Freitag, 31. Dezember 2010

Neujahr in Brasilien

"Mein Neffe aus São Paulo kommt zu den Festtagen" erklärt unsere über 70 jährige Nachbarin Dona Josefa, auf unsere Frage, warum sie ihr Haus renovieren und neu streich liess. Der Besuch aus dem Süden ist so wichtig und vielleicht so selten, dass man sich schon Wochen vorher darauf vorbereitet.
Der Verkehr hat merklich zugenommen auf den Überlandtrassen, was man in Floriano, welches an einer wichtigen Verkehrsachse des Landes liegt schnell merkt. "São Paulo" und "Brasilia" zeigen die meisten Autoschilder der Reisenden.
Ausser dem Kaufrausch merkt man kaum, dass es Weihnachten ist. Es fehlt der Schnee und die Adventsstimmung. Doch die grosse Vorfreude auf die Jahreswende kommt einem Schweizer fast übertrieben vor.
Während ihr in Europa um diese Zeit schon fast beim Countdown seid, sind wir mitten in den Vorbereitungen zum Neujahrsfest. Wer von der Gemeinde nicht verreist ist, ist zu nach Hause eingeladen worde, wo es ein Churrasco gibt. Ca. 4kg Rinds und Ziegen-Fleisch warten darauf verspeisst zu werden.
Neben dem Churrasco göhren 3 weitere Dinge in Brasilien zum Neujahrsfest:
1. An Neujahr trägt man weiss, weil es Frieden bringen soll. Das hat einen Animistischen Hintergrund. Die Manequins in den Schaufenstern sind seit dem ersten Tag nach Weihnachten ganz in modische weisse Kleider gehüllt. Wer sich für das neue Jahr finanziellen Segen erwartet trägt gelb. Für Glück in der Liebe sollte man rot tragen und grün soll ausdrücken, dass man hoffnungsvoll ins neue Jahr geht. Das neue Jahr steht im Zeichen von neuen Errungenschaften, für die Iansã steht, einer Kriegsgöttin der Macumba, der das Jahr 2011 geweiht ist.
2. Zu Neujahr gehört hier auch der Halbmarathon "São Silvestre" in São Paulo. Man hofft dass endlich wieder ein Brasilianer die afrikanische Übermacht schlagen kann.
3. Natürlich gehören auch hier zulande Feuerwerke zum Neujahrsfest. Das bekannteste findet in Rio statt, das Live im Fernseher übertragen wird.

Dienstag, 30. November 2010

Start unserer Sammelaktion für "Haus Reiflers"

Seit wir in Brasilien zurück sind wohnen wir in einem Miethaus in Floriano.
Ab Ende Januar werden wir aber im benachbarten Barão de Grajaú arbeiten, um dort eine neue Gemeinde zu gründen.
Die Schweizer Allianz Mission wird für uns in Barão deshalb ein Grundstück kaufen, welches folgenden Zwecken dienen soll:
  1. Wir sind der Überzeugung, dass wir in der Nähe der Menschen wohnen sollen, mit denen wir arbeiten. Das Haus soll unseren Bedürfnissen als Familie entsprechen.
  2. Ab 2012 werden wir verstärkt im neuen Projekt ProSertão mitarbeiten. Das Haus soll dann als Basisstation dienen, von wo aus die Inlandbevölkerung von Barão de Grajaú und Floriano bedient werden kann. Auf diesem Grundstück können Leiterretraiten und Ausbildungskurse stattfinden.
Seit ca. 2 Wochen haben wir ein grosses Grundstück in Aussicht. Es ist sehr günstig gelegen, an einer Aussfahrtstrasse zu den Inlanddörfen entlang des Fluss Parnaíba. Auf dem Stück Land steht bereits ein Haus, welches aber für uns als Familie nicht optimal ist. Als Gästehaus wird es aber seinen Zweck wunderbar erfüllen. Wir planen daher nebenan ein neues Haus zu bauen.
Wir haben in der letzten Wochen ein vorläufiges Projekt und ein Budget erstellt.

Spendenaktion "Haus Reifler's"

Nun brauchen wir eure Spende, damit wir dieses Projekt bis Ende April zu Ende bringen können. Dazu sind insgesamt ca. SFR 50'000.- nötig.
Dank des Verkaufs eines anderen Hauses der Mission beginnen wir die Spendenaktion mit bereits SFR. 11'650.- auf dem Konto.
Spendenkonto:
Schweizer Allianz Mission
Wolfensbergstr. 47
8400 Winterthur
PC Nr. der SAM: 84-1706-5 Vermerk „Haus Reifler's“

Vorgedruckte und kodierte Einzahlungsscheine können kostenlos bei SAM unter folgender Telefonnummer bestellt werden: +41 (52) 269 04 69

* zu 100% von den Steuern abziehbar

Samstag, 27. November 2010

Krieg in Rio

Seit Jahrzehnten hat die Regierung keine Kontrolle über mehrere Stadtteile Rio de Janeiros. Die unzugänglichen "Favelas" an den Hängen der Hügeln, die diese Stadt so einzigartig machen, sind ganz in der Hand der Drogenbosse.
Doch damit soll nun im Hinblick auf die WM 2014 und die Olympischen Spiele 2016 in Rio Schluss sein. Nach mehreren Gewaltakten der Drogenbanden, angezündete Autos und Busse und Raubüberfälle, ist die Regierung entschlossen die Hoheit über zwei grosse Favelas zurück zu erobern. Insgesamt 15'000 Polizisten und 800 Armeeangehörige die in Haiti gedient hatten mitsamt Strassentankern nehmen an der Aktion teil, die nun schon mehrere Tage andauert.
Während die "Vila Cruzeiro" umzingelt wurde und die Spezialtruppen Haus um Haus durchkämmten, versuchten mehrer 100 Drogendealer unter schwerem Beschuss der Polizei über den Hügel zur benachbarten Favela "Complexo do Alemão" zu flüchten. Nun wollen die Behörden auch diese noch grössere Favela einnehmen. Die Aktion hat in dieser Nacht begonnen.
Die Bilder wurden live im Fernseher übertragen. Flüchtende Drogendealer werden von der Polizei unter Beschuss genommen:



Angriffe auf Autos und Busse:
Artikel der NZZ:
http://www.nzz.ch/nachrichten/panorama/brasilianische_polizei_stuermt_rios_elendsviertel_1.8489061.html

Mittwoch, 24. November 2010

Was mache ich mit meinen Mädchen heute Nachmittag?

Genau diese Frage stelle ich mir oft, wenn ich um 15.00 Uhr Eliana und Livia vom Mittagsschlaf aufwecke. Diese Frage ist hier im Piauí nämlich gar nicht so leicht zu beantworten. Spaziergänge machen, auf den Spielplatz gehen oder die Tiere auf dem Bauernhof anschauen sind hier keine Optionen mehr. In der prallen Nachmittagssonne bei 40° und auf den verlotterten Trottoir kann man einfach nicht Spazieren gehen. Auf die Spielplätze, die es nur bei Restaurants gibt, kann man frühstens ab 17.30 Uhr, wenn die Sonne schon fast untergegangen ist. Um dieses Zeit denke ich schon langsam daran das Nachtessen vorzubereiten. Der nächste "Bauernhof" liegt einige Kilometer weit entfernt und sind nicht offen für das "Publikum". Was nun also tun, was sinnvoll ist, uns Freude macht und sogar noch anderen Menschen eine Freude machen würde?
Jemanden besuchen! Ja, das habe ich früher mit Eliana oft gemacht. Mit zwei kleinen Kindern gestaltet sich das aber schon einiges schwieriger, wie ich herausfinden musste. Bis ich uns alle geduscht und anständig angezogen habe (hier kann man einfach nicht ohne vorher zu duschen in ein anderes Haus), sind wir alle schon wieder verschwitzt und wünschen uns die nächste Dusche! Wenn wir dann endlich angekommen sind, kommt es oft vor, dass ich mehr damit beschäftigt die Kinder davon abzuhalten mit der Dekoration unserer Gastgeber zu spielen oder Streit zu schlichten, weil beide mit demselben mitgebrachten Spielzeug spielen möchten, als mit dem Gastgeber ein Gespräch zu führen. Am besten ist es, wenn wir zu jemandem gehen der selbst Kinder hat. Ehrlich gesagt, fehlt mir bei dieser Hitze hier oft die Kraft und die Motivation aus dem Haus zu gehen.
Wir können auch einkaufen gehen. Das Gute daran ist, dass die meisten Supermärkte klimatisiert sind. Aber einkaufen gehen muss man auch nicht jeden Tag! Das könnte sonst teuer werden!
Oder wir bleiben einfach zu Hause. Es kommt dann immer wieder vor, dass Kinder aus der Gemeinde oder Nachbahrskinder zum Spielen zu uns kommen. Dann haben Eliana und Livia wenigstens etwas Gemeinschaft und müssen nicht den ganzen Tag "nur" mit ihrer Mutter spielen. Für mich bleibt aber nichts anderes übrig als zu Haushalten, was hier in Brasilien wirklich nie ein Ende hat. Dinge wie E-mails schreiben, Sonntagschule vorbereiten oder andere Schreibarbeiten erledigen, kann ich erst am Abend, wenn Ruhe eingekehrt ist. Obwohl sich die Kinder meist selbst beschäftigen, kommt trotzdem immer wieder eins angerannt und will entweder Wasser trinken oder gehalten werden, oder, oder, oder...
Was mache ich mit meinen Mädchen heute Nachmittag? Diese Frage wird mich wahrscheinlich noch lange begleiten und ich werde sie auch nie ganz befriedigend beantworten können, wer kann das schon? Manchmal gibt es Tage, da schau ich am Abend zurück und freue mich darüber, was wir an diesem Tag erreicht haben, gemeinsam unternehmen konnten oder was für ein gutes Gespräch ich mit jemandem führen konnte. Sehr oft kommt es aber vor, dass ich einfach nur froh bin, dass wieder ein Tag vorbei ist und ein unbefriedigendes Gefühl bleibt zurück.

Dienstag, 2. November 2010

Die erste Frau im Amt als Präsident

Wie erwartet hat Dilma Rousseff mit 56,05% die Wahlen zum Präsidenten in Brasilien für sich entschieden.
Der 2. Wahlgang brachte keine Überraschungen mehr. Niemand hatte am Sieg von Lulas Wunschkandidatin gezweifelt. Zu gross ist seine Popularität.

Hier einige Reaktionen in den Zeitungen des deutschsprachigen Raumes:

(Schlange in einem Stimmlokal in Caracol)

Lulas Erbe:
Lula hat mit der Bolsa Família (Finanzspritze für arme Familien) Millionen von Brasilianern aus der Armut verholfen. Der Preis sind die hohen Staatsausgaben, die im Moment dank der starken Wirtschaft tragbar sind.
Lula hatte den neoliberale Wirtschaftskurs lediglich weiter geführt. Den wirtschaftlichen Umschwung hatte aber sein äusserst unbeliebter Vorgänger Fernando Henrique Cardoso eingeleitet, was seine Anhänger gerne übersehen.
Mit seinem Charisma vermochte Lula die Massen im In- und Ausland überzeugen und über seine Schwächen hinwegsehen. Die meist erzählte Geschichte ist die eines armen Metallarbeiters aus dem Pernambuco, der auf einem zum Reisebus umfunktionierten Lastwagen (Pau de Arara) nach São Paulo zog und dort, um Führer der Armen und Arbeiterklasse avancierte.
Es wird für Dilma schwierig werden den hohen Erwartungen der Menschen in ihrem Land gerecht zu werden, angesichts dessen, dass sie bloss dank Lulas Einfluss gewählt worden war.

Montag, 25. Oktober 2010

"Päng": Einer weniger!

Fast täglich hören wir von irgend einer Richtung kommend einen lauten Knall: "Päng"!!!
Darauf folgt dann ein kurzer Stromunterbruch oder, wenn es ganz dumm läuft ein längerer Stromausfall. Wir schauen uns gegenseitig erleichtert an und denken: "Einer weniger!!!"
Nein, Gott sei dank leben wir nicht in einer gefährlichen Favela in dem sich die Drogebanden gegenseitig abknallen. Unser Quartier ist sehr friedlich und für brasilianische Verhältnisse auch sehr ruhig. Manchmal vergessen wir gar die Türen zu schliessen, ohne dass wir Angst haben müssen. Vielleicht liegt es daran, dass ein Häuserblock weiter eine Polizeistation steht.

Wenn es laut "Päng" knallt, dann hat wieder einmal einer seine Flügel zuweit ausgestreckt: Ein "Urubú" (port. für Aasgeier).
Von diesen Aasgeiern wimmelt es hier nur so, wegen des Abfalls der auf herrenlosen Grundstücken "gelagert" wird. Auch die Abfallsäcke (Container gibt es keine) warten den ganzen Tag am Strassenrand, um von der Müllabfuhr abgeholt zu werden, von der man nie so genau weiss, wann sie wirklich vorbeifährt.
Wenn die Fleischresten im Abfallsack den ganzen Tag in der Sonne bei über 40° schmoren, dann wird das das für die Urubús ein unwiederstehliches Freudenmahl. Die dünnen Plastiksäcke vom Supermarkt sind schnell aufgepickt, worauf sich dann eine Horde schwarzer Vögel stürzt. Ausser dem Menschen haben diese Vögel keine natürlichen Feinden (wegen des Abfalls den sie produzieren eher ihre Freunde), weshalb deren plagenartigen Fortbestand gesichert ist.
Nach dem Fest fliegt jeder auf seinen eigenen hart erkämpften Strommasten zurück. So kommt es, dass immer wieder einer nach dem Festmahl genüsslich seine Flügel streckt und beide Drähte berührend einen Kurzen schliesst: "Päng!!!" Wir schauen uns an und sagen erleichtert: "Einer weniger!"
Da solch ein Ereignis für die betroffenen Urubús bisher immer tödlich endete, kann es keine Evolution geben.

Dienstag, 19. Oktober 2010

Livias Geburtstag

Am Sonntag ist Livia 1 Jahr alt geworden. Hier ein paar Bilder der kleinen Geburtstagsfeier:

Hier der direkte Link zum Album auf Picasa:

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Kampf um die Evangelikalen

Wie im letzten Blogeintrag im UPDATE berichtet, haben die Evangelikalen den Wahlausgang im ersten Wahlgang massgeblich beeinflusst (Ein Thema worüber die europäischen Medien leider nicht berichten). Die gläubige Kandidatin Marina Silva von den Grünen hat durch ihr gutes Abschneiden einen zweiten Wahlgang nötig gemacht.
In der Wahlpropaganda der übrig gebliebenen Kandidaten Serra und Dilma ist nun ein richtiger Kampf um die Gunst der evangelikalen Wähler entbrannt.
Plötzlich ist nun Dilma, die Kandidatin der extremen Linke, gegen die zuvor vehement befürwortete Liberalisierung der Abtreibung. Heute hat sie sich gar mit den Führern der Evangelikalen getroffen und sich gegen jegliche Einschränkungen der religiösen Freiheit gesprochen (siehe letzter Blogeintrag).
Der Mittelinks Kandidat Serra sagt nun öffentlich, dass er schon immer gegen die Abtreibung war. Ein Thema welches er vor dem ersten Wahlgang tunlichst vermied darüber zu sprechen.
Religiöse Themen sind nun plötzlich zu wahlentscheidenden Debatten geworden.
Vor den Wahlen sah es noch aus, als ob die Evangelikalen die grossen Verlierer sein würden. Nun werden sie den neuen Präsidenten bestimmen können. Dessen Partei wird damit unweigerlich religiöse Themen ernst nehmen müssen.

Montag, 4. Oktober 2010

Grosser Wahltag (UPDATE)

Heute ist der grosse Wahltag in Brasilien.
Es werden die staatlichen Abgeordneten (in der CH Grossrat), der Gouverneur, die Senatoren (Ständerat) und der Präsident gewählt.
Am Wahltag ist Propaganda verboten, aber gestern haben noch alle Kandidaten ihre Anhänger gesammelt, um in grossen Auto- und Mottoradkonvois hupend und lärmend durch die Strassen zu fahren. Natürlich hat auch jeder Kandidat einen grossen Lautsprecherlastwagen, auf dem der er mit hunderten von Fahnenschwingern steht und den Menschen zuwinkt. Aus den tausenden Watt starken Lautsprechern ertönt das für jeden Kandidten unverkennbare Wahl-Liedchen. Es vergeht auch kaum 10 Sekunden ohne dass man laut knallende Feuerwerke hört.
Bei den Präsidentenwahlen wird es spannend. Dilma Rousseff die designierte Nachfolgerin des populären linken Präsidenten Lula da Silva soll laut Umfragen genau 50% der Stimmen haben, womit sie schon im ersten Wahlgang gewählt wäre. Dahinter kommen Serra (31%) von den Sozialdemokraten und Marina Silva (17%) von der grünen Partei.
In den letzten Tagen hat vor allem Marina an Unterstützung zugelegt. Sie ist bekennende Christin und geniesst die Unterstützung der vielen Evangelikalen in Brasilien.
Dies vor allem auch deshalb weil die Arbeiterpartei von Dilma einige umstrittene Gesetzesentwürfe in ihr Parteiprogramm aufgenommen hat, wie diverse weitergereichte Emails und vielgesehen Youtube-Videos berichteten. Drunter sind folgende Vorlagen:

1. Einführung der gleichgeschlechtliche Ehen und Verbot jeglicher Diskriminierung solcher (dh. ein Pastor dürfte eine gleichgeschlechtliche Vermählung nicht verweigern)
2. Aufhebung des Abtreibungsverbots
3. Ein neues Gesetz zur "Religionsfreiheit": Verbot von öffentlichen Gottesdiensten; Gottesdienste müssen mit verschlossenen Türen abgehalten werden; Verbot von religiösen Sendungen im Fernsehen; Steuern auf Spenden in den Kirchen; Verbot über Zehnten zu sprechen.

Im Fernsehen hat die linke Kandidatin den dritten Punkt schon halbwegs zurückgenommen, weil sie den Druck der immerhin 20% Evangelikale im Land spürte. Der Erfolg von Marina in den letzten Wochen die von 10 auf 17% gesprungen ist, ist direkt auf diese Vorwürfe zurück zu führen.

UPDATE nach der Wahl
Dilma hat den ersten Wahlgang zwar gewonnen. Doch sie war weit davon entfernt direkt gewählt zu werden. Mit 19% war Marina Silva die grosse Überraschung. Sie ist zwar als drittplatzierte ausgeschieden, wird aber mit ihren Stimmen die Wahl massgeblich entscheiden.
Die meisten Wahlanalysten in Brasilien sind sich einig, dass es die Stimmen der Evangelikalen Wähler waren, die eine Direktwahl von Dilma verhindert hatten und zu dem überraschend guten Ergebnis von Marina geführt haben.
Nun kämpfen die beiden übrig gebliebenen Kandidaten Serra und Dilma um die Stimmen der Evangelikalen, die diese Wahlen entscheiden werden.

Der zweite Wahlgang findet nun am 31. Oktober statt.

Samstag, 2. Oktober 2010

Eingezogen!!!

Heute sind wir in unser vorübergehendes Haus eingezogen. Wir wohnen nun genau vis a vis von Familie Gonçalves. Das Haus ist in einem sehr guten Zustand. Weil es schattig ist, ist es auch sehr kühl. Einzig ein Gästezimmer fehlt uns, was aber niemanden daran hindern soll uns zu besuchen. Das Büro werden wir für euch frei machen.
In der Küche und im Wohnzimmer sah man nur die blossen Ziegel, weshalb wir letzte Woche eine Decke haben einbauen lassen. Glücklicherweise wird die Vermieterin die Investition von der Miete abziehen lassen.
Auch den Airconditioner haben wir bereits in unserem Schlafzimmer eingebaut. Wir haben nun schon zwei Nächte darin wunderbar geschlafen. Er wird uns helfen uns nach diesen Strapazen zu erholen.
Die Möbel die wir eingelagert hatten waren in einem schlechten Zustand. Ratten und Mäuse hatten darin gehaust. Wir mussten jedes einzelne Möbelstück vor dem Haus abwaschen und einige Reparaturen machen, bevor wir es an seinen Platz stellen konnten.
Obwohl wir noch in einem Chaos leben, weil noch nichts eingeräumt ist, sind wir sehr sehr glücklich, dass wir nun ein eigenes Zuhause haben.
Endlich hat unsere lange Reise ein Ende gefunden. Seit dem 25. August haben wir nun aus den Koffern gelebt. Vielen Dank für alle die in dieser Zeit an uns gedacht und für uns gebetet haben.

Donnerstag, 16. September 2010

Endlich in Floriano

Vor genau einer Stunde sind wir nach einer 2 1/2 stündigen Autofahrt in Floriano angekommen.
Seit Sonntag waren wir auf dem Rancho da Lua in der Nähe von Teresina. Am Dienstag hatten wir eine Sitzung vom Team ProPiauí. Montag und Mittwoch waren wir in Teresina bei der Fremdenpolizei und einige Einkäufe erledigen.
Nun wohnen wir bis wir ein Haus gefunden haben, bei Lucas und Sarah in einem Zimmer mit 11m2. Es haben gerade mal alle Betten und Matratzen Platz.
Es ist sehr sehr heiss und es hat schon lange nicht mehr geregnet, obwohl die Trockenzeit erst begonnen hat.
Eliana und Livia haben natürlich gleich ein kühles Bad genommen.

Sonntag, 12. September 2010

In Teresina angekommen

Wir sind nun sicher in Teresina angekommen. Auch der Flug von Sao Paulo nach Fortaleza ging glatt. Wir mussten auch nirgends Übergewicht bezahlen, PTL!!!
Nun bleiben wir bis Freitag auf dem Rancho da Lua. Gruss Simon

Montag, 6. September 2010

Erst am Anfang einer langen Reise!

Nachdem wir die ersten zwei Nächte 04:00 erwacht sind, weil Livia ihre innere Uhr noch nicht auf die brasilianische Zeitzone umgestellt hatte und nur noch spielen wollte, pendelt sich langsam der neue Rhythmus ein. Gestern erwachte sie um 05.30 heute um 06:00.
Wir haben nun auch wieder den Überblick erlangt, über was in welchem der 8 Koffer steckt.
Doch wir sind erst am Anfang einer langen Reise (Bild: Rahel und Eliana am Gate in Zürich).
Noch wissen wir nicht, wie die 8 Koffer am Samstag wieder nach São Paulo zum Flughafen gelangen. Dort fliegt um Uhr 11.00 unsere Maschine nach Fortaleza.
Leider fliegt unser Anschlussflug nach Teresina zur gleichen Zeit ab, wie unser Flug von São Paulo in Fortaleza landet. Deshalb müssen wir eine Nacht im Hotel verbringen.
Am Sonntag schliesslich fliegen wir um Uhr 14:30 nach Teresina. Weil dieser Flug aber nicht im Internationalen Ticket eingeschlossen ist, dürfen wir nur 23kg pro Person mitnehmen.
Wahrscheinlich werden wir für 111kg Übergewicht bezahlen müssen. Wenn es zu teuer werden sollten, müsste im schlimmsten Fall Simon alleine mit dem Bus nach Teresina reisen. Wer mit dem Bus reist kann praktisch so viel Gepäck mitnehmen wie er will.
Doch erst hoffen wir einmal auf einen "jeitinho" beim einchecken.

Sonntag, 5. September 2010

Gut angekommen!

Endlich sind wir in Campinas! Wir haben viel erlebt auf unserer Reise und ich könnte nicht alles hier erzählen, sonst würde dies ein sehr langer Eintrag den niemand lesen würde. Deshalb das wichtigste in Form von einem Telegramm:
  • Abschied war traurig
  • Einchecken ging "wunderbar" (gleich mehr dazu)
  • Service bei der SWISS war sehr schlecht (Andrea Heiniger hat uns gefehlt!!!)
  • Alle Koffer gut angekommen
  • Super schnell und problemlos durch die Pass- und Zollkontrolle durchgekommen
  • Gemieteter Wagen erst nach einem halben Marathonlauf zwischen den Terminals erhalten
  • Wir sind nach 100km in Campinas gut angekomme
  • Gastgeber Fernando und Jeane sind sehr freundlich
  • 1. Nacht war schlecht (Kinder sind noch nicht umgestellt)
Mehr Details kommen später!

Donnerstag, 26. August 2010

Packen, Packen, Packen

Im Moment leben wir zwischen Umzugskisten und Koffern. Am Freitag werden dann die Möbel eingelagert (ab 17:00 Helfer werden immer noch gesucht!).
Jeder gepackte Koffer wird gewogen. Wir dürfen 7 Gepäckstücke a 23kg mitnehmen. Das tönt zwar nach viel, ist es aber nicht, wenn man alles mitnehmen soll, was man hat.
Es ist schrecklich, wenn wir schon vieles in Kisten verpacken mussten, was wir eigentlich mitnehmen wollten und dann nach dem wiegen der Koffer merken, dass wir immer noch zu viel Gewicht haben. Dann muss halt eben der Drucker, der Kindersitz oder noch schlimmer, es müssen einige Lieblingsspielzeuge der Kinder da bleiben.
Leider kann man sich danach nicht trösten indem man sagt: "In Brasilien können wir dann billig ein Neues kaufen." Diese Dinge sind dort oft doppelt so teuer oder von geringer Qualität.
"Hoffentlich kommt bald Besuch!" sagen wir dann aber, denn dieser wird für uns sicherlich noch einige Dinge mitbringen, die wir hier lassen mussten.

Donnerstag, 5. August 2010

Aussendungs Gottesdienst am 8. August in Bern und 22. August in Langenthal


Wir möchten euch alle ganz herzliche zu unserem Abschiedsgottesdienst einladen.
Für viele wird es wohl die letzte Möglichkeit sein uns nochmals zu treffen bevor wir Anfang Sept. nach Brasilien reisen.
Es wird jeweils an beiden Anlässen anschliessend ein Mittagessen geben zu dem ihr herzliche eingeladen seid, um etwas mehr Zeit mit uns zu haben. Wäre toll wenn ihr euch bei uns anmelden könntet, damit für alle gesorgt ist.
Die Gottesdienste beginnen jeweils um 9:30.

Unten ein Link zur Adresse auf Google Maps:
FEG Bern, Zeughausgasse 35, Bern
FEG Langenthal, Weissensteinstr. 7, Langenthal
Wir freuen uns einige von euch zu sehen!

Liebe Grüsse

Simon, Rahel, Eliana und Livia

Donnerstag, 22. Juli 2010

Visum ist da!!!

Am Freitag sind wir aus den Ferien zurück gekehrt. Im Briefkasten lag ein Brief von der brasilianischen Botschaft. Wir befürchteten schon, dass sie noch mehr Dokumente verlangen würden. Doch, "oh Wunder", das Visum ist da!!!
Uns hatte man gesagt, dass wir es vielleicht nicht mehr rechtzeitig vor unserem Abflug Anfang September erhalten würden.
Nun ist alles bereit, dass wir nach Brasilien zurückkehren können. Wir sehen darin eine Bestätigung von Gott, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Montag, 28. Juni 2010

"Holland kann kommen! Brasilien im Viertelfinal"

Überragendes 3:0 gegen Chile. Brasilien hat sich wieder zurück ins als Titelfavorit Gespräch gebracht! Holland kann sich warm anziehen, denn was bisher geschehen ist war bloss aufwärmen. Wir dürfe uns freuen!

Donnerstag, 24. Juni 2010

Studium an der AWM

Gestern ist mein Studium an der Akademie für Weltmission (AWM) in Korntal nahe Stuttgart vorerst mal zuende gegangen. Nun habe ich 4 von 10 Kursen, die ich für den Master gebrauche, vollendet. "Vollendet" ist vielleicht ein bisschen übertrieben, denn ich muss noch noch 3 grosse Seminararbeiten fertigstellen. Dazu kommt noch dass wir morgen in die Ferien reisen. Nun wird daraus wohl eine etwas gemütlichere Studienzeit.
Am Anfang war das Studium eher eine Pflichtübung (Titel sind in Brasilien sehr wichtig!!!). Doch nun bin ich total begeistert. Die vier Kurse sind alle höchst relevant für meine Arbeit im Nordosten. Bei einigen Seminararbeiten handelt es sich um Projektplanungen, die ich direkt werde umsetzen können an unserem zukünftigen Arbeitsort Barão de Grajaú.
Nach 3 Jahren Praxis mit kaum Zeit für Weiterbildung (ich bin eben kein Autodidakt), tut es gut neue Impulse zu erhalten. Rahel und ich sind beide sehr motiviert für die neuen Herausforderungen die auf uns warten.
Ich habe auch viele interessante neue Freunde kennen gelernt. In einem Kurs von 12 Teilnehmern waren Studenten, die in 9 verschiedenen Ländern arbeiten.
Tortzdem war die Zeit des Studiums auch sehr anstrengend. Die fünfstündige Reise mit der Bahn nach Korntal habe ich nun 22 mal gemacht.
In Brasilien werde ich dann das obligatorische Praxisprojekt durchführen und vielleicht ein Fach als Fernkurs machen bei CIU (Columbia Interntional University) an welche die AWM angeschlossen ist.

Donnerstag, 17. Juni 2010

Mittwoch, 16. Juni 2010

Schweiz schafft die Sensation - Brasilien enttäuscht

Nun hat die Schweiz doch geschafft, womit niemand gerechnet hatte. Ein Sieg gegen den WM-Topfavoriten Spanien. Das Spiel habe ich in Deutschland angeschaut mit einigen eidgenössischen Studienkollegen der Akademie für Weltmission. Aber immer mehr Deutsche füllten den Aufenthaltsraum, denn keiner wollte die Sensation verpassen.
Brasilien hat gestern zwar auch gewonnen, konnte aber gegen den auf dem Papier schwachen Gegner Nordkorea nicht überzeugen und mussten gar den Anschlusstreffer zulassen.
Wenn Brasilien Gruppenerster (nichts anderes wird erwartet) und die Schweiz Gruppenzweiter wird (was schon ein Wunder wäre), dann werden sie im 1/8-Final aufeinander treffen. Nun weiss ich nicht, ob ich es gut finde, dass Spanien wie es jetzt aussieht bloss Gruppenzweiter wird...

Freitag, 1. Januar 2010

Termine Vorträge Reiflers

Im folgenden Kalender sind alle unsere Termine, wo wir über unsere Arbeit mit Film, Powerpoint informieren werden.
Du möchtest auch einen Vortrag bei dir Zuhause, in deiner Gemeinde, Jugendgruppe, Jungschar oder Verein? Nimm einfach mit uns Kontakt auf und sichere deinen Termin.