Samstag, 26. Februar 2011

Gewinnspiel: Wie heisst dieses Monster?

Wie heisst wohl dieses seltsame Insekt, das wir in unserem Haus gefunden haben? Wer den lateinischen Namen zuerst errät wird von uns ein tolles brasilianische Geschenk erhalten. Gib deine Antwort in einem Kommentarbeitrag im Anschluss an diesen Blogeintrag.

Donnerstag, 24. Februar 2011

Sturm fegt unsere Mauer weg

Der Bau geht eigentlich ziemlich zügig voran. Doch heute hatten wir einen harten Rückschlag zu verarbeiten:
Als wir gestern Abend von der Kleingruppe im bestehenden Haus auf dem Grundstück in Barão de Grajau zurückkehrten begann ganz unerwartet ein heftiger Sturm.
Dass grosse Wassermengen vom Himmel stürzen, sind wir uns in dieser Jahreszeit eigentlich gewöhnt. Doch gestern kamen heftige Winde hinzu, wie wir sie hier noch nie gesehen haben. Unser Mitarbeiter Valter, der im Moment das Haus von Lucas und Sarah bewacht, die auf Reisen sind, war so erschrocken, dass er lieber bei uns übernachten wollte.
Heute früh dann als wir auf der Baustelle ankamen, sahen wir die umgestürzte Mauer.
Die Maurer hatten gestern eine 15 m lange und 2,5m hohe Mauer gebaut und wollten heute die Betonsäulen füllen, die das Mauerwerk halten sollten. Doch der Sturm kam uns zuvor. Die starken Winde stiessen die Mauer vor den Augen der Maurer um, die im bestehenden Haus wohnen und dem Spektakel zuschauten.
Den ganzen Morgen nun mussten wir die am Boden liegenden Backsteine vom Pflaster abklopfen, damit sie wieder verwendet werden können.
Wir sind aber glücklich, dass niemand verletzt worden ist.

Sonntag, 20. Februar 2011

Fahrrad geklaut!

Heute Mittag hatte doch jemand die Frechheit einfach unser Fahrrad von der Veranda zu klauen. Wir haben eine geschlossene, ca. 2 Meter hohe Mauer, somit sieht man von aussen nicht in unser Haus. Leider haben wir aber heute bevor wir unseren Mittagsschlaf machten vergessen das Eingangstor abzuschliessen. Hier in Brasilien ist das ein Fehler! Als wir nach dem Mittagsschlaf nach draussen kamen, fiel mir sofort auf, dass das Fahrrad fehlt. Da es Simon gehört und er vorallem damit herumfährt, habe ich ihn natürlich sofort gefragt, wo er denn sein Fahrrad hat. Simon wusste aber von nichts und somit war sofort klar: Es wurde geklaut!
Lucas, unser Nachbar, hat dann gleich bei einigen anderen Nachbarn gefragt, ob sie etwas gesehen haben. Und wirklich, zwei Mädchen haben zwischen 13.00 und 13.30 Uhr gesehen, wie jemand mit einem Fahrrad, welches aussah wie unseres, davon gerannt ist. Ob uns diese Aussage aber weiterhilft ist fraglich. Morgen wird Simon auf die Polizei gehen und es als gestohlen melden.
Wir sind natürlich sehr traurig und deprimiert!
Als wir mit unseren Nachbarn sprachen, sah ich auf einmal einen Regenbogen. Das Zeichen der Hoffnung! Besteht vielleicht sogar Hoffnung, dass wir unser Fahrrad zurückerhalten? Im brasilianischen Kontext scheint dies unmöglich, aber wir wissen ja, Gott ist nichts unmöglich!

Mittwoch, 16. Februar 2011

Erste Woche Bau und erste Woche Gemeinde

Am letzten Mittwoch 10. Februar haben wir die Gemeinde von Barão de Grajaú inoffiziell mit einer Kleingruppe gegründet. Anwesend waren ausser unserer Familie, Valter unser Mitarbeiter, Marinaldo und Raimundinha, als Vertreter der Leitung der "Mutter"-Gemeinde in Floriano, und die Maurer die bereits an unserem Haus bauen. Die Gemeinde soll vom Leben in der Gemeinschaft mit Christus geprägt sein. Deshalb haben wir es vorgezogen als Kleingruppe zu starten. Am Sonntag fand dann die erste Sonntagschule statt. Öffentliche Gottesdienste werden wir wohl erst ab April veranstalten.
Am letzten Montag hat auch der Bau an unserem Haus begonnen. Eigentlich werden erst die Aussenmauern des Grundstücks gebaut. Das Haus wurde aber schon markiert und nächsten Woche können wir mit dem Aushub des Fundaments beginnen.
Die Bilder im Webalbum sprechen für sich:

Dienstag, 8. Februar 2011

Der liebe Abfall!

Tja, der liebe ungeliebte Abfall! In der Schweiz habe ich selten über den Abfall nachgedacht. Das Einzige, was ich zu diesem Thema wissen musste, war an welchem Tag und um welche Uhrzeit der Abfall abgeholt wird und wo die nächste Abgabestelle für Petflaschen, Glas, usw ist. Ende Jahr erhält jeder Haushalt von der Gemeinde zudem einen Abfallkalender zugeschickt. Nun musste man einfach noch daran denken, denn Abfall um die richtige Zeit rauszustellen. Das war einfach!
Dass man in Floriano, wie in den meisten anderen Städten Brasiliens, ein Problem mit dem Einsammeln und Entsorgen des Abfalls hat, das habe ich schon in unseren ersten drei Jahren hier herausgefunden.
In einem der ersten Gespräche mit unserer Nachbarin, erfuhren wir, dass der Kehrichtwagen in unserem Quartier immer montags, mittwochs und freitags am späteren Nachmittag vorbeifährt. Zudem sass sie immer um diese Uhrzeit draussen auf dem Trottoir, damit sie den Kehrichtwagen sehen konnte, bevor er in unsere Strasse einbog. Sie rannte dann immer ins Haus um ihren Abfall zu holen und auf die Strasse zu stellen. Zuerst habe ich etwas darüber gelächelt und mir gedacht, ob diese Frau denn über nichts anderes nachdenke als über die Müllabfuhr. Heute lache ich nicht mehr darüber!
Auch mich beschäftigt dieses Thema nun während mindestens 3 Tage in der Woche. Wann der Kehrichtwagen dann effektiv vorbeifährt, weiss nämlich niemand so recht. Als er wie zu Beginn für den späteren Nachmittag angekündigt war, konnte dies zwischen 16.00 Uhr und 20.00 Uhr sein. Nun denkst du bestimmt: Dann stell den Abfall doch einfach vor 16.00 Uhr auf die Strasse, wo ist denn dein Problem? Lieber Leser, du hast die Hunde, Katzen und vor allem Aasgeier nicht mit eingerechnet. Stellt man den Abfall zu früh raus, zerreissen sie die Abfallsäcke und erfreuen sich an einem guten Mahl. Den Fleischresten, Gemüseabfällen und "Gagiwindeln" von Livia, können diese Tiere einfach nicht widerstehen. Es nützt auch nichts einem Stein nach ihnen zu werfen, den nach kurzer Zeit sind sie schon wieder zur Stelle. Zurück bleibt dann eine riesige Sauerei, der ganze Abfall auf der Strasse verteilt, die der Hausbesitzer putzen muss .
Da ich aber keine Lust habe unseren Abfall zusammenzuputzen, bleibt mir nichts anderes übrig, als immer gut zu horchen und beim kleinsten Geräusch eines Lastwagens nach draussen zu rennen um zu sehen, ob ich den Abfall nun rausstellen kann. Natürlich habe ich den Kehrichtwagen schon verpasst, das ist aber nicht so angenehm. denn nach zwei Tagen beginnt der Abfall hier zu leben. Ich habe mich schon oft gefragt, wie aus unserem Abfall so viele Maden wachsen können.
Vor einem Monat hat auf einmal die Uhrzeit gewechselt. Der Kehrichtwagen kommt nun nicht mehr im späteren Nachmittag, sondern vor dem Mittag (d.h. zwischen 11.00 und 15.00). Dies habe ich natürlich wieder von jener Nachbarin erfahren. Sie hat es am morgen im Radio erfahren.
Heute, wieder ein Überraschung! Der Abfall von gestern lag immer noch stinkend am Strassenrand, als ich am morgen früh rausging um zu joggen. Am Abend hatte ich ihn noch draussen gelassen, weil ich wusste, dass es vorkommt, dass der Kehrichtwagen manchmal auch erst spät vorbeifährt.
Von unserer lieben "Abfallnachbarin" habe dann erfahren, dass die Müllabfuhr gestern zwar vorbeigefahren ist, aber leider unseren Abfall nicht mehr mitnehmen konnte, weil der Lastwagen schon voll war.
Es bleiben mir der Ärger und die leise Frage: Stört sich eigentlich niemand daran? Reklamiert niemand bei der Gemeindeverwaltung? Will niemand an diesem System etwas ändern?