervollen Kirche an der Einweihung predigen. Pastor Luis und Pastor Valdir von Anísio de Abreu werden gemeinsam die Verantwortung tragen, bis man einen fähigen Mitarbeiter gefunden hat, der die Gemeinde leiten kann.

Kürzlich erhielt ich einen Anruf von Pr. Luis: „Pastor Simão, wir könnten in einer Nachbarstadt schon wieder eine Gemeinde gründen. Wir haben bereits einen Raum. Bitte schickt uns einen Mitarbeiter!“

Die Ernte ist groß, der Arbeiter aber sind wenige. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter aussende in seine Ernte.
Lukas 10,2