Samstag, 26. Dezember 2009

Brasil vs. Schweiz - Oder was es bedeutet in die "Heimat" zurück zu kehren - Teil 2

Es ist sehr heilsam in die Schweiz zurück zu kommen. Ein Satz den wir in letzter Zeit oft sagen:"Aha, ist das in der Schweiz auch so..."
Im Ausland denkt man immer "Zuhause" in der Schweiz ist und läuft alles besser. Das ist eine normale Reaktion während des Kulturschocks im Ausland.
"Zuhause" muss man aber feststellen, dass das ja gar nicht stimmt:
Auch in der Schweiz mussten wir über eine Woche warten, bis die gute alte Swisscom uns einen Anschluss aufschalten konnte. Auch hier gibt es "technische" Probleme bei den Telefongesellschaften.
Ich kann mich nicht erinnern, dass mir vor Brasilien je ein Loch in einer schweizer Strasse aufgefallen wäre. Nun habe ich in einem Monat schon sage und schreibe zwei Löcher gesehen! Ok, nicht zu vergleichen mit den Hunderttausenden Strassenlöchern in Brasilien.
Einige evangelische Auswüchse (Wohlstandsevangelium) werden in brasilianischen Kirchen und auch im dortigen Fernsehen heiss diskutiert. Bisher dachte ich, das sei ein lateinamerikanische Phänomen. Nun spalten sich auch in der Schweiz Gemeinden deswegen.
Auch in der Schweiz brechen Diebe in Häuser ein, und so weiter und so fort...
Irgendwie ist das alles sehr befreiend und erleichternd für uns. Ich hoffe, dass wir das nächste Mal mit einer realistischeren Sicht unserer "Heimat" ins "Ausland" reisen.

Montag, 14. Dezember 2009

Brasilien Weltmeister auch im Klimaschutz

Brasilien wurde zu dem Land gewählt, das am meisten für den Klimaschutz tut. Das hat es vor allem durch den verschärften Kampf gegen die Abholzung verdient. Die Abholzungsrate wurde in diesem Jahr halbiert.
Siehe NZZ-Bericht:
http://www.nzz.ch/nachrichten/international/brasilien_klimaschutz-index_2010_1.4191143.html
Doch wer das Land kennt, weiss, dass der Schein trügt. Die Zahlen dürfen nicht darüber hinweg täuschen, dass immer noch sehr viel Wald abgeholzt wird und praktisch keine Aufforstung betrieben wird. Es werden nun einfach andere Waldzonen geholzt, die nicht direkt zum Amazonasgebiet gezählt werden, aber genauso wertvoll sind. Die Holzindustrie kennt bis heute nur die jahrhundertalte Ausbeutung der Natur ohne Nachhaltigkeit. Ein Legat der ehemaligen Kolinialherren, den Portugiesen.
Die Bauern in den Trockengebieten (Sertão) im Nordosten haben immer noch keine Alternative zur Verbrennung beim Anbau ihrer Felder, was zu 70% von Brasiliens verhältnismässig geringem CO2-Ausstosses führt.
Zwar fahren heute die meisten neueren Autos auch mit dem CO2 neutralem Alkohol. Doch die neuen "Flex-"Mehrkraftstoffautos (Benzin oder Alkohol) verbrauchen auch mehr Sprit (12L/100km, 1.6L Motor). In vielen Regionen wo der Alkoholpreis sehr hoch ist und es sich daher nicht lohnt Alkohol zu tanken, wird deshalb mehr Benzin verbraucht als vorher.
Die riesigen Zuckerrohrplantagen sind auch nicht nur umweltfreundlich. Da der Bedarf nach Alkohol ständig steigt, trägt er sogar zu Abholzung bei.
Die ökonomischen Dieselautos (wie in Europa) bleiben verboten. Man will ja die Zuckerrohrindustrie vor der Konkurrenz beschützen. Ausserdem ist das Diesel stark subventioniert, was nur der ausschliesslich Lastwagen fahrenden Transportbranche zu Gute kommen soll. Der umweltfreundliche Eisenbahntransport fristet ein Mauerblümchen dasein.
Wegen all dieser Mängel hat Brasilien auch nicht den ersten Paltz erhalten. Die ersten drei Plätze blieben nämlich unbesetzt, da kein einziges Land wirklich genug für den Klimaschutz tue.
Immerhin besteht eine reale Chance, dass Brasilien bald eine grüne Präsidentin haben wird.

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Brasil vs. Schweiz - Oder was es bedeutet in die "Heimat" zurück zu kehren - Teil 1

"Heimat", weil die Heimat für den Missionar immer weniger seine Heimat wird. Das Gastland nimmt mit jedem Jahr den Platz der Heimat ein.
Schreiende Stille
Das erste, was einen auffällt ist die schier "unerträgliche" Stille, vor allem in der Nacht...
... keine bellenden Hunde oder Hähne deren innere Uhr falsch gestellt ist
... keine Nachbarn deren behindertes Kind unablässig schreit und stöhnt, oder solche die laut Musik hören (das ganze Jahr die gleiche CD).
... keine Barmusik aus allen 4 Himmelsrichtungen
... kein Wind und rauschende Blätter (im Winter)
... keine laut aufheulenden Motoren und ratternden Motorräder (sogar die Autos scheinen in der Schweiz auf den Zehenspitzen zu schleichen)
... keine ständig offenen Fenster durch die die Geräusche ungehindert ins Haus dringen
... keine Grillen und andere Insekten, die das ständige Hintergrundgeräusch bilden

Wir haben uns zwar immer über den Lärm beklagt. Wenn man aber während 3 Jahren ständig mit Lärm konfrontiert wird, hat man sich so daran gewöhnt, dass man fast nicht mehr ohne kann.
Seit wir in der Schweiz sind habe ich das Gefühl, dass ich die Stille hören kann. Manchmal ist sie unerträglich laut (kann auch sein, dass ich einfach etwas Tinitus habe).
Wir Schweizer wissen gar nicht was wir für ein wertvolles Gut in der Stille haben. Die Stille lernt man erst richtig schätzen, wenn sie weg ist!

Samstag, 5. Dezember 2009

Besuch erwünscht - Neue Adresse

Wir haben eine geniale Wohnung hier in Aarwangen. Falls ihr mal Zeit habt, dann macht doch einen kurzen Besuch. Wir würden uns sehr freuen: