Armee von Wahlhelfern:
Weiter gehört zur Strategie, dass man eine Armee von billigen Wahlhelfern anstellt, die von Haus zu Haus gehen, um die Leute von "ihrem" Kanditaten zu überzeugen.
Es kommt oft vor, dass der gleiche Wahlhelfer bei verschiedenen sich kokurrierenden Kandidaten angestellt ist.
Manchmal verdienen die Wahlhelfer ihr Geld auch nur damit, dass sie den ganzen Tag am Strassenrand oder auf einem Tonanlagelastwagen Fahnen schwingen.
Wahlversprechen:
Wie überall auf der Welt werden viele Wahlversprechen gemacht. Allerdings wird nur eine ganz geringe Anzahl eingelöst.
Beamtenstellen:
Das das trifftigste Wahlversprechen ist eine Stelle in der zukünftigen Administration. Der amtierende Gemeindepräsident darf "nur" nicht-öffentlich ausgeschriebene Stellen vergeben. Diese gelten dann temporär für die laufende Amstzeit. Doch die Anzahl dieser Stellen zum Minimumlohn (ca. Fr 250.-) geht oft weit über Tausend hinaus: Platzwarte, Wächter, Abwarte, Fahrer öffentlicher Autos, usw. Angesichts dessen, dass in armen Familien bis zu 10 Mitglieder vom Einkommen eines einzigen Angestellten leben, lässt sich damit ein grosser Anteil der Bevölkerung einer Stadt wie Floriano (ca. 56'000 Einwohner) auf seine Seite schlagen. Die Stimmen der ganzen Familie sind einem bereits garantiert. Deshalb werden in Brasilien die Wahlen auch von so viel persönlichem Elan und (Über-)Eifer begleitet. Die Bevölkerung wird zum Jonglierball der "Classe Politique".
Allerdings gewann der jetzige und möglicherweise auch wieder der zukünftige Gemeindepräsident die Wahlen vor 4 jahren, weil er versprach mit einem Grossteil dieser Temporärstellen Schluss zu machen und 900 Stellen öffentlich auszuschreiben, was er auch tatsächlich einlöste.
Doch dieser Trick funktioniert nun nicht mehr! Dafür werden Wahlen dieses Jahr ein bisschen "gerechter".
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