Dienstag, 10. Juli 2007

Konfrontationen der Kulturen

Liebe Freunde
Da wir in der letzten Zeit noch näher mit den Brasilianeren zusammengearbeitet haben und auch mit Brasilianeren gewohnt haben, kommen wir nun täglich in Kontakt mit der neuen Kultur. Etwas ist uns ganz besonders aufgefallen, die Art der Brasilianern um Hilfe zu bitten. Sie fragen einem nie direkt um Hilfe, sondern erklären einem mehrere Male das Problem, dass sie haben, zum Beispiel, dass die Kirche keine Geld mehr hat und dass man doch den Pastoren eine Geschenk für den Geburtstag machen sollte, weil sie ja so viel für die Kirche machen. Wir Schweizer würden jetzt einfach zu einer Person gehen und fragen, ob man Geld ausleihen kann um das Geschenk zu kaufen. Hier kommen die Leute und erläutern einem das Problem, dass sie haben und erwarten dann, dass man die Hilfe ob finanzell oder sonst auf eine Art selbst anbietet. Wahrscheinlich hängt es etwas mit dem Stolz zusammen, man will nicht zeigen, dass man schwach ist und Hilfe braucht. Das kennen wir ja auch in der Schweiz, nur dass es sich da weniger um finanzielle Probleme, sondern eher um psychische Probleme handlet, da sind wir Schweizer oft auch zu Stolz um Hilfe anzunehmen.
Einmal brauchte ein Mann aus der Gemeinde dringend Geld. Er kam dann mit einigen selbstgemachten Körben zu uns und schwärmte uns vor wie schön diese Körbe doch seien und wie interessant sie doch aussahen. Damit wollte er eigentlich sagen, dass wir doch einen dieser Körbe kaufen sollen. Ich habe nicht verstanden, dass er dringend Geld braucht und habe deshalb auch keinen gekauft, aber wenn ich gewusst hätte, dass er in Geldnot ist, hätte ich vielleicht anders gehandelt.
Es ist interessant diese kulturellen Unterschiede zu beobachten und zu lernen. Gleichzeitig verursachen sie bei uns auch Stress, da wir uns etwas ganz anderes gewohnt sind.

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