Bebel ist 33 jahre alt, verheiratet und hat zwei Jungs. Er ist ein äusserst gastfreundlicher und guter Mensch. In Floriano hat er ein kleines Warengeschäft uns ist überall gern gesehen. Ausserdem fungiert er hier als "Vertreter" für alle Belangen seiner Heimatstadt "Pavussu" ca. 150km von Floriano entfernt. Er fährt Kranke ins Spital, beherbergt deren Verwandten im Haus und erledigt Geschäfte in der Stadt im Namen des Gemeindepräsidenten von Pavussu. Früher war er auch schon Politiker gewesen, wurde aber von seiner Partei nicht mehr zu Wahl aufgeboten, weil er für den Gemeindepräsidenten von der Gegen-Partei arbeitet.
Während den Wahlen hat nun Bebel auf seinen eigenen Namen Geschäfte für den Gemeindepräsidenten gemacht im Wert von 18'000 Reais (ca. SFr 10'000.-). Dies mit der tiefen Gewissheit, dass der Gemeindepräsident die Wahl gewinnen würde und ihm danach alles zurück geben würde. Selbst bei einer Niederlage könnte der Gemeindepräsident von den laufenden Gemeindegeldern bis Januar die Schulden bei Bebel begleichen (was hier wohl einfach so möglich ist!!!). Doch das Unmögliche geschah:
Der Gemeindepräsident hat die Wahlen um 27 Stimmen verloren. Ausserdem wurde er seines Amtes enthoben, weil er in den Wahlmonaten keine Löhne an Lehrer und Gemeindebeamten bezahlt hatte. Nun ist der Vizegemeindepräsident an der Macht, der von Bebels Schulden nichts weiss, und nichts wissen darf.
Der amtsenthobene Gemeindepräsident hat versprochen, dass er seine Fazenda verkaufen werde, um damit seine Schulden zu begleichen. Doch Versprechungen gelten hier eher als "Ver-sprecher"!
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