Dienstag, 29. September 2009

Misionarische Herausfoderung in Floriano

Am Samstag hatte ich einen Vortrag in einer Baptistengemeinde hier in Floriano über die missionarischen Herausforderungen für die brasilianischen Gemeinden.
Neben den "klassischen" Herausforderungen der Weltmission (10/40 Fenster, Weltregligionen, Bibelübersetzung, Europa) sprach ich auch von den mit der Frohen Botschaft unerreichten "Völkern" in Brasilien. Dazu gehören neben den 139 Indianderstämmen ohne Bibelübersetzung in der eigenen Sprache auch eine geschätzte Inlandbevölkerung im Nordosten von ca. 12Mio Einwohnern mit weniger als 1% Evangelikalen.

Floriano
Für den Vortrag habe ich auch die konkrete Situation in Floriano untersucht. Das Brasilianische Institut für Geografie und Statistik (IBGE) gibt eine Einwohnerzahl von 57'968 an. Schätzungsweise 6'000-8'000 wohnen im Inland des Municipalgebietes. In der Stadt gibt es über 30 Gemeinden während es auf dem Land nur eine grössere Kirche und 3 kleine Versammlungsorte gibt. Im Inland von Floriano gibt es insgesamt mehr als 300 Dörfer, Weiler und Fazendas. Die meisten haben keine Zugang zu einer Kirche.
Wir allen wurden herausgefordert diese Situation ernst zu nehmen und die Mission unseres Inlands in Angriff zu nehmen.
Um diese Menschen mit der frohen Botschaft zu erreichen genügt es nicht ab und zu eine evangelistische Aktion zu machen. Dauerhafte Beziehungen müssen aufgebaut werden und sie müssen in ihren Nöten ernst genommen werden.
Viele Gemeinde geben nach wenigen Versuchen oder kurzer Zeit auf. Dies erhöht nur die Skepsis der Sertanejos (Inlandbewohner) gegenüber den evangelischen Kirchen.

1 Kommentar:

  1. Hallo Simon. Sehr interessanter Bericht. Ich habe vor einiger Zeit einen Pfarrer besucht, der in den letzten 8 Jahren völlig alleine 13 kleinere Gemeinden in kleinen Siedlungen im Interior mit im Schnitt ca. 50 Besuchern aufgebaut hat. Acht Gemeinden haben eine schöne Kirche, die sie aus eigener Kraft und Mitteln gebaut haben. Wie er das gemacht hat? Er hat sich am Anfang 20 Orte gesucht die er dann jeden Monat regelmässig mehrere Jahre lang besucht hat. Er hat am Anfang vor allem mit biblischen Ratschlägen und eventuell auch mal bei einem Behördengang geholfen. Nach einigen Jahren hatten die Leute vertrauen zu ihm und so sind die Gemeinden entstanden... Übrigens, der Typ ist weit über 80 Jahre alt ;-)

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