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Mittwoch, 15. Januar 2014

"Oxente" - Projekt in Barão


"Oxente" ist ein unübersetzbarer Kraftausdruck der nordöstlichen Bevölkerung Brasiliens, der eine grosse Verwunderung ausdrückt. "Oxente" nennt sich auch ein evangelistisches Projekt einer Babtistengemeinde aus dem Bundesstaat Bahia, das Gläubige aus dem ganzen Land in den Ferien zusammen bringt, um evangelistische und soziale Projekte im Inland des Sertão zu verwirklichen, die Verwunderung über Gottes Liebe auslösen sollen.

Am letzten Donnerstagabend haben unsere beiden Gemeinden Floriano und Barão zusammen mit der Baptisten Gemeinde El Shaday die Gruppe von 30 Teilnehmern des Projekts "Oxente" empfangen.

Regionale Missionskonferenz

Zum dritten Mal veranstalteten wir mit ihrer Hilfe am Freitag und Samstag die "Regionale Konferenz für Mission im Inland", an der dieses Jahr wieder viele verschiedene Gemeinden aus Floriano und Barão teilnahmen. Wir hatten an jedem Abend mindestens 150 Teilnehmer. Mit grosser Dankbarkeit spüren wir, wie die Gemeinden durch dieses jährliche Treffen tatsächlich ermutigt werden, die lang andauernde Inlandarbeit zu leisten. In den Seminaren wurden wertvolle Tipps für die Missionstätigkeit und -strategie im Inland weitergegeben. Am Forum am Samstagnachmittag berichteten 6 Inlandmissionare über ihre Arbeit und stellten sich den Fragen des Publikums. Wir wurden alle durch ihre Berichte sehr ermutigt. Viele Jugendliche kamen danach auf uns zu und wollten auch Teil dieser Mission sein.

"Oxente" in Barão

Am Sonntagmorgen begann das Projekt in unserem Quartier Vereda Grande in Barão. Während bereits am Morgen am Gesundheitsposten und Schönheitssalon die Schlangen grösser wurden, besuchten kleine Gruppen der Teilnehmer die Bewohner des Quartiers und luden sie zur Abendveranstaltung ein. Eine Gruppe von Zirkusartisten und Clowns hinterliessen in der Parada durch die Wohnstrassen bereits eine Vorahnung des Spektakel,s das die Menschen am Abend erwartete.
Am Nachmittag strömten die Menschenmassen zum CEAC, unserem "Evangelischen Zentrum zur Unterstützung des Quartiers". Die Kinder wollten am Kinderprogramm teilnehmen und die Frauen und einige Männer am Basar Kleider kaufen. Beim Schönheitssalon warteten immer noch Frauen, die am Morgen noch nicht dran gekommen waren und die älteren Register liessen es sich nicht nehmen ihren Blutdruck und den Blutspiegel zu messen.
Am Abend begann der etwas andere Gottesdienst mit der Vorstellung des Clowns auf Stelzen. Umrahmt von traditioneller Musik wurden immer wieder Theaterstücke, Tänze und Artistische Einlagen dargeboten, gefolgt von einem persönlichen Zeugnis der Projektteilnehmer, die berichteten, was Jesus in ihrem Leben verändert hatte.
Nach der kurzen Predigten und einem Aufruf, mussten wir dann auch "Oxente" sagen, darüber wie viele bereit waren Jesus besser kennen zu lernen. Darunter einige, die wir schon lange begleitet hatten.
Zum Schluss kam dann die grosse Attraktion, auf die viele gewartet hatten: Der Mann der Feuer spuckt.

Verwunderung auch im Inland

Diese Programm wiederholte sich gestern und vorgestern in zwei Inlanddörfern, wo wir noch herzlicher Empfangen wurden. Auch in Olho d'Água do Mato und Ilha gab es Menschen, die ihre Leben Jesus übergeben haben. Nicht einmal der starke Regen konnte die gute Stimmung trüben.
Bis Samstag wird die Projektgruppe noch in unserer Gemeinde wohnen und Einsätze an anderen Orten der Region machen.
Uns bleibt nun ein Berg von kleinen Notsitzzetteln, mit Namen von Menschen, die einen Besuch oder Gottesdienst in ihrem Haus oder einen Jüngerschaftskurs machen wollen.

Freitag, 17. Mai 2013

Street View Tour durch Floriano

1. Elianas Schule, Pequeno Príncipe (Kleiner Prinz)

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2. Einer unserer Supermärkte, Jorge Batista

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3. Hauptplatz mit der Katholischen Kirche, 180° dahinter die Bank. Hier fahren Eliana und Livia an unseren Freitagen oft Velo. Danach gehen wir Spiessli, Hamburger oder Sushi essen.

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4. Spaziergang am Flussquai. Drüben ist Barão de Grajaú, von wo es leider noch keine Streetveiw-Bilder gibt. Links am Fluss unten befindet sich das "schwimmende Restaurant".

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5. Platz der Bibel, an dem sich jedes Jahr am "Tag der Bibel" alle christlichen Kirchen zu einem gemeinsamen Gottesdienst treffen.

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6. Die Gemeinde in Floriano, 180° nach links, das Haus in dem wir früher wohnten (dunkel graues Tor hinter dem Arbeiter).

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7. Die Kirche von Pastor Marcelo, Igreja Batista El Shadday, mit der wir immer wieder gemeinsam Events organisieren.

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8. Aussicht  auf die zwei Städte Floriano (links) und Barão de Grajaú (rechts) von der Mitte der Brücke über den Fluss Parnaiba, der die Grenze zwischen den Bundesstaaten Piauí und Maranhão markiert.
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9. Näher kommen wir nicht an unser Haus heran, denn das ist das Ende von Street View. Vorne wo der Lastwagen steht, muss man rechts ins Quartier abbiegen.

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10. Unser Haus aus der Satelittenansicht. Dieser Ausschnitt ist natürlich schon ca. 10 Jahre alt. Unser Haus wurde erst vor zwei Jahren gebaut und die Ruine ohne Dach ist heute das Haus in dem sich Simons Büro befindet und alle Gemeindeaktivitäten stattfinden.

CEAC (Centro Evangélico de Apoio à Comunidade) auf einer größeren Karte anzeigen

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Regen, Politik, Wasser und Gottesdienstbesucherrekord

Regen

Schon zweimal sind ganz kurz einige wenige Tropfen gefallen. Ein echter kühlender Regenguss lässt aber noch auf sich warten, während es immer heisser wird. Tagsüber kann man das noch aushalten, doch wenn es Nachts um Mitternacht noch weit über 30° warm ist, dann ist das kaum auszuhalten.
Schon öfters haben sich tagsüber schwere Regenwolken angestaut, doch sie wollen ihre Last noch nicht abgeben. Wir hoffen aber, dass es bis ende Monat zum ersten Mal richtig regnet.

Politik und Wasser

Am vorletzten Sonntag waren die Wahlen. Die 22er haben gewonnen, dh. die, die nicht in der Regierung sind. Wir sind erleichtert, denn der ganz Rummel und Lärm ist nun vorbei. Anderseits ist aber die Lage sehr gespannt. Das vom Gemeindepräsident vor den Wahlen versprochene Wasser ist nie gekommen. Das neue Wasserreservoir, das angeblich 1,5 Millionen Reais (ca. SFR 700'000.-) gekostet hat und welches das Wasserproblem lösen sollte, hält laut einem Ingenieursgutachten die Wassermassen nicht aus und droht auseinander zu brechen. Da wurde wohl kräftig gespart. Ausserdem wurden die Zuleitungsrohre zu den Quartieren nicht renoviert, was eigentlich im Betrag enthalten sein sollte. Da nun die regierende Partei die Wahlen verloren hat, wird der Gemeindepräsident das restliche Geld lieber in die eigene Tasche stecken wollen als noch irgendetwas zu investieren.

Gottesdienstbesucherrekord

Das Ende der Wahlen hat noch eine andere diesmal positive Auswirkung: Am letzten Sonntag waren ca. 30 Gottesdienstbesucher anwesend, was neuer Rekord ist. Dies nachdem wir einen Monat lang nur noch als Mitarbeiterteam (Valter, Rozi, Reiflers und Natalia) Gottesdienste feierten, weil die Politik den Menschen im Quartier wichtiger schien. Wir waren sehr entmutigt. Doch Gott ist treu!

Sonntag, 9. September 2012

Gleydson 22 gegen Fleury 15

Letzte Woche fragte ich Aparecida, die bei uns 2 mal die Woche morgens beim Haushalt hilft: „Wer übt im Moment die grösste Macht auf die Menschen aus?“ Sie antwortete mir, wie man es vor einem Pastor tut: „Natürlich Gott!“. Schön wäre es wenn die Menschen in Barão, dies zulassen würden.
Doch die grösste Macht übt im Moment die Politik auf die Menschen hier aus. Im Oktober sind Wahlen und alle Gespräche, alle Anlässe, ja das ganze Leben dreht sich bloss um die Wahlen.
Wie so oft in kleinen Städten Brasiliens gibt es bloss zwei Kandidaten. Einer, Fleury (Wahlnummer 15), steht als Nachfolger des aktuellen Gemeindepräsidenten, hier Prefeito genannt, für das alte System.
Gleydson (Wahlnummer 22), ein junger Mann keine dreissig Jahre, steht für eine neue Regierung. Er entstammt der einflussreichsten Familie von Barão, den Rezendes, ist aber gar nicht hier aufgewachsen.
In der Schweiz gehen Gemeindewahlen an einem vorbei, ohne dass man viel davon hört. Hier geht es aber bei den Menschen um sehr viel, wie folgende Beispiele zeigen:

  • Roberto war Koordinator der Unterstufe in der Schule unseres Quartiers. Weil er nun aber in den Gemeinderat für die Opposition (22) einziehen will, wurde er in eine Inlandschule versetzt.
  • Dr. Pedro ist in ganz Barão der beliebteste Arzt, weil er der einzige ist, der sich wirklich um die Einwohner von Barão kümmert. Er war auch der einzige Arzt der im Gesundheitsposten unseres Quartiers jeweils nachmittags behandelte. Weil er aber auch Gleydson (22) unterstützte, wurde er nun in die Nachbarstadt versetzt.
  • Eine junge gläubige Lehrerin eines anderen Quartiers und Mutter eines Säugling sagt, sie hätte keine Freiheit zu stimmen für wen sie wolle. Fleury (15) müsse gewinnen, sonst werde sie höchstwahrscheinlich auch in eine entfernte Schule ins Inland versetzt und müsse dann ihr Säugling während der Woche bei der Grossmutter lassen.
  • In unserem Quartier gibt es seit Monaten kein Wasser mehr. Die Gemeindeverwaltung hat im Januar vom Staat 1,5 Millionen Reais (CHF 700‘000) erhalten, um ein neues grösseres und höheres Wasserreservoir zu bauen. Leider sind die Arbeiten bis heute nicht fertiggestellt worden. Falls nun Gleydson (22) gewinnt und die Bauarbeiten bis zu den Wahlen nicht beendet sind, dann wird die neue Regierung das angefangene Werk wohl kaum beenden, denn die alte Regierung wird schon schauen, dass der Rest des Geldes in den eigenen Hosentaschen verschwindet, bevor sie abtreten muss.

Mit aller Macht und viel Geld versucht Gleydson einen Wechsel herbei zu führen. Dafür hat er 222 Wahlhelfern angestellt, von denen jeder 300 Reais (CHF 150) im Monat verdient und dies während den drei Monaten des Wahlkampfes.
Vom Geld von diesen Wahlhelfern leben deren Familien, so dass er alleine damit einige tausend Stimmen auf sicher hat. Die Frage stellt sich aber, woher denn das Geld kommt, das er diesen Leuten zahlt. Die Kosten für die Wahlen sind so hoch, dass man nur davon ausgehen kann, dass er das Geld als gewählter Gemeindepräsident wieder einholen muss, um seine Schulden bezahlen zu können.
Was hat das mit der Gemeinde in Barão zu tun? Sehr viel! Wir kämpfen darum, dass wir nicht in das politische Gezänk verwickelt werden. Ausserdem findet jedes Wochenende von beiden Seiten Wahlveranstaltungen statt, so dass unsere Gottesdienste sonntags manchmal sehr schlecht besucht sind. Gott sei Dank legen wir den Schwerpunkt auf die Kleingruppen während der Woche, die bisher nicht so unter Teilnehmerschwund leiden. Dort können wir auch die Leute anleiten, wie sie verantwortlich mit dem Wahltrubel umgehen können, ohne ihre Stimme zu verkaufen und somit indirekt die grassierende Korruption zu fördern.
Wir beten, dass die Menschen erkennen, dass Jesus die grössere Macht hat als jeglicher Politiker, seine Versprechen nicht leer sind und er alleine echte Freiheit geben kann.

Montag, 9. April 2012

Karfreitags Quartierfest und Ostergottesdienst

Über die Ostertage hatten wir zwei Events in der Gemeinde, die ein voller Erfolg waren. Viele Leute hatten im Vorfeld dafür  gebetet. An Karfreitag haben wir eine Peixada (Fisch Eintopf) mit Reis und Salat für die Bewohner des Quartiers gemacht woran 70-80 Leute dran teilnahmen. Zum Dessert gab es Glace (Eis) für alle.
Die Bewohner, die über Ostern nicht ins Inland verreist waren, wie es hier üblich ist, gehören zu den ärmsten oder zu den ältesten. So konnte die Gemeinde genau diesen Menschen dienen und gleichzeitig das Evangelium in offene Herzen predigen. So stelle ich mir die Urgemeinde vor!
Den Auferstehungsgottesdienst am Sonntag haben wir auf der Quadra (offene Halle) des Quartiers veranstaltet. Einige nahmen direkt teil (ca. 50) und viele haben von weitem zugehört. Der erst vor zwei Wochen gegründete Teenieclub (Adolescentes) hat ein eindrückliches Theaterstück mit Choreografie aufgeführt über Tod und Auferstehung von Jesus. Unten einige Bilder vom CEAC (Centro de Atendimento à Comunidade, "Hilfszentrum für die Gemeinschaft"):

Mittwoch, 16. Februar 2011

Erste Woche Bau und erste Woche Gemeinde

Am letzten Mittwoch 10. Februar haben wir die Gemeinde von Barão de Grajaú inoffiziell mit einer Kleingruppe gegründet. Anwesend waren ausser unserer Familie, Valter unser Mitarbeiter, Marinaldo und Raimundinha, als Vertreter der Leitung der "Mutter"-Gemeinde in Floriano, und die Maurer die bereits an unserem Haus bauen. Die Gemeinde soll vom Leben in der Gemeinschaft mit Christus geprägt sein. Deshalb haben wir es vorgezogen als Kleingruppe zu starten. Am Sonntag fand dann die erste Sonntagschule statt. Öffentliche Gottesdienste werden wir wohl erst ab April veranstalten.
Am letzten Montag hat auch der Bau an unserem Haus begonnen. Eigentlich werden erst die Aussenmauern des Grundstücks gebaut. Das Haus wurde aber schon markiert und nächsten Woche können wir mit dem Aushub des Fundaments beginnen.
Die Bilder im Webalbum sprechen für sich: