Dienstag, 31. Oktober 2006

Geräuschkulisse in Campinas

Ich möchte euch kurz beschreiben, was wir hier so hören, denn das ist mir als Schweizerin recht schnell aufgefallen.
In unserer Wohnung ist es verhältnismässig ruhig. Da wir fast im Zentrum wohnen und von Strassen umgeben sind, hören wir natürlich immer Autos und oft auch die noch lauteren Busse neben unserem Block vorbeifahren. Da es in Brasilien üblich ist, das man die Hupe benutzt, wenn man den Vortritt haben möchte, hört man öfters das Hupen eines Autos. In der Nacht auf den Sonntag, ist in regelmässigem Abstand von ca. 30 Minuten die Alarmanlage eines Autos bei uns in der Nähe losgegangen. Wenn die Fussballmanschaft dieser Stadt ein Tor schiesst, ist es normal, dass man aus Freude einen "1. August" Kracher abfeuert, egal um welche Zeit diese Tor geschossen wurde. Da die Wände unserer Wohnung nicht wirklich schalldicht gebaut wurden, hört man oft, was die Nachbarn so machen, da möchte ich nun nicht näher darauf eingehen. Ganz interessant sind auch die Vögel, die übersetzt etwa folgendes pfeiffen: Schön dich zu sehen, Schön dich zu sehen, ...!
Am Morgen oder Abend wird es unter den Bäumen schon mal ziemlich laut, wenn die vielen Insekten, die aussehen wie Riesenbienen (ca.6 cm lang, und total ungefährlich), ihren lauten konstanten hohen Ton von sich geben. Dieser Ton ist schwierig zu beschreiben, Simon findet es tönt wie eine Autosirenenkonzert, ich bin der Meinung es tönt, als würde der Wind über hunderte von Flaschenhälsen blasen, nur dass es bei diesen Viechern noch eine Runde schriller tönt. Grundsätzlich stört das eigentlich nicht, wenn sie nur nicht immer vom Baum pinkeln würden. Obwohl, es fühlt sich eigentlich an wie ein leichter Nieselregen, ganz angenehm, wenn man bedenkt, dass es hier über 30 Grad warm ist.

Montag, 30. Oktober 2006

Lula wiedergewählt

Der ehemalige Metallarbeiter Lula wurde im zweiten Wahlgan wiedergewählt:
Bericht NZZ: http://www.nzz.ch/2006/10/30/al/newzzETWFAUO5-12.html
Lula ist immer noch die Hoffnung der ganz armen. 11 Millionen der ärmsten Familien haben von den Subventionen des Staates in seiner Regierumg profitiert. Doch die Zeiten in denen die Armen eine übertrieben "Erlöser"-Hoffnung in Lula setzen sind vorbei. Die vielen Skandale und das magere Wirtschaftswachstum haben seinem Image geschadet. Doch die Menschen verschliessen die Augen vor der Korruption genauso, wie vor der Misere im eigenen Land.
Nun beten wir dafür, dass das brasilianische Volk seine Hoffnung in dem einen einzigen Erlöser wiederfindet: Jesus Christus. Seine Amtsperiode dauert schon seit 2000 Jahren, obwohl ich ihn erst vor 25 Jahren gewählt habe. Ich würde ihn sofort wieder wählen, doch das ist nicht nötig. Eigentlich hat er ja mich gewählt. Seine (Wahl-)Versprechen hält er ganz gewiss und unter seiner Regierung können wir frei werden von Skandalen.

Sonntag, 29. Oktober 2006

Alltag!?!

Liebe Freunde,
Heute Morgen sind wir mit Freunden in einer Presbiterianerkirche zum Gottesdienst gewesen und danach haben wir sie zum Mittagessen eingeladen. Nur so aus Interesse habe ich während dem Kochen ausgerechnet, wieviel wir für diese Mittagessen für 4 Personen bezahlt haben. Ich bin auf 6 Franken gekommen. Günstig nicht, vor allem wenn man bedenkt, dass wir pro Person zwei gute Rindplätzli, feinen Kartoffelauflauf und frischen Gurkensalat gegessen haben, und danach sogar noch Resten hatten. Wer also mal günstig essen will, muss uns einfach besuchen! Im Piauí soll es dann noch günstiger sein.
Jetzt haben wir Sonntagabend und Morgen fängt wieder eine neue Woche an, das heisst der Alltag fängt wieder an.
Auf der einen Seite ist es schon etwas Alltag, am Morgen aufstehen, morgenessen, evt. einkaufen oder putzen, Portugiesischaufgaben machen, E-mails schreiben, kochen... Am Nachmittag Schule, danach ausruhen (einen ganzen Nachmittag eine fremde Sprache sprechen, strengt noch etwas an!)... Am Abend evt. noch Aufgaben machen. Simon geht nun zwei Mal pro Woche am Abend ins Baptistenseminar, um sich dort das portugiesisch-theologische Vokabular anzueignen. Dann kehrt noch etwas mehr Alltag ein, denn als Pastorenfrau bin ich es eigentlich nicht gewohnt, dass mein Mann jeden Abend zu Hause ist! ;)
Auf der anderen Seite ist das Leben hier natürlich noch lange nicht Alltag. Vieles ist neu und ungewohnt und man braucht viel mehr Zeit etwas zu erledigen, was eigentlich ganz alltäglich wäre!
So, ihr hört wieder von uns!
Rahel

Freitag, 27. Oktober 2006

Ein Blick in unsere Welt von oben

Für alle die Google-Earth installiert haben könne diese kmz-Datei herunterladen und sie öffnen. Darauf seht ihr unser Block und den Standort der Sprachschule Interclass.
Alle anderen können über diesen Link auf maps.google.com gehen: http://maps.google.com/...
Unser Block ist genau in der Mitte des Bildes.
Clicke mit der Maus auf das Bild, um eine Vergrösserung zu sehen.

Donnerstag, 26. Oktober 2006

Bilder unserer Wohnung

Jetzt da wir uns in unserer Wohnung eingerichtet haben, können wir euch Bilder zeigen.
Du kannst auch einen kurzen Film hier herunterladen (7,4 MB).
Unser Wohnzimmer:
Unser Esszimmer:Unser Schlafzimmer:

Montag, 23. Oktober 2006

Wahlkampf in Brasilien

Im Moment herrscht gerade Wahlkampf in Brasilien. Wo man nur hinschaut, sieht man Werbeplakate, wo man nur hingeht spricht man über die Wahlen. Es ist als wäre die Weltmeisterschaft im eigenen Land. Gestern bin ich einer mehrere Km langen vierspurigen Ausfahrtstrasse von Campinas entlang gelaufen, die links und rechts und in der Mitte gesäumt war von 100ten von Freiwilligen, die Lula-Fahnen schwangen.

Am 29. Oktober findet der zweite Wahlgang statt. Eigentlich hatten die Wahlumfragen einen Sieg des amtierende linksgerichtete Präsident Lula bereits im ersten Wahlgang prognostiziert. Doch wenige Tage vor der Wahl wurde ein Skandal der Arbeiterpartei, Lulas Basispartei, aufgedeckt. Mitglieder hatten versucht für mehrer Millionen US$ Insiderinformationen über einen Gegenkandidaten zum Gouverneursamt im Staat São Paulo zu erlangen. Der Skandal war in der Öffentlichkeit gar nicht wahrgenommen worden, bis wenige Tage vor der Wahl ein Bild mit dem Pallett voller Geld in allen Kanälen und Zeitungen gezeigt wurde. Diese eine Bild kippte die Stimmung und beeinflusste die Wahl nachhaltig. Der Ausgang des zweiten Wahlgangs ist nun völlig offen.

Lulas Gegenkandidat, der sozialdemokratische Geraldo Alckmin, beharrt darauf, dass die Herkunft der Millionen aufgedeckt werden. Es wäre nicht der erste Skandal in Lulas Umfeld. Bereits im letzten Jahr erlitt sein Popularitätshoch einen Knicks, als Mitarbeiter und Minister im engsten Kreis des Präsidenten der Korruption überführt wurden. Sie bezahlten käufliche Politiker, um Abstimmungen im Parlament zu ihren Gunsten zu manipulieren. Nur der Präsident selbst, konnte nicht überführt werden.

Doch der Herausforderer Alckmin durfte aus diesem Skandal für die Wahlen keinen Profit schlagen, denn die systematischen Manipulationen hatten bereits während der Präsidentschaft des ebenfalls sozialdemokratischen Fernando Henrique Cardoso begonnen, des Vorgängers Lulas.

Nun bleibt dem brasilianischen Volk wieder nur die Wahl des besseren Übels.

Über politische Programme wird kaum diskutiert, denn beide versuchen einen sozialen neoliberalen Weg zu gehen. Im Vordergrund stehen die Glaubwürdigkeit und Popularität der Kandidaten.

Montag, 16. Oktober 2006

Eingezogen

Am Freitag sind wir aus unseren Ferien in Ubatuba zurück gekehrt. Wir hatten in den ganzen 7 Tagen nur einen halben Tag, an dem die Sonne schien. Doch das reichte schon, um einen leichten Sonnenbrand zu holen. Trotz allem haben wir die Zeit genossen und konnten uns ausruhen.
Seit Freitag wohnen wir nun in unserer schönen neuen Wohnung. Leider haben wir noch keinen eigenen Internetanschluss, weshalb die Kommunikation noch etwas behäbig ist. Aber das kommt auch noch in den nächsten Wochen.
Samstag war Einkaufstag: Bügeleisen, Bettdecke, Verlängerunskabel, Doppelstecker, Transformator (in Campinas kommt der Stromm 110V aus der Steckdose), usw.
Im Supermarkt mussten wir uns mit den neuen Produkten anfreunden. Es fehlt uns noch an Einkaufserfahrung -was ist billig und gut, was kauft man eher teuer ein, wie steht man bei der Schlange an - weshalb der Einkauf länger dauert, als in der Schweiz. Doch nun haben wir uns schon ziemlich häuslich eingerichtet.
Vielen Dank für eure Unterstützung und Gebete in dieser Phase des Einlebens.
Simon und Rahel

Samstag, 7. Oktober 2006

In den Ferien

Am Donnerstag konnten wir den Vertrag für unsere Wohnung unterschreiben. Eigentlich wollten wir um 15:00 mit einem Mietwagen in die Ferien nach Ubatuba fahren.
Doch das ganze Prozedere hat viel mehr Zeit gekostet. Es wurde 19:30 bis wir uns auf den Weg machen konnten. Auf der 4stündigen Reise (das erste mal auf brasilianischen Strassen) lief alles gut.
Nun sind wir hier und geniessen die paradiesischen Strände bei 20° und Regen. Es wäre hier noch schöner, wenn sich die Sonne mal zeigen würde. :)

Mittwoch, 4. Oktober 2006

Wohnung zum Greifen nahe

Seit unserer Ankunft am Montagmorgen wohnen wir bei Familie Schwarz in einer kleinen 3 Zimmerwohnung. Es ist sehr eng, aber wir sind dankbar, dass wir irgendwo bleiben dürfen.
Den ganzen Montag und gestern Dienstag waren auf der Suche nach einer Wohnung. Gestern haben wir dann eine Wohnung ganz in der Nähe der Sprachschule gefunden. Natürlich gibt es nun viele Formalitäten zu erledigen, bis wir einziehen können. Betet mit uns, dass wir und die Besitzerin sie schnell und unkompliziert erledigen können, damit wir bald einziehen dürfen.
Am Donnerstag möchten wir gerne in die Ferien fahren.

Gut angekommen

Liebe Freunde und Beter,
Wir sind gut in Campinas angekommen. Gott hat uns wirklich auf der ganze Reise wunderbar geführt.
1. Beim Check-In ging alles glatt. Unsere Koffer waren nur 100g-6oog unter den erlaubten 32kg.
Sogar das Handgepäck liess die Check-In-Dame durchgehen, ob wohl es 5kg zu schwer war
2. Der Flug lief ganz ohne Probleme. Keine Verspätungen, keine Ausfälle, keine Schwierigkeiten.
3. Bei der Einreise am Zoll hatten wir erwartet, dass sie unser Koffer und Taschen auseinander nehmen. Doch die Zollbeamten liessen uns einfach durch.
4. Nachdem wir 2h im Bus von São Paulo nach Campinas unterwegs waren, empfingen uns Christoph Schwarz und Pierre (Schulleiter) an der Bushaltestelle.

Einzig die Taschen und Koffer haben gelitten. Ein neuer Koffer ist beim Förderband aufgerissen. Zwei Taschen sind leicht aufgerissen. Wir sind aber dankbar, dass wir dadurch nichts verloren haben und nichts gestohlen wurde!