Wie im letzten Blogeintrag im UPDATE berichtet, haben die Evangelikalen den Wahlausgang im ersten Wahlgang massgeblich beeinflusst (Ein Thema worüber die europäischen Medien leider nicht berichten). Die gläubige Kandidatin Marina Silva von den Grünen hat durch ihr gutes Abschneiden einen zweiten Wahlgang nötig gemacht.
In der Wahlpropaganda der übrig gebliebenen Kandidaten Serra und Dilma ist nun ein richtiger Kampf um die Gunst der evangelikalen Wähler entbrannt.
Plötzlich ist nun Dilma, die Kandidatin der extremen Linke, gegen die zuvor vehement befürwortete Liberalisierung der Abtreibung. Heute hat sie sich gar mit den Führern der Evangelikalen getroffen und sich gegen jegliche Einschränkungen der religiösen Freiheit gesprochen (siehe letzter Blogeintrag).
Der Mittelinks Kandidat Serra sagt nun öffentlich, dass er schon immer gegen die Abtreibung war. Ein Thema welches er vor dem ersten Wahlgang tunlichst vermied darüber zu sprechen.
Religiöse Themen sind nun plötzlich zu wahlentscheidenden Debatten geworden.
Vor den Wahlen sah es noch aus, als ob die Evangelikalen die grossen Verlierer sein würden. Nun werden sie den neuen Präsidenten bestimmen können. Dessen Partei wird damit unweigerlich religiöse Themen ernst nehmen müssen.
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