Donnerstag, 28. Dezember 2006

Weihnachten: Festessen nach Mitternacht

Temperaturen über 30° C und fast täglich nachmittags starke Gewitter. So lässt sich unser Weihnachtswetter zusammenfassen. Aber nicht nur das Klima ist anders. Auch die Art und Weise wie Weihnachten gefeiert wird ist für uns ungewöhlich. Von brasilianischen Freunden wurden wir zusammen mit Familie Schwarz zur Weihnachtsfeier im engsten Familienkreis eingeladen. Freunde die nicht selbst mit ihrer Familie feiern, werden von den offenherzigen Brasilianern selbstverständlich eingeladen und gehören dazu, wie jedes andere Familien- mitglied. Wir sollten um ca. 10 Uhr kommen (Nachts!!!). Aus früheren Erfahrungen wussten wir, dass wir auch etwas später kommen durften, weshalb wir ca. 40 Minuten "zu spät" eintrafen. Zu unserem Erstaunen, waren wir immer noch die Ersten und die Gastgeber waren auch erst gerade von der Arbeit nach Hause gekommen. Langsam trudelten dann die Familienmitglieder ein... Unsere Mägen knurrten jetzt schon! Jeder brachte irgend eine Köstlichkeit mit, die dann auf das dekorierte Büffet gestellt wurde. Mitternacht war schon vorbei, wir hatten noch nicht mit Essen begonnen (hier ist es Tradition, dass man mit dem Weihnachtsessen erst nach Mitternacht beginnt) ...Unsere Magen knurrten stärker! Doch zuerst kam noch der Weihnachtsmann mit zwei Säcken voller Geschenke. Nacheinader wurden alle aufgerufen und erhielten ihr(e) Geschenk(e) und jeder wurde mit dem Weihnachtsmann abgeknipst... Unsere Magen knurrten noch stärker! Als um ca. 1.oo Uhr alle fertig waren mit Geschenke auspacken, ausprobieren, sich bedanken und als sich alle "Frohe Weihnachten" gewünscht hatten, wurden wir endlich gebeten mit dem Essen zu beginnen. Die Magen knurrten nun aber schon fast nicht mehr, denn sie waren auf Schlaf eingestellt! Trotzdem griffen wir herzhaft zu und genossen das gute Essen: Truthahn, Huhn, Schweinshaxen, Rollschinkli, Rindbraten, Reis, Farofa (Manjokmehl), Salat, usw... alles in solch reichhaltigen Mengen, dass die Familien noch lange davon essen wird.
Während dem Essen diskutierten wir über die verschiedenen Weihnachtstraditionen. Simon sagte, dass wir jedes Jahr an Weihnachten die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel lesen. Er schlug vor, sie gemeinsam zu lesen. Obwohl unser Gastgeber nicht "evange- lisch" sind, lehnten sie uns diesen Wunsch natürlich nicht ab. So lasen wir gemeinsam die Weihnachtsgeschichte. Das war das erste Mal, dass an diesem Abend über die Hauptperson des Anlassen gesprochen wurde: Jesus Christus!
Danach wurde das Dessert aufgetischt. Wieder tonnenweise Köstlichkeiten. Und auch hier assen wir wieder nur etwa einen Fünftel, von dem, was auf dem Büffet stand. Um ca. 3.00 Uhr verabschiedeten wir uns von unseren Gastgebern, und gingen müde aber fröhlich nach Hause.

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