Samstag, 29. November 2008

Negativer Gemeindewachstum

Auch im Missionarsleben gibt es nicht nur Hochs, sondern auch immer wieder Tiefs. Im Moment beschäftigt uns sehr, dass unsere kleine Gemeinde fast eher eine negative als eine positive Wachstumsrate hat. In den letzten Monaten haben sich keine Leute mehr bekehrt, bald gehen die Studenten während der Ferienzeit wieder nach Hause und die übriggebliebenen Gemeindemitglieder wirken eher unmotiviert und sind mit vielen Alltagssorgen und Arbeit total überlastet, so dass sie manchmal gar nicht in den Gottesdienst kommen. Das bedeutet für uns immer wieder diese Leute zu besuchen, mit ihnen zu reden, sie zu ermutigen und ihre Sorgen vor Gott zu bringen. Nicht immer einfach, da auch wir seit dem Weggang von Cleber und Rivalda, dem brasilianischen Pastorenehepaar, sehr viel zu tun haben und so auch manchmal unter Motivationsmangel leiden. In Psalm 23 sagt David, dass Gott uns auch durch dunkle Täler führt. Das haben wir schon oft erlebt, aber wir haben auch erlebt, wie wir danach gestärkt wieder auf den grünen Wiesen ausruhen durften. Das wünsche ich mir so sehr für die kleine Gemeinde hier in Floriano, dass sie bald gestärkt aus dem dunklen Tal heraufkommen kann.

Donnerstag, 27. November 2008

Strom von Gott

Am letzten Freitag waren wir wieder in Boi Laranjo. Diesmal wollten wir den Jesusfilm zeigen. Eigentlich wollte Rahel mit Eliana zum ersten Mal mitfahren. Doch weil Eliana krank wurde, mussten wir dies auf das nächste Mal verschieben.
Auf dem langen beschwerlichen Weg dorthin sind wir diesmal nicht Stecken geblieben, weil der Regen den Sand fest gemacht hatte. Railan, unser Gitarrist an diesem Abend, musste sich aber wegen meiner Fahrweise und den vielen Löcher aus dem Fenster lehnend übergeben. Naja, das Auto war so oder so ganz schmutzig von den Schlammlöchern.
Als wir dort ankamen erfuhren wir, dass Alcides, der für den Strom verantwortlich ist, in Teresina ist. Ausserdem wolle er uns den Strom aus unerklärlichen Gründen nicht mehr geben.
Wir bereiteten uns schon auf eine Entschuldigungsrede für die vielen Leut, die zu diesem speziellen Event gekommen waren, vor und begannen einen improvisierten Gottesdienst mit Zeugnissen.
Plötzlich rief mich Paulinho, unser Gastgeber, von der Bühne runter. Er habe nun einige Männer geschickt um das Kabel aus dem Haus von Alcides zu "holen" und um es bis zum Gottesdienstlokal zu montieren. Schnell baute ich nebenan die Projektionsgeräte auf. Als ich dann den Projektor anschaltete, wolle niemand mehr dem Zeugnis von Marinaldo zuhören. Alle nahmen ihre Stühle und sassen vor das Nachbarhaus, an dessen weisse Wand der Film projiziert wurde.
Der Jesus Film hat die Menschen tief bewegt. Am Ende forderte im Film ein Kind die Leute auf ihre Leben Jesus zu übergeben. Wir beten, dass einige im Sitllen dieser Aufforderung nachgekommen sind.

Montag, 24. November 2008

Serie: Drei "Wahl"-geschichten - Teil 3

Isabel ist 22 jahre alt und studiert Pädagogik und Sprachen an der Universität. Ihr Vater ist Prediger in der Gemeinde in Canto do Buriti. Ihre Familie ist mausarm (Lohn des Vaters ca. SFr. 300.-) und sie hat keinen Job gefunden, um neben dem Studium etwas zu verdienen. Doch von einem Tag auf den anderen hat sich alles verändert!
Ihr ambitionierter Bruder hat in Cristino Castro ca. 300km von Floriano entfernt die Wahl gewonnen.
Ausserdem hat der Vorgänger in der Gewissheit des Sieges als letzte Amtshandlung den Gemeindepräsidenten Lohn von 8000.- auf 12'000 Reais angehoben (ca. SFr. 8'000.-).
Zuerst erzählte Isabel uns sie werde das Bildungsministerium übernehmen. Doch weil es seit deisem Jahr ein neues Gesetz gegen den Nepotismus (Väterliwirtschaft) gibt musste sie diesen Traum schnell aufgeben. Stattdessen habe ich gestern gehört, dass sie hier in Floriano an einer, man höre und staune, teuren Privatuniversität Ernährungsberatung studieren wird.
Schon jetzt sieht man die Auswirkungen der tiefgreifenden Veränderung in Isabel Leben: neue Kleider, neue Digitalkamera, neue Natel usw.
Obwohl alle Geschwister als gläubig gelten, ist ihr frisch gewählter Bruder immer eigenen Wege gegangen. Wir hoffen nun dass er im schmutzigen Geschäft der Politik eine gute Figur als "Christ" machen kann!

Donnerstag, 20. November 2008

Serie: Drei "Wahl"-geschichten - Teil 2

Bebel ist 33 jahre alt, verheiratet und hat zwei Jungs. Er ist ein äusserst gastfreundlicher und guter Mensch. In Floriano hat er ein kleines Warengeschäft uns ist überall gern gesehen. Ausserdem fungiert er hier als "Vertreter" für alle Belangen seiner Heimatstadt "Pavussu" ca. 150km von Floriano entfernt. Er fährt Kranke ins Spital, beherbergt deren Verwandten im Haus und erledigt Geschäfte in der Stadt im Namen des Gemeindepräsidenten von Pavussu. Früher war er auch schon Politiker gewesen, wurde aber von seiner Partei nicht mehr zu Wahl aufgeboten, weil er für den Gemeindepräsidenten von der Gegen-Partei arbeitet.
Während den Wahlen hat nun Bebel auf seinen eigenen Namen Geschäfte für den Gemeindepräsidenten gemacht im Wert von 18'000 Reais (ca. SFr 10'000.-). Dies mit der tiefen Gewissheit, dass der Gemeindepräsident die Wahl gewinnen würde und ihm danach alles zurück geben würde. Selbst bei einer Niederlage könnte der Gemeindepräsident von den laufenden Gemeindegeldern bis Januar die Schulden bei Bebel begleichen (was hier wohl einfach so möglich ist!!!). Doch das Unmögliche geschah:
Der Gemeindepräsident hat die Wahlen um 27 Stimmen verloren. Ausserdem wurde er seines Amtes enthoben, weil er in den Wahlmonaten keine Löhne an Lehrer und Gemeindebeamten bezahlt hatte. Nun ist der Vizegemeindepräsident an der Macht, der von Bebels Schulden nichts weiss, und nichts wissen darf.
Der amtsenthobene Gemeindepräsident hat versprochen, dass er seine Fazenda verkaufen werde, um damit seine Schulden zu begleichen. Doch Versprechungen gelten hier eher als "Ver-sprecher"!

Mittwoch, 19. November 2008

Serie: Drei "Wahl"-geschichten - Teil 1

Praktisch alle die ich kenne sind sehr glücklich mit dem Wahlausgang. Der Gemeindepräsident (Joel) von Floriano wurden wiedergewählt und sein ärgster Konkurrent (Gilberto) hat überraschend viele Stimmen gewonnen. Eine gute Basis, um bei den nächsten Wahlen zu gewinnen. Weil er aber seine Wahl-Buchhaltung nicht rechtzeitig einreichen konnte, wurden alle seine Stimmen (12'000) vom Wahlrichteramt als ungültig erklärt.
Die Wahlen rufen viele interessante Geschichten hervor, von denen ich drei in den nächsten Tagen erzählen möchte:

Theresa ist 23jährig und arbeitet 3 Mal wöchtentlich morgens bei uns als Haushaltshilfe. Sie wohnt zwar in Floriano und hat hier sogar als Wahlhelfrin für den wiedergewählten Gemeindepräsidenten gearbeitet, wählen tut sie aber in ihrer Heimatstadt Nazaré ca. 60km von Floriano. Dort hat ihr Grossvater neben der aller anderen Familienmitglieder auch ihre Stimme verkauft, diesmal an den richtigen Kanditen, den Gewinner!
Sie hatte uns vergewisserte, dass sie sich frei gefühlt habe den Kandidaten zu wählen, den sie wolle. Dennoch hielt sie sich an die Vorgaben des Familienoberhauptes.
Überglücklich erzählte sie uns, dass ihr Onkel auch noch als Gemeindrat gewählt wurde. Er habe ihr ab Januaar eine Stelle als Lehrerin versprochen.
Nun muss man wissen, dass Theresa die Mittelschule noch nicht beendet hat und keinerlei pädagogische Ausbildung besitzt. Eigentlich ist es auch gar nicht möglich eine solche Stelle zu erhalten, da ein öffentlicher Wettbewerb, ein sogenannter "Concurso" stattfinden müsste, wo nur die Besten mit Uniabschluss angenommen werden. Doch das Gesetz selbst welches den gerechten Aufnahmewettbewerb fördern sollte, lässt einen "alternativen" Weg offen: bereits im Amt stehende Lehrerinnen erhalten pro Amstjahr 20 Punkte bei der Aufnahmeprüfung gut geschrieben. Ihre Chancen unter den besten zu stehen erhöhen sich damit erheblich.
In Theresas Fall erhielte sie wohl temporär eine Stelle als Lehrerin. Der "Concurso" für die neu geschaffene Stelle würde so lange wie möglich hinausgeschoben werden, womit auch die Chancen Theresas als amtierende Lehrerinnen mit jedem Jahr stiegen.
Gestern aber sagte sie uns, dass sie auch ab Jaunar weiter bei uns arbeiten werde. Wahrscheinlich hat ihr ihr Onkel zu viel versprochen!

Samstag, 15. November 2008

Elianas 1. Geburtstag

Fotoalbum: Geburtag von Eliana
Am Montag wurde Eliana 1 Jahr alt. Den Geburtstag haben wir aber schon am Sonntag gefeiert. Es waren viele Kinder und einige Erwachsene eingeladen. Eliana musste leider an ihrem Geburtstagsfest viel weinen. Wahrscheinlich war ihr der ganze Trubel etwas zu viel.

Mittwoch, 5. November 2008

Billy Graham bei uns!

Am Donnerstag, Freitag und Samstag werden wir einen evangelistischen Event mit Billy Graham veranstalten. Natürlich wird er selbst nicht anwesend sein. In ganz Brasilien wird an diesen Abenden über den drittgrössten TV-Sender (Band) ein evangelistisches Programm ausgestrahlt.
Wir haben kräftig eingeladen und hoffen, dass unsere Freunde kommen um die Frohe Botschaft zu hören oder durch das Interview mit Fussballspieler und bekennendem Christ Kaká animiert werden, Gott näher zu kommen.