Donnerstag, 31. Januar 2008

Wasser holen in der Regenzeit

Wir sind mitten in der Regenzeit. Es ist angenehm kühl (32°), oft bewölkt und es regnet nun endlich ausgiebiger, was aber uns nicht vor Trinkwassernot bewahrt. Gerade wegen des Regens sind viele Leitungswasserrohre kaputt. Dann mus jeweils die ganze Stadt vom Versorgungsnetz genommen werden, damit sie geflickt werden können.
Wenn das Wasser fehlt, was bei uns ca. 1-2mal pro Woche der Fall ist, so muss man die Zufuhr zum Haus schliessen und jene des 500L Reservetanks öffnen, der 2 bis 3 Tage ausreicht. Wenn nun "Herr Reifler" den Tank öffnet, um der nur noch schwach tröpfelnden Dusche etwas mehr Schub zu geben, ohne zuvor die "Zufuhr" (in diesem Fall Abfuhr) zu schliessen, dann fliesst das kostbare Reservewasser still und leise zu den tiefer liegenden Nachbarn, die es dankbar annehmen.
Genau das ist heute passiert, ausgerechnet wo doch Rahel Eltern uns besuchen. Also gab es nichts anderes als, wie die meisten unserer Quartierbewohner ohne Reservetank, 1km weit zum öffentlichen Brunnen zu gehen, um ein Behältnis mit Wasser zu füllen.
Hans-Jürg und ich hatten "Zwecks Schonung körperlicher Ressourcen" (oder anders ausgedrückt "aus Faulheit") die glohrreiche Idee gleich das 200l Fass auf einer Schubkarre mit Wasser zu füllen.
Das, was unsere motorischen Fähigkeiten betraf, höchst anspruchsvolle Unterfangen verlief vorerst problemlos. Ich fuhr die Schubkarre und Hans-Jürg hielt das schwere Fass senkrecht. Sich des Heldenlobes von seiner Frau uns seiner Schwiegermutter gewiss, wollte "Herr Reifler" mit wenig Kraft und viel Schwung unsere letzte Hürde, ein kleines Absätzchen vor dem Haus, überwinden... das Fass rutschte natürlich unvermittelt von der Karre und seine über 100l kostbare Fracht ergoss sich überschwemmungsartig über den Garagenboden.
Es blieb uns nichts anderes übrig, als das Unterfang Zwecks "Horizonterweiterung" (oder anders ausgedrückt: "wegen Dummheit") zu wiederholen.

Mittwoch, 9. Januar 2008

Eliana durchgeschlafen!!!

Liebe Leute
Judihui, Eliana hat diese Nacht zum ersten Mal durchgeschlafen!!
Das heisst um 22.00 Uhr habe ich sie noch gestillt und dann hat sie bis viertel vor sechs geschlafen. Cool nicht?!? Vorallem ich habe mich darüber gefreut, Simon hat
in der Nacht eh nie etwas von ihr gehört (tss, Männer)! Aber ich bin sehr froh, dass ich wieder einmal 7 Stunden am Stück schlafen konnte. Mal sehen ob das eine Eintagsfliege war, oder ob es anhält!
Liebe Grüsse
Rahel

Donnerstag, 3. Januar 2008

Baucamp: 1. Etappe

Vom 26. bis 31. Dezember haben wir die erste Bauetappe realisiert: das Fundament!

Wir hatten auf unserer Reise zu den Gemeinden im Süden des Staates um Arbeiter geworben, die uns beim Bau helfen würden.
Von den 8 die sich angemeldet und ihre Teilnahme zusätzlich bestätigt hatten, sind nur 2 junge Burschen aus Coronel José Dias erschienen. Das hat uns erst einmal enttäuscht, zumal die Hin- und Rückfahrt von der Gemeinde in Campinas gesponsert gewesen wäre.
Doch die Gemeindeglieder haben dafür umso mehr selbst beim Bau mitgeholfen. Auch Onildo, der Seminarist, der von Mitte Dezember bis Mitte Februar bei uns bleibt und Pastor Cleber bis zum Ende des CBT ersetzt, hat uns tatkräftig geholfen.
Thomas Leu fungierte am ersten Tag als Baumeister zeigte uns, wie wir arbeiten sollten. Leider musste er noch am selben Tag zurück auf den Rancho da Lua, um die Vorbereitungen für den CBT zu beenden. Von da an musste ich die Verantwortung übernehmen.
Die Arbeiten gingen schnell vorwärts, obwohl wir nur wenige Arbeitskräfte waren. Wir erfüllten jeden Tag unser Tagesziel, auch wenn wir einmal bis in die Nacht (d.h. Uhr 19:00, um Uhr 18:00 wird es dunkel) arbeiten mussten.
Rahel und Conceição (unser Haushaltshilfe) waren vorallem mit dem Kochen für die hungrigen Mäuler beschäftigt.
Gott hat uns gleich in mehrer Hinsicht die richtigen Bedingungen geschenkt:
1. Während der ganzen Bauphase in der wir das Fundament aushoben hat es nie geregnet, obwohl es oft angenehm bewölkt war. Ein starker Regen hätte unsere Aushübe zunichte gemacht. Erst als wir die Nivelierungsarbeiten begannen regnete es ganz kurz, was uns als angenehme Abkühlung diente.
2. Normalerweise fehlt jede Woche 1-2 Mal das Wasser. Für uns zwei (oder drei) reicht dann das Wasser des Tankes aus. Hätte es aber in der Zeit mit all den (verschwitzten und durstigen) Besuchern gefehlt wären wir mit Sicherheit ohne Wasser da gestanden.

Nun freuen wir uns schon auf das 2. Baucamp im März mit der Baucamptruppe aus der Schweiz.

Hier der Link zum Fotoalbum:
Bau der Gemeinde in Floriano

Mittwoch, 2. Januar 2008

Weihnachtsaktion in Boi Laranja

Boi Laranja Link zum Fotoalbum
Am 22. Dez. haben wir Boi Laranja besucht mit dem Ziel den Menschen die Liebe Gottes erlebbar zu machen.

Kleiderverkauf
In der Woche vorher hatten wir in der Gemeinde gebrauchte Kleider gesammelt, die in unseren Schränken bloss motteten. In Boi Laranja "verkauften" wir sie an die Bevölkerung zu einem symbolischen Preis (-.50 Centavos bis 1.- Real), damit die Leute auch wirklich nur die Kleider mitnahmen, die sie wirklich gebrauchen wollten.

Weihnachten mit echten Geschenken
Nach dem Kinderprogramm am Nachmittag erhielt jedes Kind ein kleines Geschenk - für viele wohl das einzige Weihnachtsgeschenk. Die Freude unter den Kindern war riesig (siehe Fotos im Fotoalbum).

Hilfe im richtigen Moment
Einige Gemeindeglieder hatten ausserdem 7 Grundnahrungsmittelkörpe gespendet. Wir fragten Paulinho, der den einzigen Lebensmittelladen führt, welche Familien die Bedürftigsten seien.
Eine Korb wurde für eine junge Frau mit 3 Kindern bestimmt, die bloss von den monatlich 90 Reais der "Bolsa Familia" lebt, der Subvention die Präsident Lula allen Armen Familien zukommen lässt, um zu garantieren, dass die Kinder die Schule besuchen und nicht stattdessen auf dem Ackerfeld oder auf der Strasse arbeiten.
Als diese Frau in der Woche vor unserem Besuch das Geld bei der Bank abgeholt hatte, wurde sie noch vor der Bank von zwei anderen Frauen überfallen.
Unser Nahrungsmittelkorb war für sie die Hilfe in der Not. Wir erzählten ihr, dass Jesus auch einmal vielen Leuten Brot zu essen gab, als sie hunger leideten und dass er das Brot des Lebens ist. Am Abend nahm sei begeistert am Gottesdeinst teil.

Vom Erlös des Kleiderverkaufs beglichen wir einen Teil der Schulden zweier Familien im Lebensmittelladen.