Wie erwartet hat Dilma Rousseff mit 56,05% die Wahlen zum Präsidenten in Brasilien für sich entschieden.Der 2. Wahlgang brachte keine Überraschungen mehr. Niemand hatte am Sieg von Lulas Wunschkandidatin gezweifelt. Zu gross ist seine Popularität.
Hier einige Reaktionen in den Zeitungen des deutschsprachigen Raumes:
Handelsblatt: Dilma Rousseffs wirtschaftlicher Drahtseilakt
(Schlange in einem Stimmlokal in Caracol)
Lulas Erbe:
Lula hat mit der Bolsa Família (Finanzspritze für arme Familien) Millionen von Brasilianern aus der Armut verholfen. Der Preis sind die hohen Staatsausgaben, die im Moment dank der starken Wirtschaft tragbar sind.
Lula hatte den neoliberale Wirtschaftskurs lediglich weiter geführt. Den wirtschaftlichen Umschwung hatte aber sein äusserst unbeliebter Vorgänger Fernando Henrique Cardoso eingeleitet, was seine Anhänger gerne übersehen.
Mit seinem Charisma vermochte Lula die Massen im In- und Ausland überzeugen und über seine Schwächen hinwegsehen. Die meist erzählte Geschichte ist die eines armen Metallarbeiters aus dem Pernambuco, der auf einem zum Reisebus umfunktionierten Lastwagen (Pau de Arara) nach São Paulo zog und dort, um Führer der Armen und Arbeiterklasse avancierte.
Es wird für Dilma schwierig werden den hohen Erwartungen der Menschen in ihrem Land gerecht zu werden, angesichts dessen, dass sie bloss dank Lulas Einfluss gewählt worden war.
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