Montag, 10. März 2008

Tagebuch Baucamp 1. Woche

Samstag 1. März
Die Gruppe ist gut in Teresina gelandet. Die Reise verlief problemlos. In Fortaleza war noch Michael Flückiger auf Weltreise dazu gestossen.
Über Rancho da Lua (Zmorge) und Amarante (Zmittag) erreichten die Baucampler in der „Besta“ (grosser Van der Mission) dann endlich das Ziel in Floriano.
Nach der Zimmeraufteilung und dem Znacht waren alle froh ins Bett gehen zu können.

Sonntag 2. März
Unser Programm:
Teilnahme an der Sonntagschule (wie Bibelstunde)
Mittagessen
Bausitzung, Bauteams aufteilen
Bauplatzbesichtigung
Stadtrundfahrt
Abendgottesdienst mit der Gemeinde

Montag 3. März
Endlich geht die Bauerei los. Wir müssen zuerst einen Betonring auf das Fundament bauen. Die Schalungen werden gezimmert und am Nachmittag füllen wir die erste Hälfte ein.
An allen Ecken und Enden fehlt es noch an Material, welches Simon organisieren muss: Kies, Sand, Zement, Eisenstäbe
Die frühzeitig abgemachten Termine wurden von den Baugeschäften kaum eingehalten. Nun muss in letzter Minute den verschiedenen Geschäftsführer Dampf gemacht werden.
Das bestellte und bezahlte Holz kann gar nicht geliefert werden. Erst am Freitag vielleicht und eine andere Holzart als vorgesehen. Schliesslich kam es am Samstag.

Dienstag 4. März
Die Maurer beginnen auf der einen Seite aufzumauern, während der Rest den Gurt auf der anderen Seite beendet. Die starken Frauen sieben den Sand und mischen den Beton (diese Arbeiten kommen dem Kochen in der Küche am nächsten). Spass beiseite, sie werden von allen Brasilianer bewundert, weil sie sich nicht zu schade sind schwere „Männerarbeit“ zu tun.

Mittwoch 5. März
Nun werden die Verschalungen der grossen Betonsäulen aufgefüllt. Die Arbeiten gehen schnell vorwärts. Am Bauplatz stehen immer ein paar Schaulustige, die den „Gringos“ bei der Arbeit zusehen. Sie sind von der Professionalität beeindruckt.
Abends hält immer ein Teilnehmer einen Input. Es ergeben sich gute Gespräche. Jailson, unser Lobpreisleiter, versucht sich auf der Baustelle als Nachtwächter, schliesslich wurden uns am Sonntag bereits drei teure Maschinen aus Reifler’s Garage gestohlen.

Donnerstag. 6. März
Die Mauern werden immer höher. Uns fehlt es bereits wieder an Holz zum Gerüst bauen und Verschalen. Doch uns erreicht eine wunderbare Nachricht. Möglicherweise erhalten wir bereits morgen von der Regierung beschlagnahmtes Holz. Wir hatten es schon nicht mehr für möglich gehalten, dass wir es noch im Baucamp erhalten.

Freitag 7. März
Am Morgen ist es bewölkt und verhältnismässig kühl, d.h. schönes Wetter!!! In der Sonne ist es einfach zu heiss.
Fritz Spycher stützt sich beim Verschalen nur leicht auf eine kleine Mauer. Sie bricht und fällt herunter. Ihm ist glücklicherweise nichts passiert. Sicherheitsbedenken kommen auf. Hätten wir die Backsteine doch legen sollen, statt stellen?
Pastor Adaias kommt extra aus Teresina, um bei der Übergabe des Holzes der Regierung seine Unterschrift geben zu können.
Einige von uns verbringen den ganzen Nachmittag damit, das Holz auf einen 30 Jahre alten Lastwagen zu laden. 10m3 Holz ist nicht wenig Holz.
Als wir das Gelände der Regierung verlassen wollen, werden wir am Tor aufgehalten. Wir hätten 1m3 zuwenig geladen. Wir „müssen“ zurück und noch mehr Holz holen.
Die Bürokratie hat trägt manchmal seltsame Früchte!
Wir loben Gott, dass wir dieses Holz doch noch im Baucamp erhalten haben.

Samstag 8. März
Am Morgen wir gearbeitet. Am Nachmittag besuchen wir die Biodiesel Fabrik in Floriano. Die Produktionsstätte in Floriano ist das Pilotprojekt, welches in ganz Brasilien Schule macht. Die brasilianische Regierung will zum weltweit führenden Biodieselhersteller avancieren. Per Gesetz müssen ab diesem Jahr 2% Biodiesel dem Diesel beigemischt werden. Bis 2010 sollen es 5% sein.
Die Führung durch das Gelände ist hochinteressant. Uns beeindruckt auch das ehrliche Vorhaben der Firma ökologisch und sozialverantwortlich zu produzieren, eine Denkweise, die man in Brasilien selten findet.
Zufälligerweise ist Hugo, der Direktor der Biodieselfabrik, der Ehemann von Neijalda, unserer Holzhändlerin. Wir laden sie ein, mit uns den Sonntag auf der Fazenda zu verbringen.

Sonntag 9. März
Nach der Sonntagschule, fahren wir mit der ganzen Gemeinde auf die Fazenda ca. 10km von Floriano entfernt. Dort wartet auf uns Churrasco (Grillfleisch), Schwimmbad, Sportplatz usw.
Hugo und seine Frau sind sehr beeindruckt. Hugo hat sich autodidaktisch etwas Deutsch angelernt. Nun kann er endlich sein Wissen praktisch anwenden.
Alle geniessen die Gemeinschaft und Freizeit.
Am Abend besuchen wir wieder den Gottesdienst. Daniel begeistert die Besucher mit einem Schweizerörgeli Konzert. Die Gruppe singt ein Lied auf Schweizerdeutsch vor.
Der Prediger und sein Übersetzer (Simon) sind so laut, dass einige Schweizer von draussen zuhören müssen.

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