Mittwoch, 31. Dezember 2008

Wo der Schwanz wedelt, da ist mein Zuhause!

Wir haben unseren Hund "Pretinha" schnell in unsere Familie eingeschlossen. Um so grösser war die Enttäuschung als er am 23. Dez. verloren ging. Die Leute machten uns wenig Hoffnungen, dass er wieder gefunden würde. Einen solch kleinen schönen Hund würde jeder behalten, sagten sie.Wir dachten schon, dass es die traurigsten Weihnachten werden, die wir je erlebt hatten: Weit weg von zu Hause in der Hitze, wo kaum weihnachtliche Stimmung aufkommt, und nun noch dies!Trotzdem hingen wir einige Plakate auf und beteten Gott möge irgendwie den Hund zurückbringen. Am 24. brachte eine Frau den kleinen Hund wieder nach Hause. Sie hatte über Umwege von den Plakaten gehört. Sie kannte nur die Strasse aber nicht das Haus in dem wir wohnten. Sie klingelte einfach beim Haus, vor dem Pretinha mit dem Schwanz zu wedeln begann: unser Haus! Die Freude war riesig. Besonders bei Eliana. Sie liebt ihn über alles! Für uns alle war dies das schönste Weihnachtsgeschenk und wir Danken Gott dafür!
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Montag, 29. Dezember 2008

10 Tips für's Fahren auf schlechten Strassen in Brasilien


1. Höchstes Gebot: Du musst wissen wo deine Räder sind!
Selten wirst du mit dem ganzen Auto ein Loch umfahren können. Du musst dann eher den Weg des geringsten Schadens deiner Räder kennen. Mit der richtigen Linienwahl und gutem Zielen kommt man mit gutem Tempo unbeschadet mitten durch die Löcher hindurch.
2. Auf der Gegenfahrbahn fährt sich's immer besser...
Ähnlich wie das Gras des Nachbarn... dort ist der Asphalt einfach schöner. Aber Achtung auf die entgegenkommenden Fahrzeuge: Sie könnten dieselbe Idee haben!
3. Wenn gar nichts mehr nützt, dann gibt es noch den Randstreifen
Der ist meist nicht asphaltiert und im Schotter gibt es weniger Schlaglöcher. Doch aufpassen beim wieder auffahren auf die Piste: Die Absätze können hoch sein, besonders wenn viele Lastewagen denselben Umweg über den Schotter gefahren sind.
4. Die Strecke kennenlernen
Mit etwas Orientierungssinn und Erinnerrungsvermögen wirst du die schlechtesten Stellen auf dem Hinweg kennen lernen. Schaue deshalb nicht nur auf deine Spur sondern studiere deinen Rückweg auf der Gegenfahrbahn. Doch auch hier musst du eines Wissen: ein einziger starker Regen, kann böse Überraschungen hervorbringen und die "Löcherlandschaft" auf einen Schlag verändern.
5. Im Falles eines Reinfalls... in ein Schlagloch
Mache bei hoher Geschwindigkeit nur leicht Ausweichmanöver. Weiche so aus, dass du mindestens noch einige Zentimeter deines Reifens auf der unbeschädigten Piste hälst, dann passiert (fast) nichts. Bremse VOR dem Loch, jedoch nie IN dem Loch: Das multipliziert den Schaden! Meist ist es besser im Notfall mit Geschwindigkeit über ein Loch zu segeln als mit blockierten Rädern hinein zu rasslen.
6. Bei 130km kommt die Federung nicht nach
Löcher entstehen wegen den Lastwagen die 80 fahren und haben bei dieser Geschwindigkeit die verheerendsten Auswirkungen. Fahre über kleinere Löcher schneller, also um einiges schneller als 80, oder um einiges langsamer als 80. Ersteres auf eigenes Risiko!
7. Überholen nur nach Sichtkontakt
Sei dir beim Überholen eines Lastwagens sicher, dass er dich gesehen hat, weil er sonst weiter Schlangen fährt um den Löcher auszuweichen. Verschaffe dir während des Überholens durch lautes Hupen Gehör sonst wirst du von 60Tonnen überrollt!
8. Lebende Hindernisse
Kühe: Sind sehr träge, hören auf Hupen und gehen aus dem Weg. Doch das Zussammentreffen mit einer Kuh kann zum Tod sämtlicher Mitfahrer führen.
Esel: Noch träger, hört überhaupt nie auf Hupen, macht immer was er will, am gefährlichsten: Traue nie einem Esel! Du musst ihn respektieren und immer weit umfahren!
Ziegen und Hunde: Flink, hören auf Hupen, kann man im Notfall überfahren, mittelschwere Schäden am Auto.
9. Lombadas
Da Geschwindikeitsbegrenzungen in Brasilien nichts nützen werden nahe Wohngebieten "Lombadas" (Strassenschwellen) zur Geschwinigkeitsregulierung gebaut. Achtung: Die meisten kommen ohne Vorwahrnung!
10. Beten
Manchmal hilft nur noch beten! Uns hat es schon oft geholfen!

Samstag, 27. Dezember 2008

Ein besonderer Adventskalender

Dieses Jahr haben wir einen ganz besonderen Adventskalender erhalten. Für jeden Adventstag erhielten wir einen Brief von Mitgliedern der FEG Bern. Fast alle Briefe sind angekommen, die meisten sogar zur richtigen Zeit.
Die persönlichen Briefe haben uns sehr ermutigt und manchmal tief bewegt. Sie gaben uns einen Einblick in den Alltag der Gemeindeglieder die uns in der Schweiz im Gebet und auch finanziell unterstützen. Wir danken allen, die bei dieser Aktion mitgemacht haben!
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Donnerstag, 18. Dezember 2008

Weg, von den Drogen!

Auch in unserem Quartier werden Drogen gehandelt, obwohl es als eines der Quartiere gilt mit am wenigsten Kriminalität. Scheinbar wohnen in der Strasse unserer Gemeinde gleich mehrere Drogenhändler. Was uns am meisten besorgt ist, dass sehr harte Drogen, insbesonderer "Crack" gehandelt werden.
Frau Militana, ein Mitglied unserer Gemeinde hatte die Folgen der Drogensucht in ihrem Haus erlebt. Ihr Sohn wurde abhängig und begann alles was irgend einen Wert hatte zu verkaufen. Als er dann ihre wertvollen über viele Jahre gesammelten Bettdecken verkauft hatte, war das Fass voll. Sie musste ihren eigenen Sohn anzeigen!
Schliesslich konnten wir Hussi (eigentlich Rosemberge) gemeinsam überzeugen, dass es so nicht weitergehen könne, weil er nicht nur dran war sein Leben sondern auch das seiner Mutter und seines 1 jährigen Sohnes zu zerstören. Nach langem hin und her entschied er sich für einen Entzug in einer Christlichen Institution (Teen-Challange) in einer Stadt ca. 1200km entfernt. Ich (Simon) brachte ihn und seine Mutter zum Busbahnhof.
Nun ist Hussi erst eine Woche im dort und hatte schon oft den Gedanken auf zu geben. Wir beten dass er 9 Monate durchhält und wirklich frei werden kann.
Gestern haben wir Militana wieder besucht. Sie ist erleichtert. Wegen ihrer tiefen Sorgen hatte sie unter Depressionen, Kopfschmerzen, Magenbeschwerden und ständiger Schlaflosigkeit gelitten. Nun geht es ihr viel besser.

Montag, 8. Dezember 2008

Zuwachs in der Familie

Seit Freitag haben wir einen kleinen Hund. Er ist bereits Elianas bester Freund. Ich denke kaum, dass das arme Tier ihre Gefühle teilt ( ;
Sollte eigentlich auf den Namen "Pretinha" (übersetzt: Schwarzli) hören, was er aber noch nicht tut. Er ist auch nur 1 Monat alt und ist gar kein Er sondern eine Sie. Der Vater ist ein Rassenhund und die Mutter eine "Vira-Lata" (übers. "Büchsenumdreher"), d.h. eine Strassen Mischung.

Montag, 1. Dezember 2008

Positiver Wachstumstrend!

Gestern im Gottesdienst hat sich Adenora für Jesus entschieden. PTL! Wir glauben, dass Gott gleich in zweierlei Hinsicht am Werk ist:
1. Es ist schon eine Weile her, seit jemand sich für Jesus entschieden hat. Doch meist gewinnen dann andere den Mut ebenfalls eine Entscheidung zu treffen. Gottesdienste und Kleingruppentreffen im Haus der Neubekehrten geben uns neuen Zugang zu Menschen, die das Evangelium noch nie gehört haben.
2. Adenora ist die Schwester unserer Gastgeberin "Marias das Dores" in Boi Laranjo. Die Leute die in die Stadt gezogen sind, sind immer offener und mutiger eine grosse Veränderung in ihrem Leben zu zu lassen, als ihre Verwandten, welche noch im Innland leben. Doch die Städter gelten oft für die Innländer als Vorbilder. Wir hoffen nun dass einige Familienmitglieder in Boi Laranjo Adenoras Beispiel folgen werden.

Samstag, 29. November 2008

Negativer Gemeindewachstum

Auch im Missionarsleben gibt es nicht nur Hochs, sondern auch immer wieder Tiefs. Im Moment beschäftigt uns sehr, dass unsere kleine Gemeinde fast eher eine negative als eine positive Wachstumsrate hat. In den letzten Monaten haben sich keine Leute mehr bekehrt, bald gehen die Studenten während der Ferienzeit wieder nach Hause und die übriggebliebenen Gemeindemitglieder wirken eher unmotiviert und sind mit vielen Alltagssorgen und Arbeit total überlastet, so dass sie manchmal gar nicht in den Gottesdienst kommen. Das bedeutet für uns immer wieder diese Leute zu besuchen, mit ihnen zu reden, sie zu ermutigen und ihre Sorgen vor Gott zu bringen. Nicht immer einfach, da auch wir seit dem Weggang von Cleber und Rivalda, dem brasilianischen Pastorenehepaar, sehr viel zu tun haben und so auch manchmal unter Motivationsmangel leiden. In Psalm 23 sagt David, dass Gott uns auch durch dunkle Täler führt. Das haben wir schon oft erlebt, aber wir haben auch erlebt, wie wir danach gestärkt wieder auf den grünen Wiesen ausruhen durften. Das wünsche ich mir so sehr für die kleine Gemeinde hier in Floriano, dass sie bald gestärkt aus dem dunklen Tal heraufkommen kann.

Donnerstag, 27. November 2008

Strom von Gott

Am letzten Freitag waren wir wieder in Boi Laranjo. Diesmal wollten wir den Jesusfilm zeigen. Eigentlich wollte Rahel mit Eliana zum ersten Mal mitfahren. Doch weil Eliana krank wurde, mussten wir dies auf das nächste Mal verschieben.
Auf dem langen beschwerlichen Weg dorthin sind wir diesmal nicht Stecken geblieben, weil der Regen den Sand fest gemacht hatte. Railan, unser Gitarrist an diesem Abend, musste sich aber wegen meiner Fahrweise und den vielen Löcher aus dem Fenster lehnend übergeben. Naja, das Auto war so oder so ganz schmutzig von den Schlammlöchern.
Als wir dort ankamen erfuhren wir, dass Alcides, der für den Strom verantwortlich ist, in Teresina ist. Ausserdem wolle er uns den Strom aus unerklärlichen Gründen nicht mehr geben.
Wir bereiteten uns schon auf eine Entschuldigungsrede für die vielen Leut, die zu diesem speziellen Event gekommen waren, vor und begannen einen improvisierten Gottesdienst mit Zeugnissen.
Plötzlich rief mich Paulinho, unser Gastgeber, von der Bühne runter. Er habe nun einige Männer geschickt um das Kabel aus dem Haus von Alcides zu "holen" und um es bis zum Gottesdienstlokal zu montieren. Schnell baute ich nebenan die Projektionsgeräte auf. Als ich dann den Projektor anschaltete, wolle niemand mehr dem Zeugnis von Marinaldo zuhören. Alle nahmen ihre Stühle und sassen vor das Nachbarhaus, an dessen weisse Wand der Film projiziert wurde.
Der Jesus Film hat die Menschen tief bewegt. Am Ende forderte im Film ein Kind die Leute auf ihre Leben Jesus zu übergeben. Wir beten, dass einige im Sitllen dieser Aufforderung nachgekommen sind.

Montag, 24. November 2008

Serie: Drei "Wahl"-geschichten - Teil 3

Isabel ist 22 jahre alt und studiert Pädagogik und Sprachen an der Universität. Ihr Vater ist Prediger in der Gemeinde in Canto do Buriti. Ihre Familie ist mausarm (Lohn des Vaters ca. SFr. 300.-) und sie hat keinen Job gefunden, um neben dem Studium etwas zu verdienen. Doch von einem Tag auf den anderen hat sich alles verändert!
Ihr ambitionierter Bruder hat in Cristino Castro ca. 300km von Floriano entfernt die Wahl gewonnen.
Ausserdem hat der Vorgänger in der Gewissheit des Sieges als letzte Amtshandlung den Gemeindepräsidenten Lohn von 8000.- auf 12'000 Reais angehoben (ca. SFr. 8'000.-).
Zuerst erzählte Isabel uns sie werde das Bildungsministerium übernehmen. Doch weil es seit deisem Jahr ein neues Gesetz gegen den Nepotismus (Väterliwirtschaft) gibt musste sie diesen Traum schnell aufgeben. Stattdessen habe ich gestern gehört, dass sie hier in Floriano an einer, man höre und staune, teuren Privatuniversität Ernährungsberatung studieren wird.
Schon jetzt sieht man die Auswirkungen der tiefgreifenden Veränderung in Isabel Leben: neue Kleider, neue Digitalkamera, neue Natel usw.
Obwohl alle Geschwister als gläubig gelten, ist ihr frisch gewählter Bruder immer eigenen Wege gegangen. Wir hoffen nun dass er im schmutzigen Geschäft der Politik eine gute Figur als "Christ" machen kann!

Donnerstag, 20. November 2008

Serie: Drei "Wahl"-geschichten - Teil 2

Bebel ist 33 jahre alt, verheiratet und hat zwei Jungs. Er ist ein äusserst gastfreundlicher und guter Mensch. In Floriano hat er ein kleines Warengeschäft uns ist überall gern gesehen. Ausserdem fungiert er hier als "Vertreter" für alle Belangen seiner Heimatstadt "Pavussu" ca. 150km von Floriano entfernt. Er fährt Kranke ins Spital, beherbergt deren Verwandten im Haus und erledigt Geschäfte in der Stadt im Namen des Gemeindepräsidenten von Pavussu. Früher war er auch schon Politiker gewesen, wurde aber von seiner Partei nicht mehr zu Wahl aufgeboten, weil er für den Gemeindepräsidenten von der Gegen-Partei arbeitet.
Während den Wahlen hat nun Bebel auf seinen eigenen Namen Geschäfte für den Gemeindepräsidenten gemacht im Wert von 18'000 Reais (ca. SFr 10'000.-). Dies mit der tiefen Gewissheit, dass der Gemeindepräsident die Wahl gewinnen würde und ihm danach alles zurück geben würde. Selbst bei einer Niederlage könnte der Gemeindepräsident von den laufenden Gemeindegeldern bis Januar die Schulden bei Bebel begleichen (was hier wohl einfach so möglich ist!!!). Doch das Unmögliche geschah:
Der Gemeindepräsident hat die Wahlen um 27 Stimmen verloren. Ausserdem wurde er seines Amtes enthoben, weil er in den Wahlmonaten keine Löhne an Lehrer und Gemeindebeamten bezahlt hatte. Nun ist der Vizegemeindepräsident an der Macht, der von Bebels Schulden nichts weiss, und nichts wissen darf.
Der amtsenthobene Gemeindepräsident hat versprochen, dass er seine Fazenda verkaufen werde, um damit seine Schulden zu begleichen. Doch Versprechungen gelten hier eher als "Ver-sprecher"!

Mittwoch, 19. November 2008

Serie: Drei "Wahl"-geschichten - Teil 1

Praktisch alle die ich kenne sind sehr glücklich mit dem Wahlausgang. Der Gemeindepräsident (Joel) von Floriano wurden wiedergewählt und sein ärgster Konkurrent (Gilberto) hat überraschend viele Stimmen gewonnen. Eine gute Basis, um bei den nächsten Wahlen zu gewinnen. Weil er aber seine Wahl-Buchhaltung nicht rechtzeitig einreichen konnte, wurden alle seine Stimmen (12'000) vom Wahlrichteramt als ungültig erklärt.
Die Wahlen rufen viele interessante Geschichten hervor, von denen ich drei in den nächsten Tagen erzählen möchte:

Theresa ist 23jährig und arbeitet 3 Mal wöchtentlich morgens bei uns als Haushaltshilfe. Sie wohnt zwar in Floriano und hat hier sogar als Wahlhelfrin für den wiedergewählten Gemeindepräsidenten gearbeitet, wählen tut sie aber in ihrer Heimatstadt Nazaré ca. 60km von Floriano. Dort hat ihr Grossvater neben der aller anderen Familienmitglieder auch ihre Stimme verkauft, diesmal an den richtigen Kanditen, den Gewinner!
Sie hatte uns vergewisserte, dass sie sich frei gefühlt habe den Kandidaten zu wählen, den sie wolle. Dennoch hielt sie sich an die Vorgaben des Familienoberhauptes.
Überglücklich erzählte sie uns, dass ihr Onkel auch noch als Gemeindrat gewählt wurde. Er habe ihr ab Januaar eine Stelle als Lehrerin versprochen.
Nun muss man wissen, dass Theresa die Mittelschule noch nicht beendet hat und keinerlei pädagogische Ausbildung besitzt. Eigentlich ist es auch gar nicht möglich eine solche Stelle zu erhalten, da ein öffentlicher Wettbewerb, ein sogenannter "Concurso" stattfinden müsste, wo nur die Besten mit Uniabschluss angenommen werden. Doch das Gesetz selbst welches den gerechten Aufnahmewettbewerb fördern sollte, lässt einen "alternativen" Weg offen: bereits im Amt stehende Lehrerinnen erhalten pro Amstjahr 20 Punkte bei der Aufnahmeprüfung gut geschrieben. Ihre Chancen unter den besten zu stehen erhöhen sich damit erheblich.
In Theresas Fall erhielte sie wohl temporär eine Stelle als Lehrerin. Der "Concurso" für die neu geschaffene Stelle würde so lange wie möglich hinausgeschoben werden, womit auch die Chancen Theresas als amtierende Lehrerinnen mit jedem Jahr stiegen.
Gestern aber sagte sie uns, dass sie auch ab Jaunar weiter bei uns arbeiten werde. Wahrscheinlich hat ihr ihr Onkel zu viel versprochen!

Samstag, 15. November 2008

Elianas 1. Geburtstag

Fotoalbum: Geburtag von Eliana
Am Montag wurde Eliana 1 Jahr alt. Den Geburtstag haben wir aber schon am Sonntag gefeiert. Es waren viele Kinder und einige Erwachsene eingeladen. Eliana musste leider an ihrem Geburtstagsfest viel weinen. Wahrscheinlich war ihr der ganze Trubel etwas zu viel.

Mittwoch, 5. November 2008

Billy Graham bei uns!

Am Donnerstag, Freitag und Samstag werden wir einen evangelistischen Event mit Billy Graham veranstalten. Natürlich wird er selbst nicht anwesend sein. In ganz Brasilien wird an diesen Abenden über den drittgrössten TV-Sender (Band) ein evangelistisches Programm ausgestrahlt.
Wir haben kräftig eingeladen und hoffen, dass unsere Freunde kommen um die Frohe Botschaft zu hören oder durch das Interview mit Fussballspieler und bekennendem Christ Kaká animiert werden, Gott näher zu kommen.

Freitag, 31. Oktober 2008

Knapp an einer Katastrophe vorbei geschrammt

Fotoalbum: Reparatur Bau
Am Montag sah es noch aus als wenn wir den ganzen Neubau verlieren könnten. Gott sei dank ist es nicht so weit gekommen!
Als wir von Campinas zurückgekehrt waren, bemerkte ich wie das Dach des Kirchenneubaus auffällig tief durchhängt. Mit Schrecken musste ich feststellen, dass sich die Dachträgerkonstruktion an einer entscheidenden Stelle gelöst hatte, nämlich an den Enden (der Leim und die Schrauben konntem dem Druck und den Temperaturen im Piauí nicht standhalten). Die dreieckigen Träger würden sich immer weiter öffnen und jederzeit könnte das ganze Gebäude implodieren.
Alle Ziegel musste so schnell als möglich vom Dach! Gott hat es so geführt dass ich 4 Tagelöhner finden konnte, obwohl es in der Stadt an Arbeitern fehlt, weil wieder überall gebaut wird. Am Dienstag nachmittag konnten wir mit der Hilfe vieler freiwilliger Helfer der Gemeinde fast das ganze Dach abdecken.
Die beiden Missionare mit breiter Erfahrung auf dem Bau Thomas Leu und Martin Baumann kamen am Dienstagabend notfallmässig hier her. Am gleichen Tag noch analysierten wir die Lage und suchten nach Lösungen.
Wir beteten zum ersten Mal dass es NICHT regnen würde, denn das hätte eine Katastrophe zur Folge.
Am Mittwoch konnten wir innerhalb eines Tages alle Träger reparieren, wieder an Ort und Stelle hieven und mit dicken Schrauben festmachen. Am Morgen regnete es einmal kurz. Noch während den Reparaturarbeiten, begann ein Träger zu reissen und drohte einzustürzen, doch wir konnten ihn noch rechtzeitig stützen.
Am Nachmittag und am Donnerstag durften wir die ganze Arbeit mit den Ziegel wieder rückgängig machen, d.h. alles wieder hoch. Am Do. abend um 19:00 waren wir schliesslich fertig.
Ich bin überzeugt, dass wir in letzter Minute gehandelt haben. Während des Deckens am Donnerstag als alles schon repariert war, hat es dann richtig fest geregnet. Nun waren wir dankbar für die Abkühlung bei ca. 40° im Schatten.
Gott hat uns wirklich vor grösserem Unglück bewahrt und sein Timing für alles ist perfekt! PTL

Freitag, 24. Oktober 2008

Eliana läuft

Seit letzter Woche läuft Eliana. Sie hat auch schon den Mut weite Distanzen zurück zu legen. Gott hat uns mit ihr ein riesiges Geschenk gegeben.

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Bilder des aktuellen Baustands

3. Bau Phase

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Nationaler Missonskongress


Am Dienstag sind wir aus Campinas zurück gekehrt. Der Rückflug verlief ohne jegliche (hier üblichen) Probleme.
Der Missionskongress in Águas de Lindoia war sehr ermutigend für uns. Wir haben viele neue Impulse erhalten.
Einfach nur zu sehen wie viele Kirchen in Brasilien aufwachen und die Weltmission zuoberst auf die Prioritätenliste schreiben ist bewegend. Auch der unerreichte Nordosten wird unter den Gemeinden im Süden ein Thema. Doch es scheint immer noch einfacher Missionare nach Übersee zu senden, als in abgelegene Teile des eigenen Landes. In Apostelgesichte 1.8 heisst es gemäss der wortgenauen Elberfelderübersetzung, dass wir seine Zeugen sein werden, "sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde." Bereits Jesus wies seine Jünger darauf hin, dass das Evangelium genaus so wie in der Stadt auch im Innland gepredigt werden sollte. Von diesem "sowohl als auch" ist Brasilien nocht weit entfernt! Dies gilt überigens auch für unsere Innerschweiz!
Der nächste Missionskongress in drei Jahren wird in Recife stattfinden. Dann wird der Nordosten sicher zum Hauptthema werden!

Dienstag, 7. Oktober 2008

Zurück in Campinas

Wir sind gut im regnerischen Campinas angekommen. Wir wurden von der Gemeinde hier, wo wir vor einem Jahr das Praktikum absolvierten, ganz herlich empfangen. Hier ist es halb so warm wie im Piauí und sehr regnerisch. Wir werden in einigen Kleingruppen über unsere Arbeit informieren können. Es tut uns gut die alten Freunde wieder zu sehen.

Dienstag, 30. September 2008

Die Rollen der Kirchen im Wahlkampf

Die grossen Kirchen mischen im Wahlkampf kräftig mit. Die Pfingstler wäheln José Leão, weil dieser ein persönlicher Freund ihres Hauptpastors ist. Auch die Universalkirche (Wohlstandsevangelium) wird ihn wählen wollen, weil dieser die Partei vertritt, die ihre Kirche aufgekauft hat (neben dem zweitgrössten Fernsehsender). Die Mitglieder einer grossen Neupfinpstlergemeinde (Quadrangular) werden Joel der Arbeiterpartei wählen, weil deren Schwester und Frau dort Mitglieder sind. Er selber bezeichnet sich als strenger Katholik. Mann katholisch und Frau evangelisch ist so oder so die beste Kombination, womit sich am meisten Stimmen gewinnen lässt.
Viele Katholiken werden aber Gilberto Junior wählen, der für die Partei PMDB in den Wahlkampf geht. PMDB ist die Partei, die aus den früheren verfolgten Gegnern der Militärdiktatur hervorgegangen ist. Die Kirche hatte die Diktatur immer bekämpft.
Als kleine Gemeinde in Floriano bevorzugen wir neutral zu bleiben und uns nicht in politische Diskussionen zu verwickeln. Damit kann man sich viel Ärger ersparen.

Samstag, 27. September 2008

"Der Sieger gewinnt!"

"Der Sieger gewinnt die Wahl" scheint ein sinnloser Satz zu sein. Hier aber nicht!
Der Brasilianer hat eine Heidenagst davor auf der Verliererseite zu stehen.
Das erschwert die Arbeit der Wahlprognostiker, die im Nachhinein oft daneben liegen. Ein Kandidat der zu Beginn des Wahlkampfes gut im Rennen zu stehen scheint, kann am Ende als grosser Verlierer ausschauen. Denn die Stimmung wird mit dem Näherkommen des Wahltermins immer labibler. Alle wollen am Ende den Sieger gewählt haben.
Deshalb wird im Wahlkampf ein grosser Wert auf das Sieger-Image gelegt:
"XY ist schon gewählt, du musst nur noch für ihn stimmen!" Klingt es aus den überdimensionierten Lautsprechern eines Pickups eines Gemeinderatskandidaten.
"Prefeito sowieso führt" verkündet der Kandidat, der wegen seiner 3 unfruchtbaren Amtsperioden keine Aussichten auf einen Sieg haben kann.
Der amtierende Gemeindepräsident (Joel, Bild), der gerne noch eine Amtsperiode anhängen möchte lässt verlauten: "Die Stimme des Volkes, ist die Stimme Gottes: Es wird wieder Joel sein!"

Dienstag, 23. September 2008

Unglaublich aber wahr: Es regnet!

Halleluja! Der Herr ist gnädig! Es regnet mitten in der Trockenheit und Hitze! Seit April hat es nicht mehr geregnet!

Temperaturen steigen und steigen


Man muss nur auf die Wettervoraussage im unteren rechten Bereich unseres Blogs schauen um zu merken, dass hier die Temperatur infernalisches Niveau erreicht hat (39°). Der Volksmund sagt, dass Gott die Menschen zuerst in den Piauí ins Praktikum schickt, bevor sie in die Hölle kommen. Was haben wir getan, dass wir das verdient haben?
Oder wo kommen wir noch hin, wenn das nur das Praktikum sein soll?

Um dieses Hitze auszuhalten laufen wir in Badehose/Bikini rum und duschen uns alle par Minuten ab ohne ab zu trocknen. Für die Siesta legt man sich nass in die nasse Hängematte.

Freitag, 19. September 2008

Wie man die Wahlen gewinnt - Teil 3

"Die Demokratie in Brasilien währt eben erst seit 18 Jahren" war die Begründung eines befreundeten Anwalts, auf meine Frage, warum denn die Korruption immer noch so verbreitet sei. Man dürfe Brasiliens Politik deshalb nicht mit den jahrhundertalten Demokratien Europas vergleichen.
Die Wahrheit über die Wahlen ist, dass viele Politische Positionen mit gekauft Stimmen gewonnen werden. Dabei müssen die Kandidaten oft nicht einmal die Stimmberechtigten zum Verkauf ihrer Stimmen überzeugen. Viele arme Leute rennen den Kandidaten nach und bieten ihre Stimme gar dem meist bietenden an. Eine Lehmladung da, ein paar Zementsäcke dort eine Busreise oder sonst ein Gefallen hier. Nicht selten, inbesondere in kleinen Innlanddörfer, wo jede Stimme zählt, wird auch in Bares bezahlt.
In Miguel Alves am JUVEP Einsatz haben Teilnehmer während den Hausbesuchen Kandidaten inflagranti beim Geldverteilen erwischt.
Bezahlungen werden insbesondere an Familienoberhäupter gemacht. Ihr Grossvater erhalte bei jeder Wahl mehrere Tausend Reais für seine und für die Stimmen seiner 12 Kinder mit an die hundert Kindeskinder, sagt Teresa unsere Haushaltshilfe.
Am Jugendkongress in Piracuruca vor 3 Wochen sagte mir der Jugendleiter, sein Grossvater habe seine Stimmen an den "Falschen" verkauft. Er werde sich nicht an die Familiendirektiven halten, denn der "Falsche" sei ein Gemeindepräsident, der sich zum vierten mal in Folgen wählen lasse, was eigentlich nicht möglich sein dürfte (gesetzlich nur eine Wiederwahl). Auf den Werbeplakaten steht einfach der Name seiner Frau. Doch alle wissen, dass er gemeint ist. Er habe gar ein eigenes Büro auf der Gemeindeverwaltung.
Stimmenfangen ist eine lukratives Geschäft. Ein einfacher Gemeinderatskandidat gibt ca. SFr 20'000.- damit er gewählt wird. Doch selbst ein "Verlierer" kann mit seinen gewonnen/gekauften Stimmen ein grosses Geschäft machen. In zwei Jahren finden wieder Waheln statt. Dann kommt der Gouverneurskandidat persönlich, um dem "Verlierer" seine Stimmen abzukaufen. Da es dann um die prestigeträchtige Präsidentschafts-, Parlaments- und Gouverneurswahlen geht, wird er seine "Verluste" bei weitem wettmachen.
Natürlich ist der Stimmenkauf strengstens verboten und dank Überwachung und Sensibilisierungs der Bevölkerung schwieriger geworden. Doch wenn es um so wichtige Dinge geht wie Macht und Geld, dann findet der Brasilianer immer ein "Jeitinho" (ein Weglein, eine kleine Lösung, ein Kniff).

Mittwoch, 17. September 2008

Neu: Pray for Reiflers

Lesen sie die aktuellsten Gebetsanliegen auf dem neuen Blog: www.pray-for-reiflers.blogspot.com
Abonnieren sie auch gleich den RSS-Feed.

Samstag, 13. September 2008

Immer schön Wetter!

Vor kurzem ist mir etwas Interessantes aufgefallen. Wir haben hier in im Nordosten von Brasilien immer schön Wetter. Bei uns scheint ja fast immer die Sonne. Auch wenn sie erbarmungslos vom Himmel scheint und man sich dabei wie ein "Brathähnchen in der Bratpfanne" fühlt (Zitat: Andrea Heiniger, FEG Langenthal), es ist schön Wetter! Wenn es dann mal bewölkt ist, nimmt man das unglaublich dankbar an, weil man dann nur heiss hat und es einem nicht auch noch die Haut brennt, es ist schön Wetter! Und wenn es dann unverhofft einmal regnet, dann kommt es einem vor wie der Himmel auf Erden, es ist schön Wetter!
Auf das schöne Wetter!
Tschüssli

Samstag, 6. September 2008

Schlechte News in den Ferien

Noch in den Ferien in São Luis erhalten wir die Nachricht, dass Diebe in der Nacht unsere Waschmaschine gestohlen haben. Das Tor zum Hinterhof wurde aufgebrochen. Die Waschmaschine musste dann über die Mauer gehievt worden sein. Zum Glück wurde nicht in das Haus eingebrochen.
Das sind nicht Nachrichten, die einem in den Ferien aufheitern.

Donnerstag, 28. August 2008

Reifler's Maps aktualisiert

Neu in den Reiflers Maps:
- Haus in dem wir nun seit Juni wohnen
- Ferienort in São Luis vom 26. Aug bis 7. Sept.

Mittwoch, 27. August 2008

Flucht in die Ferien

Nun sind wir vom Wahllärm geflüchtet, in die Ferien. Hier in São Luis sind zwar auch Wahlen, aber in unserem Viertel (Nobel- und Touristenviertel) scheint es Gesetze über die Lärmverschmutzung zu geben, die sogar während den Wahlen eingehalten werden.
Nach den Ferien offenbare ich dann die ganze Wahrheit über die Wahlen (Wie man die Wahlen gewinnt - Teil 3).

Donnerstag, 21. August 2008

Wie man die Wahlen gewinnt - Teil 2

Armee von Wahlhelfern:
Weiter gehört zur Strategie, dass man eine Armee von billigen Wahlhelfern anstellt, die von Haus zu Haus gehen, um die Leute von "ihrem" Kanditaten zu überzeugen.
Es kommt oft vor, dass der gleiche Wahlhelfer bei verschiedenen sich kokurrierenden Kandidaten angestellt ist.
Manchmal verdienen die Wahlhelfer ihr Geld auch nur damit, dass sie den ganzen Tag am Strassenrand oder auf einem Tonanlagelastwagen Fahnen schwingen.

Wahlversprechen:
Wie überall auf der Welt werden viele Wahlversprechen gemacht. Allerdings wird nur eine ganz geringe Anzahl eingelöst.

Beamtenstellen:
Das das trifftigste Wahlversprechen ist eine Stelle in der zukünftigen Administration. Der amtierende Gemeindepräsident darf "nur" nicht-öffentlich ausgeschriebene Stellen vergeben. Diese gelten dann temporär für die laufende Amstzeit. Doch die Anzahl dieser Stellen zum Minimumlohn (ca. Fr 250.-) geht oft weit über Tausend hinaus: Platzwarte, Wächter, Abwarte, Fahrer öffentlicher Autos, usw. Angesichts dessen, dass in armen Familien bis zu 10 Mitglieder vom Einkommen eines einzigen Angestellten leben, lässt sich damit ein grosser Anteil der Bevölkerung einer Stadt wie Floriano (ca. 56'000 Einwohner) auf seine Seite schlagen. Die Stimmen der ganzen Familie sind einem bereits garantiert. Deshalb werden in Brasilien die Wahlen auch von so viel persönlichem Elan und (Über-)Eifer begleitet. Die Bevölkerung wird zum Jonglierball der "Classe Politique".
Allerdings gewann der jetzige und möglicherweise auch wieder der zukünftige Gemeindepräsident die Wahlen vor 4 jahren, weil er versprach mit einem Grossteil dieser Temporärstellen Schluss zu machen und 900 Stellen öffentlich auszuschreiben, was er auch tatsächlich einlöste.
Doch dieser Trick funktioniert nun nicht mehr! Dafür werden Wahlen dieses Jahr ein bisschen "gerechter".

Dienstag, 19. August 2008

Wie man die Wahlen gewinnt - Teil 1

Im Oktober finden in ganz Brasilien die Komunalwahlen statt. Gewählt wird der Prefeito (Gemeindepräsidente) und die Vereadores (Gemeinderäte).
Es fehlen noch zwei Monate, aber bereits jetzt ist die Stimmung angeheizt.
Um die Wahlen zu gewinnen gehen die Kandidaten immer mit den gleichen Mitteln vor:

Werbesong:
Einen guten Werbesong ist schon die halbe Miete. Die Kandidaten lassen für teures Geld eine bekannte eingehende Melodie (meistens Forró) mit ihren werbe Texten umschreiben.
Ein Kandidat in Floriano hat sogar ein Lobpreislied für seine Kampange umtexten lassen. Ob er sich davon einen besonderen Segen für die Wahlen erhoft?
Einige bekannte Bands wie "calsinha preta" (Schwarzes Unterhöschen) lancieren bereits im Vorfeld auf ihren CD's eigens für die Wahlkampange komponierte Lieder, welche an der richtigen Stelle bloss noch mit dem Namen des teuer zahlenden Kandidaten ersetzt werden müssen. Damit lässt sich sehr viel Geld machen, angesichts dessen dass in den über 5000 Gemeinden in Brasilien stets die gleichen Songs verwendet werden.

Lautsprecherwagen:
Ohne eine grosse und vor allem laute Lautsprecheranlage mit der man sich Gehör verschaffen kann läuft gar nichts. Um die Werbeohrwürmer an den Mann, bzw. die Frau zu bringen, kauft sich jeder Kandidat eigens ein neues sportliches Pickup auf dem ihre Bilder und Wahlnummern gross auf Aufkleber prangern. Doch eigentlich wird das Fahrzeug gebraucht, um mit der wattstarken Anlage ihre Botschaften in den Wähler ein zu trichtern.
Für einen Gemeindepräsidentskandidaten allerdings reicht ein "kleiner" Pickup nicht mehr. Um sich bei dem Lärm durch zu setzen braucht man schon einen grossen Lastwagen.
Beinahe 24h pro Tag wird mein Gehör unfreiwillig umkämpft und die Werbebotschaften werden mir indoktriniert, bis ich mich selber dabei ertappe, wie ich die blöden Songs vor mir her singe.

Dienstag, 12. August 2008

Freundesbrief vom 7. August 2008

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Denn aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, und zwar Gnade um Gnade. Johannes 1,16 und hat ca. 30'000 Einwohner. Weil praktisch nur eine Strasse hinführt und es ganz am Rand des Bundesstaates Piauí liegt, ist dieser Ort vergessen und etwas verlottert. Viele Einwohner leben noch in Lehmhütten mit Palmblattdächern. 40% der Einwohner sind Analfabeten. JUVEP ist eine Missionsgesellschaft, welche Missionseinsätze in unerreichten Dörfern und Städten des Nordostens organisiert (ähnlich OM und JMEM). Das ProPiauí hat bereits in Amarante Liebe Freunde, Sie können im McDonalds auf der ganzen Welt einen simplen Burger kaufen, oder aber einen zweilagigen BigMac. In Brasilien bietet BOB's, die landeseigene Nachahmung des amerikanischen Konkurrenten sogar einen dreilagigen Tripleburger an. Der ist so gross, dass man ihn selbst zusammengequetscht nicht mehr zwischen den Kiefer bringt. Wie viel grossartiger ist Gottes Gnade in Jesus Christus. Nicht nur einmal, zweimal oder dreimal Gnade, sondern „Gnade um Gnade“, d.h. Gnade auf die ständig wieder Gnade folgt. Auch wir haben Gnade um Gnade erfahren: und São Francisco die Gemeindegründung mit einem JUVEPProjekt begonnen. Das JUVEP-Projekt in Miguel Alves findet während des gesamten Monats Juli statt. 70 Teilnehmer aus ganz Brasilien, aber auch aus der Schweiz, Deutschland und Italien werden in zweier Teams in diesem Monat alle Einwohner von drei Quartieren besuchen und ihnen von der Liebe Gottes erzählen. An jedem Abend findet irgendwo in der Stadt einen Freiluftgottesdienst statt. Bereits in dieser einen Woche durften wir erleben, wie Menschen zu Jesus gefunden haben und ihre Leben zum positiven verändert wurden. Die wenigen evangelischen Gemeinden in der Stadt haben durch ihre konfrontative und aggressive Evangelisationsart viele Einwohner für die FROHE Botschaft verschlossen. In unserer gewinnenden und fröhlichen Art von Gott zu sprechen, spürten sie einen anderen Geist, bestätigten uns mehrere Einheimische. In einer Woche haben wir (Simon mit den Praktikanten Priscilla und Michael) in ca. 10 Häusern mit der Bibel den Weg Gottes zur Erlösung erklärt. Viele wollten nach unserem ersten Besuch mehr über die Bibel wissen, worauf wir mit ihnen einen Termin für einen 3 teiligen Kurs festlegten. Rahel und Eliana konnten nicht jeden Nachmittag bei den Hausbesuchen dabei sein. Obwohl diese Woche recht anstrengend war, sind wir gestern mit viel Motivation für die Arbeit in Floriano zurück gekehrt. Gepostet von reiflers unter 11:18 Lesen sie mehr über uns auf unserem Blog: Gnade...: Taufe Am 29. Juni anlässlich des 2. Geburtstags der Gemeinde, liessen sich 4 Leute taufen. Als die Täuflinge ihre bewegenden Berichte gaben, wie sie ihr Leben Jesus übergeben hatten, brach die Gemeinde in Tränen aus vor Freude. Diese Momente führen uns vor Augen, welch grosse Taten Gott unter uns vollbracht hat. ... um Gnade: Aus unserem Blog: DONNERSTAG, JULI 17, 2008 Einsatz mit JUVEP in Miguel Alves Gestern sind wir von einem einwöchigen Einsatz gemeinsam mit der JUVEP in Miguel Alves zurückgekehrt. Unter der Leitung von Martin und Susanne Baumann soll dort mit der Missionarin Annamaria eine neue Gemeinde gegründet werden. Miguel Alves liegt 120km nördlich von Teresina entfernt Freundesbrief Nr. 6 / 07.08.2008 1/2 www.reiflers.blogspot.com ... um Gnade: Bau der Gemeinde Immer wieder werden wir gefragt, wie es denn mit dem Bau vorwärts geht. Obwohl die Arbeiten nun natürlich langsamer vorwärts gehen, hat sich seit dem Baucamp im März einiges getan: Arbeiten an den Grundmauern beendet, Freundesbrief Nr. 6 / 07.08.2008 Binder hochgezogen, Sparren und Latten montiert, ganzes Dachgerüst mit Altöl bemalt gegen die Termiten, Dach gedeckt, Gibel montiert, u.v.m. Nun fehlt noch der Boden, Einbau der bestellten Fenster und Türen, die elektrische Installation und schliesslich der Verputz. Die Gemeinde ist nun auch in finanzieller Hinsicht ganz auf sich allein gestellt, weshalb die Arbeiten von nun an etappenweise beendet werden. Wir freuen uns schon auf den Besuch! Da wir diesmal früher los fuhren konnten wir mit Marinaldo (der Bankier) der bei den Gideons mitwirkt kostenlos Neue Testamente an alle Schüler verteilen. Stolz trugen die Schüler ihre Bibel nach Hause. Wir sind wieder einmal mit unseren Autos ins Dorf gefahren. Dabei sind wir mehrmals im Sand stecken geblieben (5mal). Doch die Praktikanten aus der CH und Michael haben uns wieder heraus geholfen. Auf dem Rückweg in der Nacht fuhren wir aber auf einem 60km längeren dafür besser befahrbareren Weg zurück. ... um Gnade: Aus unserem Blog: DIENSTAG, JULI 08, 2008 "Ich bin die Auferstehung" Wir waren letzte Woche wieder in Boi Laranjo. Wir haben gespürt wie Gott in den Menschen gewirkt hat. Die Mutter unserer Gastgeberin Maria das Dores ("Maria der Schmerzen") war eine Woche zuvor in São Paulo in einem Spital an Krebs gestorben. Marcos unser "Wandermissionar" hatte uns schon darüber im voraus unterrichtet. Als wir dort ankamen empfing uns die trauernde Familie mit Tränen. Doch scheinbar hat sie auf dem Sterbebett in São Paulo Jesus als ihren Herrn und Erlöser angenommen. Wir konnten der Familie Mut spenden. Während des Gottesdienstes nahmen wir das Thema auf und sprachen darüber, dass Jesus die Auferstehung ist (Joh. 11). Die Menschen waren sichtlich gerührt und die Familie hat sich aufrichtig bei uns bedankt. Der Sohn von Maria das Dores, Paulinho will nun einmal mit seinem Pickup (das einzige Fahrzeug im Dorf) ein Ladung Leute zu uns in den Gottesdienst fahren. ... um Gnade: Familie Im Mai sind wir in ein neue Haus umgezogen. Es liegt direkt auf der gegenüberliegenden Strassenseite des zukünftigen Gemeindelokals. Auch sonst ist das Haus für uns optimal. Es hat nun ein Gästezimmer, eine grosse Veranda, wo wir für die Siesta die Hängematten aufhängen können, viel Umschwung und liegt dank grosser Bäume auch sehr schattig, was wir bei den nun wieder ständig steigenden Temperaturen zu schätzen wissen. Nur mit einem Punkt können wir uns nicht abfinden: die Hunderten von Mosquitos, die uns von den nahe liegenden Sümpfen herkommend täglich und nächtlich überfallen. Nun müssen feinmaschige Netze an die Fenster und Türen. Wir waren sehr dankbar für die Praktikanten Michael, Priscilla und Antonio, die den Monat Juni bei uns verbrachten. Sie halfen nicht nur beim Bau, sondern auch unser neues Haus in Stand zu setzen. Liebe Grüsse Simon, Rahel und Eliana Simon & Rahel Reifler Av. Dirceu Arcoverde 376 Irapuá CEP: 64 800-000 Floriano, PI Brasil Homepage, Blog & Mail: www.reiflers.ch.vu www.reiflers.blogspot.com simon.reifler@sam-ame.org rahel.reifler@sam-ame.org 2/2 Schweizer Allianz Misson Wolfensbergstr. 47 8400 Wintherthur www.sam-ame.org PC Nr. der SAM: 84-1706-5 Vermerk „Unterhalt Reifler“

Mittwoch, 6. August 2008

Die Paederus-Plage

Die Regenzeit bis April hat sehr viel Regen gebracht. Was für die Bauern, deren Felder höher gelegen sind ein Segen bedeutete, der in anderen Jahren wegblieb, wurde für die Bauern, deren Felder an den Flussufern liegen, zum Fluch, wegen den Überschwemmungen.
Doch die Überschwemmungen brachten noch weiter Folgen, die sich erst jetzt ungemütlich bemerkbar machen: Potó, Paederus oder auf Deutsch, Uferkurzflügler (siehe Wikipedia).
Nach starken Regenzeiten und darauf folgende Trockenheit (Auswirkungen des El Ninho) erscheint der "Potó" vermehrt.
Das sonst ungefährliche Tier kann aus seinen Drüsen am hinteren Teil des Abdomens eine ätzende Flüssigkeit verspritzen. Dies passiert, wenn es aus versehen zerdrückt wird, sei es zwischen den Beinen im Schlaf, hinter den Ohren wenn man den Kopf auf dem Kissen dreht oder beim Kratzen unter den Kleidern. Zuerst merkt das Opfer nichts. Doch bald spürt es an der Stelle einen Reiz und beginnt zu kratzen. Dadurch wird die ätzende Säure noch verstreut, was die Sache verschlimmert. Glück hat, wer sich dann nicht noch in den Augen reibt.
Nach einem Tag entstehen kleine Bläschen, dh. Verbrennungen 3. Grades (Siehe Bild 1, Bild 2).
Im Moment wimmelt es von Potós rund um unser Haus. Wir müssen gut darauf achten, dass wir keinen zerdrücken.

Donnerstag, 17. Juli 2008

Einsatz mit JUVEP in Miguel Alves

Gestern sind wir von einem einwöchigen Eisatz gemeisam mit der JUVEP in Miguel Alves zurückgekehrt. Unter der Leitung von Martin und Susanne Baumann soll dort mit der Missionarin Annamaria eine neue Gemeinde gegründet werden.

Miguel Alves liegt 120km nördlich von Teresina entfernt und hat ca. 30'000 Einwohner. Weil praktisch nur eine Strasse hinführt und es ganz am Rand des Bundesstaates Piuaí liegt, ist diese Ort vergessen und etwas verlottert. Viele Einwohner leben noch in Lehmhütten mit Palmblätterdächern. 40% der Einwohner sind Analfabeten.

JUVEP ist eine Missionsgesellschaft, welche Missionseinsätze in unerreichten Dörfern und Städten des Nordostens orgenisiert (ähnlich OM und JMEM). Das ProPiauí hat bereis in Amarante und São Francisco die Gemeindegründung mit einem JUVEP-Projekt begonnen.

Das JUVEP-Projekt in Miguel Alves findet während des gesamten Monats Juli statt. 70 Teilnehmer aus ganz Brasilien, aber auch aus der Schweiz, Deutschland und Italien werden in zweier Teams in diesem Monat alle Einwohner von drei Quartieren besuchen und ihnen von der Liebe Gottes erzählen. An jedem Abend findet irgendwo in der Stadt einen Freiluftgottesdienst statt.

Bereits in diese einen Woche durften wir erleben, wie Menschen zu Jesus gefunden haben und ihre Leben zum positiven verändert wurden.

Die wenigen evangelischen Gemeinden in der Stadt haben durch ihre konfrontative und agressive Evangelisationsart viele Einwohner für die FROHE Botschaft verschlossen. In unserer gewinnenden und fröhlichen Art von Gott zu sprechen, spürten sie einen anderen Geist, bestätigten uns mehrere Einheimische.

In einer Woche haben wir (Simon mit den Praktikanten Priscilla und Michael) in ca. 10 Häusern mit der Bibel den Weg Gottes zur Erlösung erklärt. Viele wollten nach unserem ersten Besuch mehr über die Bibel wissen, worauf wir mit ihnen einen Termin für einen 3 teiligen Kurs festlegten.

Rahel und Eliana konnten nicht jeden Nachmittag bei den Hausbesuchen dabei sein.

Obwohl diese Woche recht anstrengend war, sind wir gestern mit viel Motivation für die Arbeit in Floriano zurück gekehrt.

Dienstag, 8. Juli 2008

"Ich bin die Auferstehung"

Wir waren letzte Woche wieder in Boi Laranjo. Wir haben gespürt wie Gott in den Menschen gewirkt hat.
Die Mutter unserer Gastgeberin Maria das Dores ("Maria der Schmerzen") war eine Woche zuvor in São Paulo in einem Spital an Krebs gestorben.
Marcos unser "Wandermissionar" hatte uns schon darüber im voraus unterrichtet. Als wir dort ankamen empfang uns die Trauernde Familie mit Tränen.
Doch scheinbar hat sie auf dem Sterbebett in São Paulo Jesus als ihren Herrn und Erlöser angenommen. Wir konnten der Familie Mut spenden. Während des Gottesdienst nahmen wir das Thema auf und sprachen darüber, dass Jesus die Auferstehung ist (Joh. 11). Die Menschen waren sichtlich gerührt und die Familie hat sich aufrichtig bei uns bedankt. Der Sohn von Maria das Dores, Paulinho will nun einmal mit seinem Pickup (das einzige Fahrzeug im Dorf) ein Ladung Leute zu uns in den Gottesdienst fahren.
Wir freuen uns schon auf den Besuch!
Da wir diesmal früher losfuhren konnten wir mit Marinaldo (der Bankier) der bei den Gideons mitwirkt kostenlos Neue Testamente an alle Schüler verteilen. Stolz trugen die Schüler ihre Bibel nach Hause.
Wir sind wieder einmal mit unseren Autos ins Dorf gefahren. Dabei sind wir mehrmals im Sand stecken geblieben (5mal). Doch die Praktikanten aus der CH und Michael haben uns wieder herausgeholfen. Auf dem Rückweg in der Nacht fuhren wir aber auf einem 60km längeren dafür einfacher befahrbareren Weg zurück.

Dienstag, 1. Juli 2008

Kulinarisches tiefflieger Znacht

Kulinarisches tiefflieger Znacht, was soll das den sein!?! Diesen Ausdruck verwendete Antonio, unser Praktikant, als ich (Rahel) an einem Abend Hotdog auf brasilianische Art zum Znacht machte. Natürlich sagte er mir das nicht vor dem Essen, das wäre ja recht unanständig gewesen, aber gedacht hatte er es. Er konnte sich nicht vorstellen, dass diese Hotdogs gut sein könnten, aber nachdem er einen gegessen hatte, war er begeistert und ass noch einige mehr. Nun konnte er mir auch sagen, was er anfänglich von dem Abendessen gehalten hatte. Das kulinarische tiefflieger Znacht hat sich aber zum Glück in ein hochflieger Znacht verwandelt.
Nun möchtet ihr natürlich wissen, was denn an den brasilianischen Hotdogs so speziell ist. Ein Hotdog ist doch einfach ein Brötchen mit Wienerli, Senf, Ketchup und Mayonnaise. Nicht so hier in Brasilien: Hier ist ein Hotdog eine Hackfleischsauce mit ganzen oder gerädelten Würstchen, dazu rohe geraffelte Rübli, Büchsenmais und stäbchenartige Pommes Chips. Dies alles packt man in ein kleine Brötchen und fertig ist der "Hotdog". Mmmh fein!
Tschüss und bis bald!

Mittwoch, 25. Juni 2008

Gezügelt!

Einige wissen es schon, andere erfahren es jetzt: Wir sind umgezogen!
Unsere neue Adresse lautet:
Simon & Rahel Reifler
Av. Dirceu Arcoverde 376
Irapuá
64800-000 Floriano, PI
Brasilien

Im neuen Haus gefällt es uns sehr gut. Wir haben mehr Platz, was es für uns und unsere Besuche um einiges angenehmer macht. Zudem ist es hier viel ruhiger. Eliana schläft viel besser und wacht nicht mehr so oft auf. Das ist für uns und sicher auch für sie eine grosse Erleichterung. Am neuen Haus gefällt uns besonders die gedeckte Veranda. Dort weht oft ein kühles Lüftchen und am Mittag machen wir in der Hängematte Siesta. Leider hat es aber hier sehr viele Mücken!!! Aber da werden wir bestimmt noch einen Weg finden uns diese Viecher vom Leib zu halten.

Freitag, 6. Juni 2008

Kirchenbau

Liebe Freunde

Immer wieder erhalten wir ein Mail mit den Fragen: Wie geht es beim Bau der Kirche? Wie weit seid ihr schon? Deshalb hier wieder mal ein kurzes Update für alle die es wunder nimmt.
Wir kommen langsam aber stetig voran. Nun haben wir die Holzkonstruktion des Daches fertig gestellt. Bevor wir das Dach mit den Ziegeln decken können, gilt es nun das Holz mit Altöl einzustreichen, damit es nicht schon bald von den Termiten zerfressen wird. Jeden Abend um 17.00 Uhr kommen die Gemeindemitglieder von der Arbeit auf den Bau um gemeinsam eine Stunde zu streichen, bis es um 18.00 dann dunkel wird. Am Samstag wollen wir den ganzen Tag malen und hoffen, dass wir dann einen grossen Schritt vorwärts kommen. Das Ganze ist eine aufwändige und nicht ganz ungefährliche Arbeit. Deshalb betet doch mit uns um Bewahrung auf dem Bau.
Nächste oder übernächtste Woche wollen wir dann das Dach mit den Ziegeln decken.

Donnerstag, 22. Mai 2008

Muttertag

Schon mehr als eine Woche ist es her seit dem Muttertag, trotzdem will ich es nicht unterlassen euch kurz zu erzählen, was wir an diesem Tag alles erlebt haben.
Wie schon beim Kindertag, fragte uns die Präsidentin des Quartiervereins an, ob wir diesen Anlass nicht gemeinsam gestalten könnten. Sie wollte Geschenke für die Mütter, Kuchen und Getränke organisieren und wir sollten als Gemeinde für das Programm zuständig sein.
Somit machten wir uns als Gemeinde daran einen schönen und abwechslungsreichen Gottesdienst zusammenzustellen.
Über 80 Einladungen wurden verteilt. Die Kinder übten ein Lied und verzierten Herze aus Moosgummi, welches sie ihren Müttern übergeben konnten. Die Teenies bereiteten ein Gedicht vor und die Jugendlichen übten einen Ausdruckstanz ein. Die Band, alles Leute aus unserer Gemeinde, sollte den Lobpreis gestalten und Pastor Cleber bereitete die Predigt vor.
Alles schön und gut.
Am Freitagnachmittag sagte der Gitarrenspieler auf einmal so beiläufig, dass er dann übers Wochenende verreisen müsste und leider nicht Gitarrespielen konnte. Da standen wir mit „abgsagete Hose“ da. Einen Lobpreis mit Schlagzeug und zwei Sängern ist einfach nicht so das wahre, besonders in einem Gottesdienst wo sehr viele Aussenstehende erwartet wurden. Doch Gott sorgte dafür, dass wir am Sonntagabend dann doch noch jemanden hatten, der Keyboard spielen konnte.
Am Samstagabend wollte ich dann mit Rivalda und einem Mitglied des Quartiervereins die Getränke abholen. Als wir bei der kleinen Bar ankamen und nach den bestellten und schon bezahlten Getränken fragten, sagte uns die Serviertochter, dass eine Frau diese Getränke schon abgeholt und auch gleich bezahlt habe. Da schauten wir etwas verdutzt rein, weil das niemand von uns gewesen war. Nach langem hin und her und einigen Telefonaten erhielten wir das Geld zurück, damit wir woanders Getränke kaufen konnten. Also machten wir uns auf den Weg und schon bald fanden wir das Gewünschte.
Am Sonntagnachmittag putzten die Teeniejungs den Platz neben dem Gemeindesaal, wo der Gottesdienst stattfand und die letzten Proben wurden durchgeführt.
Am Sonntagabend konnten wir den Gottesdienst trotz vorgänglichen Pleiten und Pannen reibungslos durchführen. Fast alle Mütter der Kinder, die regelmässig in die Kinderstunde kommen, waren anwesend und noch viele mehr.
Die Mitglieder des Quartiervereins schwärmten der Präsidentin, die nicht dabei sein konnte, danach vor, was für ein gelungenes Fest es gewesen wäre und auch viele Mütter mit welchen wir danach gesprochen haben, sagten, dass es ihnen gefallen habe. Viele wurden von folgender Aussage, die Pastor Cleber in der Predigt machte berührt: Lasst uns unsere Kinder nicht für die Welt erziehen, sondern für Gott!

Donnerstag, 8. Mai 2008

Ein Wunder kommt selten allein

Seit der letzten Entscheidung für Jesus sind einige Monate vergangen. Natürlich sollte man den Erfolg nicht nur an den "Bekehrungen" messen. Geistliches Wachstum konnten wir immer erkennen, vor allem bei den Mitgliedern mit denen wir den Jüngerschaftskurs machen.
Trotzdem begannen wir uns, angesichts ständig vollem Gemeindesaal und vielen Besuchern, zu Hinterfragen, warum es so lange dauerte bis wieder jemand den Schritt wagen würde.
Am Sonntag sangen wir während des Lobpreises ein Lied: "Heute wird mein, Wunder geschehen: Ich werde glauben und nicht mehr zweifeln!".
Tatsächlich ist das Wunder geschehen: Junior, der seit über 18 Monaten wegen einer Depression sein Haus nicht mehr verlassen hatte (siehe Eintrag 21. Feb. 08) ist genau während dieses Liedes, zum ersten mal in die Gemeinde gekommen. Wir waren tief bewegt von Gottes Wirken, der Junior geholfen hatte seine innere Angst zu überwinden.
Doch es kam noch besser!
Nach der schlichten Predigt von Cleber und dem anschliessenden Aufruf, sind zwei junge Männer aufgestanden und haben ihr Leben Jesus übergeben.
Rodrigo ist Biologiestudent aus Amarante, wo seine Mutter bereits in die Gemeinde geht.
Cesar ist 16 Jahre alt und ist der einzige "Gläubige" in einer streng katholischen Familie.
Am vorletzten Sonntag schon hatte sich Idelfonso in der Bibelstunde bekehrt. Cleber hatte ihn über Monate während der schweren Krankheit seines Sohnes und dem schliesslichen Tod begleitet.
Gestern sprach ich mit einem pensionierten Baptisten-Pastor, der in der Nähe der Gemeinde wohnt. Er sagte uns, dass er von seiten der Bevölkerung ein grosses Wohlwollen gegenüber der Gemeinde verspühre.
Wir wurden durch diese Erlebnisse wieder sehr motiviert in unserer Tätigkeit. Gott weiss am besten wie und wann wir Ermutigung am nötigsten haben.

Donnerstag, 17. April 2008

Der offene Regenschirm

Am Sonntag hatte ich mit den Kindern Sonntagschule. Ich habe mit ihnen den Psalm 91 durchgenommen. Zuerst haben wir ausgetauscht wovor wir Angst haben. Jedes Kind hat etwas auf einen Zettel geschrieben. Danach habe ich ihnen erklärt, dass wir davor keine Angst haben müssen, weil Gott immer an unserer Seite ist, wenn wir auf ihn vertrauen. Als Anschauungsbeispiel habe ich einen Regenschirm mitgenommen. Ich habe den Schirm geöffnet ihn über mich gehalten und gesagt, dass Gott für uns wie einen grossen Regenschirm ist, welcher uns schützt. Sobald ich aber den Schirm geöffnet hatte, sagten einige Kinder dass ich den Schirm wieder schliessen soll, weil es schlecht ist im Haus den Schirm zu öffnen und darunter zu stehen, das bringe Unglück über das Haus. Zur Sicherheit habe ich noch einmal nachgefragt, ob ich sie richtig verstanden habe. Und fst alle Kinder bestätigten mir, mit vollem Ernst, dass es Unglück bringt, wenn man den Schirm im Haus öffnet. Ich habe ihnen dann natürlich versucht zu erklären, dass dies Aberglaube ist, und dass genau Gott uns vor diesen Sachen schützt und wir davor keine Angst haben müssen. Ein Gemeindemitglied hat Simon später bestätigt, dass die Leute hier glauben, dass wenn sie im Haus einen Schirm öffnen und darunterstehen, sie nie heiranten werden. Mich hat es sehr beschäftigt, dass die Kinder hier vom Aberglauben so stark beeinflusst werden. Beten wir doch, dass sie die Befreiung Jesu erleben und vor diesen Aberglauben nicht mehr Angst zu haben brauchen.

Donnerstag, 3. April 2008

Regionalspital Reifler

Liebe Freunde
Im Moment haben wir bei uns zu Hause eine Art Regionalspital. Zuerst hatten Simon und ich Durchfall und Erbrechen und dann sind auch die beiden Schweizer, die von der Baucampgruppe noch hier geblieben sind, um uns weiter beim Bau zu helfen, krank geworden. Einer hatte auch Durchfall und ist zwei Tage flach gelegen. Ihm geht es schon besser, er fühlt sich einfach noch etwas schwach, ist aber schon wieder dran den Bau der Kirche voranzutreiben. Dem anderen geht es viel schlechter. Am Donnerstag vor einer Woche wurde er von einem Insekt ins Bein gestochen. Dies führte dann zu einer schweren bakteriellen Entzündung im ganzen Unterschenkel. Er muss nun die ganze Zeit liegen und das Bein hochlagern. Zudem muss er 3 verschiedene Antibiotika nehmen. Wirklich eine ernste Sache das Ganze. Wir haben aber schon gemerkt, wie Gott seine Hand im Spiel hat, und ihn tröstet und an ihm arbeitet. ER weiss warum er das zulässt. Aber das Herumliegen ist für diese aktiven Mann nicht einfach, deshalb betet mit uns, dass er gut damit umgehen kann und vorallem am 11. April wieder soweit gesund ist, um in die Schweiz zurück zu fliegen!

Montag, 24. März 2008

Tagebuch Baucamp Woche 2

Montag 10. März
Endlich können wir mit den Holzarbeiten beginnen. Leider entsprechen nicht alle Balken der Norm, doch Hans Ueli, Walter und Thomas machen das beste daraus. Nun können sie endlich mit dem Bau der Binder beginnen, was wir eigentlich schon vor einer Woche tun wollten.

Dienstag 11. März
Wir müssen doch noch einige Balken zusätzlich in einer anderen Holzhandlung kaufen. Gott sei Dank, sind sie dort in der richtigen Grösse und Länge auf Lager.
Wir laden die 6,5m langen Balken auf den D20 (Pickup). 150m vor dem Ziel (Sägerei) hält uns die Polizei an.
Da wir auf einer Landeshauptstarsse führen, dürtfen wir keine überlangen Balken geladen haben und keine Leute auf der Ladefläche transportieren (obwohl hier sehr üblich), sagt die Polizei. Bei der Kontrolle entdecken die Beamten noch eine weiter Unregelmässigkeiten in den Dokumenten des Fahrzeugs. Das Auto wird sofort beschlagnahmt!
Auf der Polizeistelle wird Thomas aufgefordert, alles mitzunehmen, was im Auto liegt. Auch einen Sack mit Kleidern und der Fotokamera von Reiflers, die man schon als verloren geglaubt hatte und für dessen Wiederfinden wir gebetet hatten. Gott erhört unsere Gebete manchmal auf für uns ungemütliche Art und Weise...

Mittwoch 12. März
Der D20 fehlt uns sehr beim Baum. Vieles muss nun neu organisiert werden.
Die Holzbauer kommen mit den Bindern schnell vorwärts. Die anfangs krummen Balken sehen abgespannt schon viel schöner aus. Die schöne Holkonstruktion hebt sich von der hier üblichen Bindern ab.

Donnerstag 13. März
Auf dem Bau kommen wir gut vorwärts. Die Gruppe ist gut eingespielt!
Reiflers müssen sofort nach Teresina, um ihr Visum abzuholen (Frist läuft Freitag ab). 250km hin und 250km zurück, um 45min auf der Fremdenpolizei die Formalitäten abzuwickeln.

Freitag 14. März
Einige Gemeindeglieder und 7 Baucampteilnehmer fahren nach Boi Larnaja, wo wir eine nGottesdienst durchführen. Wegen den vielen Regenschauern ist die Strasse so schlecht wie noch nie, zur Freude der abenteuerlustigen Schweizer.
Nach unserer Ankunft noch vor dem Einnachten laden wir die Dorfbewohner zur Abendveranstaltung ein. Zwei Baucampler berichten über ein Erlebnis mit Gott und Daniel spielt auf dem Schweizerörgeli. Die Bewohner sind begeistert vom Schweizer "Forró".

Samstag 15. März
Am Morgen arbeiten nur noch die Maurer für kurze Zeit am Bau. Alle anderen räumen den Bauplatz auf.
Wir haben nun fast alle Mauern aufgezogen. Noch noch der Gibel auf der Vorderseite muss nach dem Baucamp aufgemauert und betoniert werden.
Am letzten Tag geschieht ein kleines Unglück: Beim Abbau der Gerüste fällt ein Balken auf Barbaras Kopf und Schultern. Mit etwas Kopfschmerzen und eingebundener Schulter, muss sie zur Unterkunft zurückgebracht werden. Glücklicherweise ist es nichts schlimmeres.
Am Abend bereitet uns die Jugendgruppe ein abwechslungsreiches Abschiedfest. Die Gemeinde ist mit den Fahnen der Schweiz und Brasilien geschmückt. Der Saal ist so voll wie noch nie! Ca. die Hälft der Besucher muss stehen. Nach dem Gottesdienst schiessen alle Erinnerungsfotos und tauschen Geschenke aus. Die Nachtruhe ist heute etwas später!

Sonntag 16. März
Um 09:00 fährt der Van mit den Teilnehmern nach Teresina ab. Wir werden noch einmal von der Gemeinde verabschiedet.
Reiflers fahren mit dem Auto etwas später ab. Noch in Floriano fährt ihnen aber ein Motorradfahrer in die Fahrertüre. Glücklicherweise hat sich niemand verletzt. Der Motorradfahrer, der mit überhöhter Geschwindigkeit, ohne Helm und ohne Ausweis fuhr ist schnell bereit den Schaden zu übernehmen. Doch dieser Unfall verspätet unsere Abereise nach Teresina.
In Teresina kommen alle schliesslich gut an. Dort gibt es zum Mittagessen einen Churrasco (á discrecion), danach verbringen wir den Nachmittag im Shopping. Der Nachtbus nach Fortaleza hat über eine Stunde Verspätung. Die Zeit an der Bushaltestelle wird mit Schweizerörgeli und Volkstänzen überbrückt.

Montag, 10. März 2008

Tagebuch Baucamp 1. Woche

Samstag 1. März
Die Gruppe ist gut in Teresina gelandet. Die Reise verlief problemlos. In Fortaleza war noch Michael Flückiger auf Weltreise dazu gestossen.
Über Rancho da Lua (Zmorge) und Amarante (Zmittag) erreichten die Baucampler in der „Besta“ (grosser Van der Mission) dann endlich das Ziel in Floriano.
Nach der Zimmeraufteilung und dem Znacht waren alle froh ins Bett gehen zu können.

Sonntag 2. März
Unser Programm:
Teilnahme an der Sonntagschule (wie Bibelstunde)
Mittagessen
Bausitzung, Bauteams aufteilen
Bauplatzbesichtigung
Stadtrundfahrt
Abendgottesdienst mit der Gemeinde

Montag 3. März
Endlich geht die Bauerei los. Wir müssen zuerst einen Betonring auf das Fundament bauen. Die Schalungen werden gezimmert und am Nachmittag füllen wir die erste Hälfte ein.
An allen Ecken und Enden fehlt es noch an Material, welches Simon organisieren muss: Kies, Sand, Zement, Eisenstäbe
Die frühzeitig abgemachten Termine wurden von den Baugeschäften kaum eingehalten. Nun muss in letzter Minute den verschiedenen Geschäftsführer Dampf gemacht werden.
Das bestellte und bezahlte Holz kann gar nicht geliefert werden. Erst am Freitag vielleicht und eine andere Holzart als vorgesehen. Schliesslich kam es am Samstag.

Dienstag 4. März
Die Maurer beginnen auf der einen Seite aufzumauern, während der Rest den Gurt auf der anderen Seite beendet. Die starken Frauen sieben den Sand und mischen den Beton (diese Arbeiten kommen dem Kochen in der Küche am nächsten). Spass beiseite, sie werden von allen Brasilianer bewundert, weil sie sich nicht zu schade sind schwere „Männerarbeit“ zu tun.

Mittwoch 5. März
Nun werden die Verschalungen der grossen Betonsäulen aufgefüllt. Die Arbeiten gehen schnell vorwärts. Am Bauplatz stehen immer ein paar Schaulustige, die den „Gringos“ bei der Arbeit zusehen. Sie sind von der Professionalität beeindruckt.
Abends hält immer ein Teilnehmer einen Input. Es ergeben sich gute Gespräche. Jailson, unser Lobpreisleiter, versucht sich auf der Baustelle als Nachtwächter, schliesslich wurden uns am Sonntag bereits drei teure Maschinen aus Reifler’s Garage gestohlen.

Donnerstag. 6. März
Die Mauern werden immer höher. Uns fehlt es bereits wieder an Holz zum Gerüst bauen und Verschalen. Doch uns erreicht eine wunderbare Nachricht. Möglicherweise erhalten wir bereits morgen von der Regierung beschlagnahmtes Holz. Wir hatten es schon nicht mehr für möglich gehalten, dass wir es noch im Baucamp erhalten.

Freitag 7. März
Am Morgen ist es bewölkt und verhältnismässig kühl, d.h. schönes Wetter!!! In der Sonne ist es einfach zu heiss.
Fritz Spycher stützt sich beim Verschalen nur leicht auf eine kleine Mauer. Sie bricht und fällt herunter. Ihm ist glücklicherweise nichts passiert. Sicherheitsbedenken kommen auf. Hätten wir die Backsteine doch legen sollen, statt stellen?
Pastor Adaias kommt extra aus Teresina, um bei der Übergabe des Holzes der Regierung seine Unterschrift geben zu können.
Einige von uns verbringen den ganzen Nachmittag damit, das Holz auf einen 30 Jahre alten Lastwagen zu laden. 10m3 Holz ist nicht wenig Holz.
Als wir das Gelände der Regierung verlassen wollen, werden wir am Tor aufgehalten. Wir hätten 1m3 zuwenig geladen. Wir „müssen“ zurück und noch mehr Holz holen.
Die Bürokratie hat trägt manchmal seltsame Früchte!
Wir loben Gott, dass wir dieses Holz doch noch im Baucamp erhalten haben.

Samstag 8. März
Am Morgen wir gearbeitet. Am Nachmittag besuchen wir die Biodiesel Fabrik in Floriano. Die Produktionsstätte in Floriano ist das Pilotprojekt, welches in ganz Brasilien Schule macht. Die brasilianische Regierung will zum weltweit führenden Biodieselhersteller avancieren. Per Gesetz müssen ab diesem Jahr 2% Biodiesel dem Diesel beigemischt werden. Bis 2010 sollen es 5% sein.
Die Führung durch das Gelände ist hochinteressant. Uns beeindruckt auch das ehrliche Vorhaben der Firma ökologisch und sozialverantwortlich zu produzieren, eine Denkweise, die man in Brasilien selten findet.
Zufälligerweise ist Hugo, der Direktor der Biodieselfabrik, der Ehemann von Neijalda, unserer Holzhändlerin. Wir laden sie ein, mit uns den Sonntag auf der Fazenda zu verbringen.

Sonntag 9. März
Nach der Sonntagschule, fahren wir mit der ganzen Gemeinde auf die Fazenda ca. 10km von Floriano entfernt. Dort wartet auf uns Churrasco (Grillfleisch), Schwimmbad, Sportplatz usw.
Hugo und seine Frau sind sehr beeindruckt. Hugo hat sich autodidaktisch etwas Deutsch angelernt. Nun kann er endlich sein Wissen praktisch anwenden.
Alle geniessen die Gemeinschaft und Freizeit.
Am Abend besuchen wir wieder den Gottesdienst. Daniel begeistert die Besucher mit einem Schweizerörgeli Konzert. Die Gruppe singt ein Lied auf Schweizerdeutsch vor.
Der Prediger und sein Übersetzer (Simon) sind so laut, dass einige Schweizer von draussen zuhören müssen.

Freitag, 22. Februar 2008

Freundesbrief vom 21. Februar 2008

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Donnerstag, 21. Februar 2008

Was lange währt, wird endlich gut!

Seit ca. 8 Monaten besuchen wir "Junior". Er leidet an Schizophrenie, die sich in Verfolgungswahn ausdrückt. Er hat seit über einem Jahr sein Haus nicht mehr verlassen. Erst auf unser Anraten hin, ist er zum Arzt gegangen. Mit den verschriebenen Medikamenten hat er nun seine Krankheit unter Kontrolle. Schon lange hat er uns angekündigt, er werde sich einmal bekehren. Wir haben mit seiner Familie auch schon einen Jüngerschaftskurs durchgearbeitet. Weil er aufgrund seiner Krankheit nicht in den Gottesdienst kommt, findet wöchentlich eine Kleingruppe in seinem Haus statt. Am Dienstag hat er nun endlich eine Entscheidung für Jesus getroffen.
Nun beten wir, dass seine Frau bald den gleichen Schritt macht

Mittwoch, 20. Februar 2008

10. Plage: Dengue

Die letzte Plage war die folgenschwerste und sie kostete den Erstgeborenen der Ägypter das Leben.
Das Dengue-Fieber in seiner tödlichen Variante (Hämorrhagisches Denguefieber) kostete in Brasilien im letzten Jahr 158 Menschen das Leben. Allein in São Paulo gab es im letzten Jahr über 20'000 Denguefälle. Dengue ist die meist durch Mücken verbreitete Viruskrankheit. Es gibt keine Impfung und auch keine direkte Heilmittel gegen sie. Sie wird durch kleine tagaktiven Tigermücken verbreitet, deren Larven sich in stehendem Regenwasser entewickeln.
Der Kampf gegen Dengue wird von der Regierung sehr ernst genommen, obwohl es kaum ein Mittel dagegen gibt. Jeden Monat durchsucht ein Beamter der politischen Gemeinde unser Haus und unseren Garten nach möglichen Dengue-Mücken Herden (klares stehendes Wasser).
Gott sei Dank, hat uns die Dengue-Plage noch nicht persönlich getroffen, denn sie führt bei Kleinkindern bei 33% zum Tod.

Dienstag, 19. Februar 2008

9. Plage: Trockenheit/Feuchtigkeit

Auch in Ägypten waren nicht alle Plagen Tierplagen. Eine Plage ist die grosse Differenz der Minimum und Maximum Feuchtigkeit (zwischen 18% und 95%). Türen lassen sich plötlich nicht mehr schliessen, Riegel können nicht mehr geschoben werden, Fenster lassen sich nicht mehr öffnen... dies alles als Folge des Regens!

Montag, 18. Februar 2008

8. Plage: Raupen/Schmetterlinge

Im Moment sind wir (hoffentlich) am Ende der Riesenschmetterlingenplage. Alles begann damit dass ein Baum vor dem Haus unserer Nachbarin, der anscheinend vor Makumbazauber schützen soll, mitten in der Regenzeit zu verdorren schien. Bald stellte sich heraus, dass Tausende perfekt getarnter Raupen die Blätter verzehrten. Die Schlussfolgerung ist einfach: Wo viele Raupen sind wird es bald auch viele Schmetterlinge geben. Nun wussten wir nicht dass es sich dabei um riesen Nachtfalter handelte. Wie die anderen Insekten halten sie sich nachts gerne am Licht auf und am tagsüber gerne in der Dunkelheit, wozu sich unser Haus bestens bietet. Sie fliegen allerdings nicht hirnlose auf das Licht zu, sie haben es ganz im Gegenteil auf die dummen Insekten abgesehen.
Trotzdem mögen wir die bis zu 18cm grossen Viecher nicht im Haus, oder im Kleiderschrank, wo wir vorgestern einen zwischen den Hosen vorfanden. Zum Glück war er zwischen Simons und nicht zwischen Rahels Hosen! ;-)

Sonntag, 17. Februar 2008

7. Plage: Baratas (bzw. Kakerlaken)

Wie bei den Mosquitos, gibt es in Brasilien kein Leben ohne sie: die Kakerlaken. Bevor man sie wieder mit der Hauptwaffe, dem "Chinelo" erwischt, verschwinden sie in einer Ritze, die halb so gross ist, wie ihr Körper. Wie unergründlich ist doch manchmal Gottes Schöpfung!

Samstag, 16. Februar 2008

6. Plage: Grillen

Wer zum ersten Mal nach Brasilien kommt, muss sich erst mal an die laute Umgebungsakustik gewöhnen. Dabei meine ich aber nicht die ständig laufende laute Musik der Nachbarn, sondern die laut zirpenden Grillen. Doch an die Geräusche kann man sich gewöhnen, solange sie draussen sind und nicht im Haus, wie das oft bei den Grillen der Fall ist. Mitte Januar begannen Tausende von kleinen Grillen durch alle Ritzen und Löcher unser Haus zu erobern. Da halfen nur die "Haivaianas Chinelos" (d.h. Gummischlarpen). Täglich hatten meine Chinelos 10 bis 20 kleine und grosse Grillen auf dem Gewissen.
Dieses Woche haben wir einen Kammerjäger kommen lassen, der in unserem Haus ein Gift gegen Insekten verstreut hat. Nun finden wir jeden Tag tote Grillen am Boden.

Freitag, 15. Februar 2008

5. Plage: Termiten

Die Termiten die wir im Juni 07 mit Gift aus unserer Wohnung verscheucht hatten wurden nun auch wieder aktiv und haben neue Tunnels gebaut. Mit demselben Gift versuchen wir sie wieder aus unserem Revier zurück zu drängen.

Donnerstag, 14. Februar 2008

4. Plage: Fliegende Ameisen

Ja, Ameisen können auch fliegen. Während den geschlechtslosen Arbeiterinnen nie Flügel wachsen, werden die geschlechtsreifen Männchen und Weibchen zur Begattung damit "ausgerüstet". Die Männschen verlieren nach der Begattung ihre Flügel und stürzen sterbend ab und die Weibchen graben sich in die Erde, um ein neues Volk zu gründen. Dummerweise müssen es die Ameisen alle am selben Tag tun, nämlich genau zwei Tage nach dem ersten starken Regen. Der ganze Himmel wird voll von ausfliegenden Ameisen und verdunkelt sich etwas. Dies hatte zur Folge, dass das Schwimmbad des Hotels, in dem wir unsere Ferien verbracht hatten, mit sterbenden Männchen zugedeckt wurde (siehe Bild noch vor dem Ende der Plage).

Mittwoch, 13. Februar 2008

3. Plage: Kröten

Auch die Ägypter mussten unter den Kröten leiden. Plötzlich sind sie zu hunderten da, wenn der Regen kommt, gross und ausgewachsen. Wo kommen sie her? Aus dem Nil? Der ist weit weg! Hat sie Gott eben aus Lehm erschaffen? Wohl kaum! Es bleibt ein Rätsel, wo die Kröten die Hitze und Trockenheit überlebt haben.
Ungebeten hoppsen sie in unser Haus!

Dienstag, 12. Februar 2008

2. Plage: Tausende kleiner ausserirdischen Insekten

Noch vor dem ersten Regen, so zu sagen als prophetisches Zeichen, gibt es ein reges Erwachen von Insekten aller erdenklichen und unerdenklichen Art, die Abends wild um die brennenden Lichter fliegen. Vorerst sind es nur die ganz kleinen Insekten, von denen einige so seltsam aussehen, als kämen sie von einem anderen Stern. Die Fiecher flogen auf alles zu, was hell war: z.B. auf unsere weissen Stühle im Gottesdienstraum, auf die man sich kaum zu hinsitzen wagte, und vor allem auf weisse Missionare (rassistisch sind sie auch noch, die Fiecher!).
An den heissen Lampen verbrennen sie sich dann die Flügel und stürzen ab. Wir mussten im Dezember fast einen Gottes abbrechen, weil die Plage im Gottesdienstraum unerträglich zu werden schien. Am Ende des Gottesdienstes war unser sonst weisse Plättchenboden grau, übersäht mit flugunfähigen Insekten.

Montag, 11. Februar 2008

1. Plage: Mosquitos

Eine Plage die nicht einmal in der Trockenzeit aufhört, sich aber mit dem Regen um ein x-faches verstärkt sind die Mosquitos. Jeden Abend vor dem Lichter löschen muss unser Mosquitonetz manuell von sämtlichen unerlaubterweise inwendig fliegenden Mosquitos befreit werden. Habe mich schon manchmal gefragt, was unsere brasilianischen Nachbarn von dem abendlichen geklatsche halten.

Serie: Die Zehn Plagen

Manchmal fühlen wir uns wie die Ägypter zur Zeit Mose. Der Regen mag ja von allen lange herbei gesehnt gewesen sein. Er bringt aber auch seine Plagen mit sich. In den nächsten 10 Tagen stellen wir euch 10 Plagen vor, die wir in den letzten Monaten erlebt haben.

Donnerstag, 31. Januar 2008

Wasser holen in der Regenzeit

Wir sind mitten in der Regenzeit. Es ist angenehm kühl (32°), oft bewölkt und es regnet nun endlich ausgiebiger, was aber uns nicht vor Trinkwassernot bewahrt. Gerade wegen des Regens sind viele Leitungswasserrohre kaputt. Dann mus jeweils die ganze Stadt vom Versorgungsnetz genommen werden, damit sie geflickt werden können.
Wenn das Wasser fehlt, was bei uns ca. 1-2mal pro Woche der Fall ist, so muss man die Zufuhr zum Haus schliessen und jene des 500L Reservetanks öffnen, der 2 bis 3 Tage ausreicht. Wenn nun "Herr Reifler" den Tank öffnet, um der nur noch schwach tröpfelnden Dusche etwas mehr Schub zu geben, ohne zuvor die "Zufuhr" (in diesem Fall Abfuhr) zu schliessen, dann fliesst das kostbare Reservewasser still und leise zu den tiefer liegenden Nachbarn, die es dankbar annehmen.
Genau das ist heute passiert, ausgerechnet wo doch Rahel Eltern uns besuchen. Also gab es nichts anderes als, wie die meisten unserer Quartierbewohner ohne Reservetank, 1km weit zum öffentlichen Brunnen zu gehen, um ein Behältnis mit Wasser zu füllen.
Hans-Jürg und ich hatten "Zwecks Schonung körperlicher Ressourcen" (oder anders ausgedrückt "aus Faulheit") die glohrreiche Idee gleich das 200l Fass auf einer Schubkarre mit Wasser zu füllen.
Das, was unsere motorischen Fähigkeiten betraf, höchst anspruchsvolle Unterfangen verlief vorerst problemlos. Ich fuhr die Schubkarre und Hans-Jürg hielt das schwere Fass senkrecht. Sich des Heldenlobes von seiner Frau uns seiner Schwiegermutter gewiss, wollte "Herr Reifler" mit wenig Kraft und viel Schwung unsere letzte Hürde, ein kleines Absätzchen vor dem Haus, überwinden... das Fass rutschte natürlich unvermittelt von der Karre und seine über 100l kostbare Fracht ergoss sich überschwemmungsartig über den Garagenboden.
Es blieb uns nichts anderes übrig, als das Unterfang Zwecks "Horizonterweiterung" (oder anders ausgedrückt: "wegen Dummheit") zu wiederholen.