Samstag, 24. Februar 2007

Im Baucamp und zum ersten Mal im zukünftigen Arbeitsgebiet

Nach einer ca. 8 Stündigen Reise per Bus nach São Paulo, mit dem Flugzeug über Brasilia nach Teresina und dem Auto vom Flughafen, sind wir (hoffentlich! denn ich schreibe im voraus) nun im Rancho da Lua angekommen, dem Leiter-Ausbildungscamp der Mission. Hier treffen wir uns auf die Gruppe aus der Schweiz, die heute Morgen in Teresina gelandet sind und bereiten wir uns auf das Baucamp vor.
In dieser Gruppe mit dabei sind 6 Leute auf der FEG Langenthal und 2 der FEG Bern. Wir freuen uns riesig einige Freunde im wunderbaren Brasilien anzutreffen.
Wir werden in den folgenden zwei Woche mit dem Bau zweier Gemeinden beginnen. Das handwerkliche Bauen am Reich Gottes bedeutet für uns eine grosse Abwechslung im Gegensatz zum Leben in der Stadt und dem geistigen Bauen am Reich Gottes in der Gemeinde.
Voraussichtlich am 3. März werden wir zum erstenmal nach Floriano reisen, um die Stadt und die Gemeinde kurz kennen zu lernen und bereits eine Wohnung zu besichtigen. Darauf freuen wir uns ganz besonders.
Die 3. Woche verbringen wir zusammen mit der Gruppe in Fortaleza am Strand, d.h. Ferien!!!
Am 16. März kehren wir nach Campinas zurück.

Freitag, 23. Februar 2007

Motivation für Mission im eigenen Land

Am Freitag vor einer Woche, am 16. Februar hätte ich in der Andacht der Baptisten Fakultät über das ProPiauí, bzw. die allgemeine geistliche Situation im Nordosten sprechen sollen. Einen Tag zuvor (Do) um 18:00 rief mich eine Sekretärin an, ob ich nicht schon "heute" kommen könne, weil am Freitag vor dem Carnaval-Wochenende wohl viel weniger Studenten anwesend seien.
Obwohl ich den Vortrag schon einmal in einem Jugendgottesdienst gehalten hatte, wollte ich ihn für die Studenten nochmals umschreiben, was aber in der kurzen Zeit nicht mehr möglich war. Nicht einmal mehr die Folien konnte ich kopieren, weil die Kopiershops schon geschlossen hatten.
Schlecht vorbereitet machte ich mich auf den Weg und betete zu Gott, dass er troztdem das Beste aus diesem Abend mache und dass er mir besonders mit der Sprache helfe.
Die Folien konnte ich dann glücklicherweise noch in der Fakultät ausdrucken und auch der Vortrag verliefe ausserordentlich gut. Ich konnte trotz dem schwierigen Thema fliessend sprechen. Die Daten hatte ich ziemlich im Kopf und war daher nicht so sehr an das Konzept gebunden. Mein Ziel war es den Studenten aufzuzeigen, dass das Innland ihres eigenen Landes ein riesige und schwer zu beackerndes Missionsfeld ist.
Ich hatte im Anschluss sehr viele und gute Gespräche. Einig Studenten kamen auf mich zu und erzählten, wie sie sich von Gott in den Nordosten berufen fühlten.
Alles in allem war der Abend trotz den ungünstigen Voraussetzungen ein grosser Erfolg, den ich alleine Gottes Hilfe zu verdanken habe.
Und er hat zu mir gesagt:
Laß dir an meiner Gnade genügen;
denn meine Kraft ist in den
Schwachen mächtig.
2. Kor. 12,9
Simon

Dienstag, 20. Februar 2007

Chuva de verão - Sommerregen

Liebe Freunde
Wir haben hier auf der Südhalbkugel ja Sommer und zugleich auch Regenzeit. Oft gegen Abend oder auch während dem Tag regnet es stark oder gewittert.
Heute haben wir etwas lustiges erlebt. Wir sind in den Supermarkt gefahren. Der Himmel war schon ganz schwarz und nach kurzer Zeit begann es zu regnen. Und zwar sahen wir etwa 50 Meter vor uns, wie es ganz stark regnete und der Boden nass war. Von einem Schlag auf den anderen prasselte der Regen auf uns herunter. Wir sind so zu sagen in eine Regenwand gefahren. Etwa 200 Meter später hörte es wieder auf zu regen. Das gleiche wiederholte sich noch etwa 2 Mal. Zum Teil hat es so stark geregnet, dass man kaum aus dem Auto sah. Zum Glück hatten wir heute in Brasilien einen Feiertag (Carnaval) somit hatte es wenig Autos auf der Strasse. Sonst hätte es bei diesem Regen noch gefährlich werden können.

Samstag, 17. Februar 2007

SWISSAIR & VARIG: Stolz eines renomierten Reisebüros

Vor kurzem waren wir in einem renomierten Reisebüro, um einen Flug in die Schweiz zu buchen. Im Büro waren zwei Modellfluzeuge des Typs MD 11 ausgestellt, eine SWISSAIR und eine VARIG.
Ironischerweise hatten beide Fluggesellschaften dasselbe Schicksal, obwohl die "Novela" VARIG noch nicht ganz beendet ist. Wie die SWISSAIR ist auch die traditionsreiche VARIG vor 1 Jahr Konkurs gegangen. Wir hatten uns im Frühling entschieden unseren bereits bei der VARIG gebuchten Flug zu annullieren und verloren dadurch Fr. 700.-. Doch dadurch verhinderten wir, dass wir auf irgendeinem europäischen Flughafen sitzen blieben.
Aus der SWISSAIR wurde durch einen juristischen Trick die neue SWISS ohne Schulden. Die Brasilianier waren aber etwas gerissener: Aus der Konkurs gegangenen VARIG wurde eine neue VARIG ohne Schulden (VARIG lässt sich nicht so einfach kürzen wie SWISS-AIR). Heute hat die neue VARIG noch 6 Flugzeuge und fliegt nur wenige grosse Flughafen in Brasilien und London an.
Dass beide Fluggesellschaften der ausgestellten Modelle bankrott gegangen sind stört die Besitzer des Reisebüros nicht. Eine in Gold eingerahmte Glaspakette auf dem steht "SWISSAIR-Ehren Diplom an besondere Partner" hängt auch an einer Wand.

Freitag, 9. Februar 2007

Zeuge sein

Liebe Freunde
In der letzten Zeit hat mich ein Thema sehr beschäftigt: Was für Zeugen sind wir für Jesu. Wen sehen die Leute in uns Christen?
Hier in Brasilien hat es vor einigen Wochen einen Skandal einer der grössten evangelischen Gemeinde gegeben. Das Leiterehepaar, das sich zu Aposteln ernennt hat, werden angeklagt Geld gewaschen zu haben. Ausserdem weiss man, dass sie das Geld der Gläubigen veruntreut und in eigene überdimensionierte Anwesen inverstiert haben (Ranch und Ferienhäuser). Dies ist nicht der erste Skandal aus dem Kreise der "evangelischen" Kirchen hier in Brasilien.
Es tut mir sehr weh zu sehen, was die Menschen hier in Brasilien, aber nicht nur hier, sondern auf der ganzen Welt, für ein Bild von uns Christen und somit von Gott haben. Sofort frage ich mich, was ich für ein Zeuge bin. Können die Menschen um mich herum erkennen, dass ich ein Kind Gottes bin? Wie oft habe ich schon den Namen Jesu durch mein Reden, mein Handeln und mein Denken in den Dreck gezogen.
Er hat sein Leben für uns gegeben. Ich persönlich bin Jesus mega dankbar, dass er mich erlöst hat und mir das ewige Leben geschenkt hat. Gerade deshalb möchte ich mein Bestes, mein ganzes Leben ihm geben, aus Dankbarkeit. Es macht mich traurig, dass ich darin so oft versage und so oft egoistisch handle.
Aber das geniale ist, dass Gott gerade uns fehlerhaften Menschen als seine Zeugen, und Kinder haben möchte, dass er uns brauchen möchte, trotz unserer Fehlerhaftigkeit, trotz unserem Versagen. Gerade unsere Schwächen will er gebrauchen, damit Er gross gemacht wird. Genial nicht!
Das erfüllt mich mit Erfurcht, Liebe, Dankbarkeit und Freude dem allmächtigen Gott gegenüber, welcher die Liebe wirklich vollkommen ausgelebt hat. Mein Herz ist gerade so voll, ich kann es gar nicht mehr richtig in Worte fassen!
Einfach zum schluss: Gelobt sei Gott, ihm gehört alle Ehre!

Donnerstag, 8. Februar 2007

Ein Blick zurück

Erst nach einer gewissen zeitlichen Distanz erkennt man, im Rückblick, was Gott alles in unseren Leben bewirkt hat. Die Ereignisse überschlagen sich manchmal so, dass man gar nicht alles realisieren kann und Gott leider selten für sein Wirlen dankt.
Dies ist mir heute gleich zweimal aufgefallen. Das erstemal im Gespräch mit dem Prediger der IBCU. Er fragte nach unseren Gemeinden in der Schweiz. Mit grossem Enthusiasmus erzählten wir von der Gemeindearbeit in der Schweiz und vom riesigen Musical-Projekt, das wir im 05 mit der JG Oase realisierten. Während wir erzählten, erkannten ich innerlich, wie GOTT in dieser Zeit viele Erlebnisse und Abenteuer ermöglicht hatte, wie ER uns oft vor grosse Herausforderungen gestellt hatte, die wir mit Seiner Hilfe überwanden, wie er uns durch Schwierigkeiten hindurch getragen hatte.
Während den ersten Wochen in Brasilien, war unser Alltag dagegen fast eintönig, da wir nichts anderes tun mussten, als die Sprache und Kultur zu erlernen (was nicht immer wenig ist). Nun steigen wir ab dieser Woche wieder in den "aktiven" Dienst in einer Gemeinde ein und die altbekannte Freude an der Gemeindearbeit kommt wieder auf. Es läuft wieder etwas und spannende Zeiten mit Gott stehen vor uns.
Als ich heute über Skype mit Adriano, dem Jugendpastor in Langenthal sprach und er mir erzählte was alles "abgeht", wurde mir bewusst, wie sehr ich all die lieben Freunde und die lieben Geschwister unserer Heimatgemeinde in Langenthal vermisse. Keineswegs weil es uns hier schlecht gehen würde. Es geht uns wirklich gut! Aber schlicht und einfach, weil uns Gott zusammengeführt hat, weil wir mit Ihm so viel Schönes erlebt haben und weil all die Leute uns so sehr ans Herz gewachsen sind.
Wenn wir zurückschauen dann erfüllt uns das nicht mit Trauer, weil wir irgendetwas verloren hätten, sondern mit grosser Freude und Dankbarkeit, weil uns GOTT so viel geschenkt hat und weil wir wissen, dass noch viele Freunde und Abenteuer mit GOTT auf uns warten, hier in Brasilien und später in der Ewigkeit.
Mein Tipp an alle: Bleibe nie lange vom "aktiven" Dienst in der Gemeinde entfernt, denn sonst bleibst du auch vom Sinn deines Lebens entfernt und verpasst die Freude, die GOTT dir darin geben will. "Die Freude am HERRN ist eure Stärke!"

Freitag, 2. Februar 2007

"Carnaval" im Anmarsch

Hier in Brasilien steigt das Carnaval-(bras. für Karneval)-Fieber langsam, der vom 16. bis 21. Februar stattfindet. Schon wenige Tage nach Weihnachten erschienen die ersten Anzeichen dafür:
In den Reportagensendungen aller TV-Kanäle wurden die Vorbereitungen zum Carnaval thematisiert. Vor den wichtigsten TV-Sendungen (Tagesschau), also zur teuersten Sendezeit, werden die Songs der bekanntesten Carnaval-Schulen mit Untertitel vorgestellt, damit wenn's losgeht dann alle auswendig mitsingen können. Sämtliche TV-Spots haben den Carnaval zum Thema. Das sonst was die Erotik betrifft eher zurückhaltende Brasilianische Fernsehen, macht beim Carnaval eine Ausnahme. Zu allen Sendezeiten sind spährlich bekleidete aber prächtig dekorierte dunkelhäutige Tänzerinnen zu sehen.
Weil der Carnaval so nah an den "Sommer"-Ferien ist (im Winter ist hier Sommer), läuft zwischen dem Schulanfang Anfangs Februar und dem Carnaval eigentlich nicht sehr viel. Die meisten regelmässigen Aktivitäten, Programme und Kurse beginnen erst im März. Dies möglicherweise aus der Erfahrung heraus, dass sehr viele ihre Ferien einfach bis zum Ende des Carnavals verlängern.
Wer das Carnaval-Wochenende jetzt noch irgendwo am Strand verbringen will, ist schon zu spät. Es ist alles ausgebucht. Am Carnaval ist dann auch alles erlaubt, was verrückt ist.
Deshalb halten sich die meisten christlichen Gemeinden aus diesem traditionellen Fest heraus. Über den Carnaval finden dagegen viele christliche Jugendlager statt, wo die Freiheit in Jesus Christus hoffentlich in gleicher mitreissender Art und Weise gefeiert wird.
"Die Freude am HERRN ist eure Stärke!"