Irmão Marcos von unserer Gemeinde vertreibt Kosmetikprodukte an Verkäuferinnen in den hunderten von Weilern in der weitreichenden Region. Gleichzeitig wirkt er als Evangelist. Schon lange war es sein Wunsch, dass die Gemeinde in "Boi Laranja" (Orangener Ochse) einen Gottesdienst gestaltet.
Am Freitag fuhren wir schliesslich nach Boi Laranja, welches ca. 51 km von Floriano entfernt ist, davon 32km Asphalt ohne Löcher auf Hauptstrasse, 8km mit dem PW nur schlecht befahrbar auf Sand- und Erdstrasse und der letzte Abschnitt von 11km kann nur mit einem Geländewagen befahren werden, für welche man 1 Stunde braucht. Das 180 Seelen Dorf liegt "verloren" mitten im ausgetrockneten Busch des Piauí.
Bei den Vorbereitungen ging einiges schief und ich betete, dass Gott unseren Einsatz segnen möge.
Wir fuhren mit unseren Autos bis zu einem abgemachten Punkt, wo uns der Geländewagen abholte.
Vor dem einnachten hatten wir noch eine kurze Zeit, um die Bewohner einzuladen. Praktisch alle Bewohner waren über unser Kommen informiert. Irmão Marcos hatte eine gute Vorarbeit geleistet.
In Boi Laranja gibt es bis heute keinen Strom, weshalb wir Diesel mitnehmen mussten, damit sie uns den Generator zu Verfügung stellten für das Licht und die Tonalage.
Schon lange vor 19:30 warteten viele Leute sehnsüchtig auf den Beginn des Gottesdienstes. Als wir begannen waren ca. 130 Personen anwesend: Praktisch das ganze Dorf und allee Altersschichten.
Nach dem Kinderteil, in dem wir eine Geschichte und einige einfache Lieder sangen, bei denen alle fröhlich mitsangen und klatschten, predigte Pastor Cleber und zeigt dabei klar und deutlich den Heilsweg auf.
Als er einen Aufruf machte, wer Jesus in sein Leben aufnehmen wollte, stand praktisch das gesamte Dorf auf.
Wir waren ganz perplex, denn das hatten wir nicht erwartet!
Obwohl sich sicher nicht alle bewusst waren, was sie dabei machten, war es für uns ein Zeichen, dass die Leute dürsten nach dem lebendigen Wasser und hungern nach dem Brot des Lebens!
Obwohl die Kosten einer solchen Reise für unsere kleine Gemeinde enorm sind, möchten wir Ende Oktober wieder nach Boi Laranja, um einen weiteren Gottesdienst zu halten und den Bewohnern Bibeln bringen.
Isabel, die den CBB macht erwähnte, dass sie ev. bereit sei in den Weihnachtsferien eine Woche dorthin zu ziehen, um mit den Leuten eine Jüngerschaftsschulung zu machen.
Wir sind immer noch überwältigt von Gottes Wirken und fühlen uns machtlos, wenn wir bedenken, was man dort alles machen sollte!
Ich denke aber, dass Gott unsere Gemeinde als "Hirte" gebrauchen will, der 99 Schafe zurücklässt um ein einziges "Verlorenes" im Busch zu suchen.
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