Drogensucht
Vorletzte Woche wurden wir von einer Frau gerufen, deren drei kleinen Mädchen in die Kinderstunde kommen und die einen Jüngerschaftskurs mit Valter macht. Ihr Mann hatte sie geschlagen und sie musste bei der Polizei gegen ihren eigenen Mann Anzeige erstatten. Diese hat es ihm nun verboten in ihre Nähe zu kommen. Wir kennen den Mann schon seit längerem. Ab und an verrichtete er kleinere Arbeiten an unserem Haus für einen Tageslohn. Schon öfters ist er abends gekommen und hatte um Geld gebeten, was bereits unseren Verdacht weckte. Wir wissen nun mit Sicherheit, dass er schwerst-drogensüchtig ist und im Rausch seine Frau schlägt. Als Valter und ich um ca. 22h zum Haus der Frau kamen, war er gerade auch dort. Wir haben dann vor allem mit ihm gesprochen und versuchten ihn davon zu überzeugen, dass er eine Drogenreha machen sollte. Er sagte aber immer und immer wieder, dass er für ihn keine Hoffnung mehr gibt. Nach einem Gebet haben wir aber trotzdem ein Tag abgemacht, an dem wir ihn in die Reha einliefern würden. Leider erschien er nicht zum abgemachten Termin.Alkoholsucht
Letzte Woche nun kam die zwölfjährige Raissa zu uns. Sie sagte ihre Tante Francisca sei in einem ganz schlechten Zustand und müssen sofort ins Spital gebracht werden. Francisca ist Alkoholikerin. Seit wir hier wohnen haben wir sie schon öfters gesehen, aber noch nie nüchtern. Nun wollte sie mit dem Trinken aufhören. Als wir sie in ihrem Haus antrafen, fanden wir eine völlig ausgemagerte Frau, die kaum stehen konnte. Sie hatte seit 4 Tagen keinen Alkohol mehr getrunken. Leider hatte sie in dieser Zeit auch nichts mehr essen können, da schon vorher ihre Ernährung bloss aus Alkohol bestanden hatte und sie nicht mehr fähig war, feste Nahrungsmittel zu sich zu nehmen. Nachdem wir sie ins kleine Spital von Barão gebracht hatten, wurde se mit der Ambulanz ins Spital von Floriano verlegt und man gab ihr mehrere Infusionen.Gewalt in der Familie
Francinete war die erste, die sich bekehrt hatte und ich mache mit ihr einen Jüngerschaftskurs. Am Montag hätte ihr Freund seine erste feste Arbeitsstelle bei der Gemeindeverwaltung in Floriano antreten sollen. Doch statt an seinem ersten Arbeitstag arbeiten zu gehen, ging er mit Freunden am helllichten Tag trinken und wahrscheinlich auch Drogen konsumieren. Als er am Nachmittag nach Hause kam griff er Francinete mit dem Messer an und sagte er wolle sie umbringen. Als der kleine Sohn versuchte ihn daran zu hindern, wurde er gewaltsam zu Boden geschlagen. Der ältere Sohn rannte indessen zu Pastor Valter und beiden riefen die Polizei. Als die Polizei zum Haus kam, hatte er ihr immer noch das Messer am den Hals von Francinete und drohte, er werde sie umbringen. Irgendwie gelang es ihm aber zu flüchten, worauf die Polizei mit scharfer Munition hinterherschiessend ihm nach rannte. Er konnte ihnen aber entwischen.Nun lebt die Familie in grosser Angst und möchte gerne nach São Paulo umziehen, wo eine Schwester von Francinete wohnt. Dies wäre für die Kinder eine Katastrophe.
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