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Mittwoch, 4. Dezember 2013

Geschichten aus unserem Quartier - Überfall mit Folgen

Ein Mitglied aus der Gemeinde von Floriano und ein Besucher und Nachbar der Gemeinde in Barão verbindet seit gestern eine Geschichte, wie sie nur Gott so schreiben kann. Gestern wurde ein Überfall einer Bande von 5-8 Personen auf die Bank in Barão de Grajaú vereitelt. Als die Bandite im Haus neben der Bank den Überfall mit Dynamit vorbereiteten, wurden sie von der Polizei von Barão überrascht, die von der Bevölkerung einen Hinweis bekommen hatte.
Barão de Grajaú hat bloss 3 Polizisten bei einer Bevölkerung von 18'000 Einwohner und einer Fläche die der Hälfte des Kantons Bern entspricht. Einer der wachhaltenden Polizisten in dieser Nacht heisst lustigerweise "Melder" und ist ein Mitglied unserer Gemeinde in Floriano.
Als er und seine beiden Kollegen die Banditen festnehmen wollten, rannten diese mit langen Buschmessern auf sie los. Melder hatte versucht auf einen Angreifer zu schiessen, doch seine Pistole versagte. Mehrmals wurde er bei einer Verfolgung vom Messer des Angreifers am Rücken getroffen, wo ihn seine schusssichere Weste vor den tödlichen Hieben bewahrte. Doch als er auf den Boden fiel, dachte er, dass sein Leben ein Ende haben würde. Einen Hieb konnte er noch am Boden liegend mit seinem Arm abwehren, wodurch er eine Schnittwunde erlitt.
Doch dann kam ihm "Tiago" zu Hilfe. Tiago ist unser Nachbar. Er und seine Familie haben schon mehrmals unsere Gemeinde in Barão besucht. Immer wenn er wieder eine grosse Bewahrung erlebt hat, "dankt" er Gott mit einem Gottesdienstbesuch. Tiago ist bei einem Gesundheitsposten nahe der Bank als Nachtwächter angestellt.
Er selbst war in dieser Nacht auch bloss mit einem kurzen Buschmesser bewaffnet. Doch es gelang ihm heldenhaft den Bandit von Melder wegzuhalten, wobei er sich ebenfalls an der Hand verletzte. Gleich darauf kam eine auf Überfälle spezialisierte Polizeieinheit von Floriano und Polizisten einer anderen nahegelegenen Stadt den Polizisten in Barão zu Hilfe und machten jagt auf die Banditen, die in die Büsche geflohen waren. Dabei kam ein Bandit ums Leben und drei wurden festgenommen. Es wird vermutet, dass sie zu einer Gruppe gehörten, die schon mehrere Bankautomaten in der Region mit Dynamit gesprengt hatte. Eine Form von Überfall, die in ganz Brasilien immer häufiger verübt wird, insbesondere in kleinen Städten mit wenig Einwohner und einem kleinen Kontigent von Polizisten. Wir sind dankbar, dass Gott durch "Tiago" das Leben von "Melder" bewahrt hat. Melder ist verheiratet und hat einen einjährigen Sohn.

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Geschichten aus unserem Quartier Nr. 2

In der gleichen Woche, als die beiden Mörder verhaftet worden waren (siehe: Geschichten aus unserem Quartier Nr. 1) wurde auch unser Nachbar Marcelo von der Polizei gefangen genommen.
Marcelo kenne ich inzwischen gut, weil er früher in unserem Haus gewohnte hatte. Die Maurer für den Bau unseres Hauses wohnten im bestehenden Nebenhaus gleich nachdem Marcelo ausgezogen war. Die ersten drei Nächte wurde sie stündlich gestört von Leuten die "etwas" kaufen wollten. Wir begriffen dann dass Marcelo ein Dorgenhändler ist.
Weil in Floriano die Drogendealer von der Polizei konsequenter verfolgt werden, "flüchten" viele einfach über die Grenzen des Bundesstaates nach Barão de Grajaú, am liebsten natürlich ins erste Quartier gleich nach der Brücke die Floriano mit Barão verbindet: Unser Quartier "Vereda Grande"!
Die Kosumenten und Wiederverkäufer kommen in ihren Autos und Motorrädern einfach hierher, um die Crack-Steine kaufen. Der Verkehr nachts ist hier an unserer Strasse zuweilen sehr gross.
Marcelo ist am Freitag vor einer Woche in seinem von vielen Polizisten umstellten Haus (zwei Häuser nebenan) wegen Dorgenbesitzes festgenommen worden. Einer der Polizisten ist sogar Mitglieder unserer Gemeinde in Floriano.
Am letzten Mittwoch habe ich ihn im Gefängnis besucht und ihm ein Neues Testament überreicht. Nun hat er ja viel Zeit um darin zu lesen. Ich sagte ihm auch, dass wir bereit seien ihm und seiner Familie zu helfen falls nötig.
Am nächsten Tag kam einer seiner Mitbewohner und bat uns um einen Nahrungsmittelkorb und einige Hygieneutensilien für ihn, die wir gerne spendeten, da der Familie nun der Lebensunterhalt abhanden gekommen ist.
Einige Tage später besuchte ich seine "Frau" gleich nebenan. Sie kommt aus São Paulo (wahrscheinlich ist sie die Verbindungsperson zu den Drogenbossen in der Grossstadt). Sie sagte ihre Familie gehöre zu den Mormonen, deren Gesetzte sie aber nicht mehr befolge. Sie versprach mir, dass sie das Traktat lesen werde, das ich ihr gegeben hatte.
Nun wird gemunkelt, dass Marcelo bald wieder freigelassen wird, weil ihm nur Drogenbesitz nachgewiesen werden konnte und er nicht vorbestraft ist.
Wir glauben, dass Gott das Leben solcher Leute verändern kann und wollen keinen Unterschied machen, denn vor Gott sind wir alle gleich!

Montag, 17. Oktober 2011

Geschichten aus unserem Quartier Nr. 1

Vorgestern ist die Schwester des viermaligen Gemeindepräsidenten von Barão de Grajaú überfallen worden. Da sie sich aber gewehrt hatte haben die zwei drogenabhängigen Täter die Kontrolle über sich verloren und sie erwürgt.
Diese beiden Jungs gehörten zu unserer Nachbarschaft und waren schon immer berüchtigt gewesen. Sie hatten immer an der Strassenecke ca. 100m vor unserem Haus gestanden und wir hatten sie stets nett begrüsst und einige Male mit ihnen gesprochen.
Leider haben sie die falsche Familie angegriffen, denn der ehemalige Gemeindepräsident ist heute einer der wichtigsten Staatsanwälte im Bundesstaat Maranhão. Viele Anwälte und hochrangige Richter sind teil der Verwandtschaft, die, wie das Volk sagt, dafür sorgen werden, dass die beiden nie mehr (lebend) aus dem Gefängnis kommen.
Das ist unsere Nachbarschaft!
Betet um Bewahrung und dass wir auch diesen Menschen die Liebe Gottes zeigen dürfen.