Am Samstag haben „Bruder“ Marinaldo (In der Gemeindeleitung und Bankdirektor), „Bruder“ In Francisco Aires (3,53% Evangelisch) gibt es zwei starke Gemeinden: eine Pfingst- und eine Baptistengemeinde mit je knapp 100 Mitgliedern. Allerdings gibt es eine grosse unerreichte Bevölkerung im Innland: ca. die Hälfte der 5000 Einwohner wohnt in abgelegenen Weilern. Die Gemeinden können von ihrem Städtchen diese abgelegenen und schlecht zugänglichen Weiler nicht bedienen, weil sie dazu die Ressourcen nicht haben. Man geht davon aus, dass die Einwohner diese Weiler das grösste unnerreichte Volk Brasiliens sind: 12 Mio. Einwohner mit geschätzten 0,1% Evangelischen. Soll noch einer behaupten, Brasilien sei ein erreichtes Volk!
„Boi Laranja“ (Orangen Ochse) werden wir einmal mit der Gemeinde besuchen und einen Gottesdienst organisieren, da es auch von Floriano durch den Busch erreichbar ist, allerdings nur mit einem Geländewagen.
Einige dieser Weiler sind in der Regenzeit über Monate völlig abgeschnitten von der Umwelt, weil die sonst ausgetrockneten Flussbetten dann viel Wasser führen und eine Überquerung mit Autos unmöglich machen.
Nachdem wir mit den Ältesten der Baptisten und dem Prediger der Pfingstgemeinde über die Situation der Stadt gesprochen haben, machen wir uns auf den Weg nach Arrail über 19km unebenen Schotters durch die Buschlandschaft.
In Arraial treffen wir wieder Ladenverkäufer die eine Bankanlaufstelle führen und deshalb Marinaldo bekannt sind. Sie geben uns bereitwillig Auskunft über die wirtschaftliche Lage ihres Städtchens. Die meisten Einwohner leben vom Verkauf von eigenen Produkten auf dem Markt, vom Lohn eines Staatsangestellten oder von der Allgemeinen Altersvorsorge eines nahen Verwandten.
Laut Landesstatistik aus dem Jahr 2000 gibt es in Arraial 2,99% Evangelische. Allerdings haben wir in diesem lebendigen Dorf mit weitläufigem Einzuggebiet, weil entfernt von den grossen Städten, nur eine einzige Gemeinde gefunden: eine kleine Pfingstgemeinde mit max. 60 Mitglieder (wahrsch. mit Kindern). Die Baptisten haben von Francisco Aires aus in Arraial eine kleine Hausgemeinde gegründet, doch die Arbeit kommt seit Jahren nicht vorwärts. Der so gar nicht demütige Pastor der Pfingstler gab uns bereitwillig Auskunft. Es gäbe ausser der kleinen Baptistengruppe (ca. 12 Personen) nur noch eine kleine Gruppe von „denen mit dem Schleier“, womit er eine streng konservative pfingstlerische Brüdergemeinde meinte.
Von dem was wir gesehen und gehört habe, können wir uns nicht vorstellen, dass es in Arraial knapp 3% Evangelische gibt. Es gibt keine einzige von den in ganz Brasilien so verbreiteten neupfingstlichen Kirchen. Einig Kilometer weiter wäre Cajazeiras do Piauí mit 1,31% laut Statistik, welches wir aber nicht mehr besuchten.
Nach dem Mittagessen in einem kleinen Restaurant ohne Menukarte, weil es nur ein einziges Gericht gibt, fuhren wir über Francisco Aires zurück nach Floriano.
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